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Samstag, 24. Oktober 2009

Pharmaindustrie: Umsatz statt Heilung

Klaus Martens
Heilung unerwünscht
erscheint Anfang November im DuMont Verlag, Broschur, ISBN 978-3-8321-9531-1, ca. EUR 16,95 [D], 29,50 sFr.
"Falls Sie denken, dass die Pharmaindustrie Medikamente auf den Markt bringt, um Ihnen zu helfen – vergessen Sie es."
Umsatz statt Heilung: Allein in Deutschland leiden über fünf Millionen Menschen an Neurodermitis und Psoriasis, an entzündlichen und quälend juckenden Hautflächen. Längst könnte ihnen geholfen werden, wenn sie mit einer Salbe behandelt würden, die alle medizinischen Zulassungsprüfungen glänzend bestanden hat. Die Hautcreme ist hochwirksam, nach Stand der Wissenschaft frei von jeglichen Nebenwirkungen und eine Alternative zu gängigen Präparaten. Aber gerade weil das Medikament wirkt und preiswert ist, fürchten manche Pharmakonzerne die Konkurrenz. Mit Kortison und Immunsuppressiva lassen sich Milliarden verdienen – das neue Medikament würde den Markt nur stören. Folgerichtig war die Industrie bis heute nicht an der Herstellung interessiert.
Die Geschichte der B12-Salbe offenbart, dass Hilfe für die Patienten oft nur ein Teilaspekt der Marktstrategien der Industrie ist. Klaus Martens hat unter den zahlreichen Fällen zweifelhafter Arzneimittelangebote ein Medikament entdeckt, das in der Lage ist, Millionen Patienten zu helfen, und das von unabhängigen Wissenschaftlern als „Juwel im Verborgenen“ bezeichnet wird.
Das Buch zur TV-Dokumentation: Mit Rezeptur der Salbe, die bei Neurodermitis und Psoriasis hilft. "Klaus Martens weiß seine Geschichten auf faszinierende Weise zu erzählen." Die Jury des Helmut-Schmidt-Preises.
WDR-TV-Dokumentation über Neurodermitis-Salbe (Auszug): " ... Reaktionen auf "Heilung unerwünscht". Die WDR-Story "Heilung unerwünscht" berichtete über den gescheiterten Versuch eines Erfinders, eine Creme gegen Hautkrankheiten in Kooperation mit großen Pharma-Konzernen zu vermarkten. Das Thema sorgt für reichlich Diskussionsstoff ... Nach Ausstrahlung der Sendung am Montag (19.10.09) in der ARD wurde bekannt, dass die Remscheider Firma Regeneratio Pharma, die Inhaberin des Patents ist, die Salbe unter dem Namen "Regividerm" in Zusammenarbeit mit einer Schweizer Vertriebsfirma auf den Markt bringen will. Nach Auskunft von Regeneratio Pharma soll die Salbe Mitte November in Apotheken erhältlich sein. 100 ml würden dann laut unverbindlicher Preisempfehlung 28,85 Euro kosten ... " WDR-Dokumentation
PHÖNIX (Auszug): " ... Neurodermitis und Psoriasis haben sich wie Volkskrankheiten verbreitet. Allein in Deutschland leiden fünf Millionen Menschen unter den entzündlichen und juckenden Hautveränderungen ... Der Film zeigt, mit welchem Ergebnis die Creme in einer Studie in den USA an Kindern durchgeführt wurde und dokumentiert, wie sie unter Aufsicht eines Hautarztes bei einer Neurodermitis-Patientin gewirkt hat ... Weiter auf PHÖNIX - Videostream von “Heilung unerwünscht” in der Mediathek der ARD
" ... Der Erfinder der Salbe, Karsten Klingelhöller , der sein Mittel “Regividerm” genannt hat, behauptet übrigens nicht, dass man Neurodermitis damit HEILEN könne, denn Neurodermitis IST nicht heilbar, aber nebenwirkungsfreie Linderung (und zwar extrem!) - das ist doch schon etwas, wonach sich so mancher Juckreiz-Geplagte und durchs viele Kratzen Zerschundene sehnt ... " Quelle: Blog "Tage wie diese"

Samstag, 10. Oktober 2009

Doping des Geistes

Jörg Auf dem Hövel
Pillen für den besseren Menschen - Wie Psychopharmaka, Drogen und Biotechnologie den Menschen der Zukunft formen (Telepolis)
dpunkt Verlag 2008, 180 S., brosch., ISBN 978-3-936931-44-0, 18,00 Euro (D), 18,60 Euro (A), 32 sFr
Der Mensch der nahen Zukunft wird durch zwei wissenschaftliche Entwicklungen verändert werden: Das Doping des Geistes und die Biotechnologie. 2003 geriet der Pharma-Konzern Eli Lilly unter Druck, weil er Gratisproben des Antidepressivums Prozac per Post an Privathaushalte versandt hatte. 2004 gab das britische Verteidigungsministerium zu, über 24.000 Tabletten mit dem Wirkstoff Modafinil eingekauft zu haben. Modafinil hält nicht nur wach, die Substanz gilt als >>cognitive enhancer<<, soll also die Kapazität des Gehirns steigern. Die Frage ist: Was leistet die Wissenschaft im Bereich des Gehirndopings? Die Vergabe des amphetaminähnlichen Ritalin an Kinder, denen das Aufmerksamkeitsstörungs-Syndrom attestiert wird, zeigt die Schwierigkeiten, mit Wirkung, Nebenwirkung und sozialer Gesamtwirkung eines Medikaments umzugehen. Am anderen Ende der Alterslinie steht der geistige Abbau, der ebenfalls mit Neuro-Enhancement gestoppt werden soll. Die Phänomene der hyperkognitiven Kultur sind auch immer ökonomische. Die Marktwirtschaft wird zuküntig noch mehr Produkte liefern, die Hirn- und Körpervorgänge modifizieren. Hier muss eine Bestandsaufnahme ansetzen: Was leisten Medikamente schon jetzt, woran arbeitet die Industrie für die Zukunft und was bedeutet das für die Gesellschaft? Zielgruppe: * Gesellschaftspolitisch Interessierte; * Medikamentennutzer - Inhaltsverzeichnis (pdf) - Kapitel 6 (pdf) - Kapitel 7 (pdf)

Heise-Medien (Auszug): " ... Der aktuelle Telepolis-Band zeigt die neuronalen Grundlagen des Gedächtnisses sowie die Potenziale der pharmazeutischen Beeinflussung auf und analysiert die individuellen sowie sozialen Folgen des Psychopharmaka-Gebrauchs. Dabei werden insbesondere die sogenannten "cognitive enhancer", eine vermeintlich neue Klasse von Arzneimitteln, die als "Doping für den Geist" diskutiert werden, einer kritisch-praktischen Betrachtung unterzogen ... " - Weiterlesen auf Heise-Medien

Monika Armand in ihrem "AHMAZ-Alles hängt mit allem zusammen"-Blog: Neuro-Enhancement: die Gefahr kommt inkognito
Ein Geheimagent der Better-living-thru-chemistry reist ein: In seinem Koffer trägt er für jede Gelegenheit die passenden Reisepässe: "Donepezil, Dihydroergotoxin, Ergoloid, Tryptophan,Clonidin,Fluoxetin u.v.m." Er kann sie modifizieren, so wie er es braucht und er verspricht: "Ich bringe euch das große Glück". Leider steht in den kleingedruckten AGB's: "Die Kosten und Folgen trägt jeder selbst" ...
Im Memorandum von sieben führenden Experten ( PDF-Datei) werden die AGB's des Geheimagenten kurz gestreift ...
Dabei finden sich wichtige Aspekte für die Diskussion um das Neuro-Enhancement nur ansatzweise im Memorandum auf Seite 3:
1. Die Widernatürlichkeit des Neuro-Enhancements
2. Der Eingriff in die Neurobiologie des Gehirns
Obwohl gerade Punkt 2: "Eingriff in die Neurobiologie des Gehirns" zahlreiche Fragen aufwirft, wie z.B. bekannte Nebenwirkungen, unbekannte oder individuelle Nebenwirkungen, Langzeitnebenwirkungen, mögliche dauerhafte Veränderungen der Neurobiologie des Gehirns, Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten etc., behandeln die Autoren diesen zentralen Aspekt nebenbei und mit einer beunruhigend anmutenden Sorglosigkeit: "Ein anderer Standardeinwand gegen Neuro-Enhancement zielt auf die neurobiologische Eingriffsebene von NE, die gegenüber der Ebene kommunikativer Einwirkungen (etwa Coaching) als minderwertig verstanden wird: Pillen für neuronale Stoffwechselprozesse - Gespräche und Argumente für den Geist. Aber die funktional-dualistische Prämisse dieser Auffassung ist heute nicht mehr tragfähig." (G&G 11/2009 - Zitat Seite 3)
Die Tatsache, dass neben Philosophen und Juristen auch Mediziner das Wort ergriffen haben und nur marginal die Frage nach etwaigen Gefahren des Neuro-Enhancements erwähnen, kommt nicht von ungefähr. Die Pharmakologie, die Pharmakodynamik (= Lehre über die Wirkung von Arzneistoffen im Organismus) und die Pharmakokinetik (Die Pharmakokinetik beschreibt die Gesamtheit aller Prozesse, denen ein Arzneistoff im Körper unterliegt), sowie die Pharmazeutische Chemie (Die pharmazeutische Chemie ist das Spezialgebiet der Pharmazie, das sich mit den chemischen Eigenschaften von Arzneimitteln im weitesten Sinne beschäftigt) sind nur selten ein "Steckenpferd" von Medizinstudenten. Ein Blick in medizinische Foren zeigt, welch Ächzen und Stöhnen durch die Reihen zieht, wenn es im Physikum um Teile aus diesen Fachbereichen geht. Insofern ist es nicht verwunderlich, wenn Medikamentenneben- und - wechselwirkungen auf die leichte Schulter genommen werden ... Weiterlesen im AHMAZ-Blog

Freitag, 20. Februar 2009

Perfide Pharmawerbung in Blogs und Foren

"Die Initiative Nachrichtenaufklärung wurde im Mai 1997 von Professor Peter Ludes in Siegen gegründet. Zu dem Gründerteam und zu der ersten Jury gehörten Imme de Haen, Ingrid Kolb, Professor Ulrich Saxer, Georg Schütte und Dr. Hermann Meyn. Ziel der Initiative Nachrichtenaufklärung ist es, wichtige Nachrichten und Themen (hauptsächlich aus dem deutschsprachigen Raum), die in den Medien nicht genügend berücksichtigt wurden, stärker in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu bringen ..."

Eines dieser 2008 in den Medien nicht genügend berücksichtigten Themen bezieht sich auf die Unterwanderung von Patientenblogs und -foren durch die Pharmaindistrie: "PR-Mitarbeiter melden sich dort als Betroffene an und berichten von ihren guten Erfahrungen mit den Medikamenten ihrer Auftraggeber. Für echte Patienten ist dies nicht transparent. Obwohl das Sponsoring von Selbsthilfegruppen vor einigen Jahren Medienthema war, wird diese neue Dimension von schmutzigem Marketing nicht thematisiert." Mehr dazu auf 'Nachrichtenaufklärung'

Samstag, 12. Juli 2008

Psychopharmaka absetzen

Antidepressiva-Forum Deutschland (zum Buchhinweis in diesem Blog: Psychopharmaka absetzen)
"Wir haben dieses Forum eingerichtet, um Menschen zu helfen, die unter Nebenwirkungen oder Absetzsymptomen durch moderne Antidepressiva leiden und diese absetzen wollen. Wir bestreiten nicht, dass moderne Antidepressiva auch einigen Menschen helfen können - aufgrund unserer eigenen Erfahrungen, der überwältigenden Anzahl von Menschen die ähnliche Probleme haben, und dem aktuellen Stand der Wissenschaft sind wir aber der Meinung, dass die heute gängige millionenfache Verschreibung von SSRI und anderen Antidepressiva nicht zu rechtfertigen ist. Das ADFD ist zwar nicht prinzipiell gegen die Verabreichung von Medikamenten bei psychischen Problemen - Patienten sollten aber die Gelegenheit haben, eine informierte Entscheidung zu treffen. Die bisherige Informationslandschaft im deutschsprachigen Raum ist diesbezüglich sehr einseitig und der Austausch über Probleme mit Antidepressiva wird in den meisten anderen Foren sanktioniert. Mehr dazu im Beitrag Über "Das Antidepressiva Forum Deutschland". Das ADFD ist ein notwendiges Gegengewicht zu der - unserer Ansicht nach - zu positiven Berichterstattung über moderne Antidepressiva. Hilfen zum schonenden Absetzen von Antidepressiva sind in unserem "Infopaket zum Absetzen von Antidepressiva" zusammengefasst. Weitere Infos und Hintergründe zur Problematik sind in der "Kategorie Hintergrundinformationen" zu finden.
Antidepressiva Forum

Sonntag, 23. März 2008

Die Erfindung "neuer" seelischer Krankheiten....

In den USA und zunehmend auch in Deutschland hat die "Schaffung" neuer seelischer Leiden Hochkonjunktur. Unterstützt von der Pharmaindustrie erfinden und diagnostizieren Ärzte immer neue psychische "Krankheiten".
Bislang als "normal" betrachtete Reaktionen auf bestimmte Lebensereignisse (Prüfungsstress, Traurigkeit, Verstimmungen, Zorn, Scheidung, Umgang mit dem Tod etc.) werden "pathologisiert" (= als krankhaft betrachtet) und als "behandlungsbedürftig" eingestuft.
Titelthema "Zeit Wissen" Nr.2 (Ausgabe Feb./Mrz. 2008): "Warum uns Ärzte für verrückt erklären"

Neue Krankheiten in diesem Sinne sind z.B.:

  • saisonal affektive Störung (Winter- und Frühjahrsmüdigkeit)
  • sexuelle Erregungsstörung (vorübergehendes sexuelles Desinteresse)
  • Burn-Out-Syndrom(vorübergehender Prüfungsstress bei Schülern und Studenten)
  • intermittierende Explosive Störung (Jähzornige Reaktion auf ein Ereignis)
  • oppositionelle Aufsässigkeitsstörung (unartiges Kind)
  • soziale Phobie oder vermeidende Persönlichkeitsstörung (= Schüchternheit)
Diese Beispiele werden im Artikel aufgeführt um aufzuzeigen, in welche Richtung die "Pathologisierung" des Normalen geht. Beklagt wird, dass die Grenzen zwischen dem, was als normal und nicht mehr normal zu betrachten ist, zunehmend verschwimmen.

So galt z.B. die "Homosexualität" bis in das Jahr 1987 als psychische Erkrankung!! Auch eine vorübergehende "depressive Verstimmung", welche jeder mehrmals in seinem Leben erfährt ist nicht gleichbedeutend mit einer ernst zu nehmenden Depression.

Betrachtet man "depressive Symptome" ohne ihren Entstehungskontext werden einstmals "depressive Verstimmungen" zur echten Depression "hochstilisiert". Vor allem die Pharmaindustrie entdeckt hier "neue" Märkte und entwickelt "Glückspillen" welche die neu erfundenen Leiden lindern sollen.

Meines Erachtens greift dieser Artikel ein durchaus sehr ernst zu nehmendes Problem auf:

Denn es steht zu befürchten, dass eine solche Entwicklung den "echten" psychisch kranken Menschen,den "Depressiven", "Phobikern" und vielen anderen, eher schadet als nützt. Die ärztliche Ausbildung beinhält in der Regel keine Ausbildung zur Diagnostik und Therapie psychischer Erkrankungen. Sie orientieren sich dann eben an solchen Botschaften, wie vor einigen Jahren noch, als man davon ausging, dass Depressionen medikamentös sehr gut zu behandeln seien:

Dipl.Pol. Justin Westhoff, UKBF-Pressestelle / MWM-Vermittlung
Universitätsklinikum Benjamin Franklin

Diese Nachricht aus 1999 wurde auch in Fachzeitschriften für Ärzte in dieser Form weitergegeben. Mit dem Ergebnis, dass Hausärzte - dank dieser "Empfehlung" depressive Patienten, anstatt in psychotherapeutische Behandlung zu überweisen, mit Psychopharmaka behandelten:


Emfehlungen mit der "Autorität" eines Universitätsklinkums
führen automatisch zu einem entsprechenden Verschreibungsverhalten bei Haus- und Fachärzten. Man entledigt sich, angesichts der knappen Gesprächszeit , seiner Verantwortung indem man rein vorsorglich ein Psychopharmakon verschreibt. Ein solches Verhalten wird z.B. auf solche Pressemitteilungen gestützt….

Dabei liegt die viel beschworene Suizidgefahr "nur" bei ca. 1% der Depressiven (M. Hautzinger, Depression, Hogrefe, 1998) und ein einfacher
„Depressionsfragebogen“ könnte im Vorfeld abklären, ob überhaupt mit einer Suizidgefährdung zu rechnen wäre. Jener wäre zwar preiswerter als das Medikament, allerdings kostet er Zeit, welche vom Gesundheitssystem nicht (angemessen) honoriert wird. Erschwerend kommt noch hinzu, dass Abrechnungsziffern bei Ärzten „kategorienspezifisch“ verteilt werden, so dass ein Allgemeinarzt z.B. keine Leistungen abrechnen darf, welche ansonsten „nur“ psychologischen und ärztlichen Psychotherapeuten und Neurologen und Psychiatern „zustehen“. Allerdings wird auch jede harmlose „depressive“ Episode - dank solcher Einflussnahmen und mangelhaftem ärztlichem Wissen aus dem Bereich der klinischen Psychologie - gleich als behandlungsbedürftig angesehen.

Nicht nur neue seelische Krankheiten - wie in "Zeit-Wissen" beschrieben, sondern auch andere alltägliche Erscheinungen, wie depressive Verstimmungen, Trennungsfolgen bei Scheidung, Schulleistungsstörungen, Schulangst, ADHS-Verdacht etc. etc. werden zunehmend pathologisiert und mit Psychopharmaka „therapiert“. Die Vorstellung Betroffener bei fachkundigen Psychotherapeuten zur Abklärung, ob es einer Psychotherapie bedarf oder nicht, findet zu selten statt. Bei Kinder- und Jugendlichentherapeuten besteht auch noch das Problem, dass ausreichende Therapeuten gar nicht zur Verfügung stehen.

Mögliche Folgen der Medikalisierung psychischer Belastungen und Erkrankungen:
Im Ergebnis kann dies dann lt. DSM IV (Diagnostisches und Statistisches Manual Psychischer Störungen) wiederum zu sog. „medikamenteninduzierten“ Störungen führen, welche erneut psychotherapeutische Interventionen erforderlich machen…..(Beispiele: G21.1 neuroleptikainduzierter Parkinsonismus, malignes neuroleptisches Syndrom…) ganz abgesehen von weiteren physischen Nebenwirkungen auf Organe und/oder das Herz-Kreislaufsystem.

Nachdem Medikamentenmissbrauch bereits jetzt schon ein Thema – auch außerhalb von Arztpraxen ist – erscheint mir eine breit angelegte, öffentlich wirksame Aufklärung über bekannte und offene Fragen und Probleme eines möglichen Substanzmissbrauches mittels Psychopharmaka unabdingbar. Weiteres Link zum Medikamentenmissbrauch in Managerkreisen: http://www.lukesch.ch/Text99_05.htm

Weiterführende Informationen:
Derzeit werden aktualisierte Nationale Leitlinien für die Diagnose und Therapie von "Depressionen" entwickelt. Die Ergebnisse, welche auch Patienteninformationen ankündigen, sollen in diesem Jahr fertig sein:
http://www.versorgungsleitlinien.de/patienten/depressioninfo

Für Patienten stehen zum Krankheitsbild "Depression" ausführliche Informationen unter "Depression - ein Ratgeber" zur Verfügung.

Studie: Antidepressiva wie Prozac praktisch wirkungslos 26.02.2008
Peter Artmann erklärt in seinem "Medlog" bei Scienceblogs wie die Studie zu verstehen ist.

Depressionen: Ärzte sollen häufiger Depressionen diagnostizieren | ZEIT online :
"Ein Interview mit dem Allgemeinarzt Armin Wiesemann über das Bestreben der Pharmaindustrie, eine Art Rasterfahndung nach Depressionen einzuführen."

Prof. Dr. med. Volker Faust Psychosoziale Gesundheit von Angst bis Zwang Seelische Störungen erkennen, verstehen, verhindern, behandeln
Dort zur Depression

Spiegel-Online: Forscher bezweifeln Wirkung von Prozac ( Christian Stöcker )
Eine neue Studie bringt die Hersteller von Medikamenten gegen Depressionen in Erklärungsnot: In vielen Fällen wirke eine bestimmte Klasse von Stoffen kaum besser als Scheinmedikamente. Dazu gehört auch das Antidepressivum Prozac, das weltweit 40 Millionen Menschen schlucken.
Ärzteblatt:
Donnerstag, 17. Januar 2008
Portland – Studien mit positiven Ergebnissen zu Antidepressiva sind in der Vergangenheit deutlich häufiger in Fachzeitschriften publiziert worden als Negativstudien.

Psychopharmaka - Rettung oder Verhängnis?
Substanzen, die das zentrale Nervensystem beeinflussen und so Wahrnehmung, Stimmung und Verhalten verändern, sind seit Urzeiten bekannt und wurden vor allem zu kultischen und religiösen Zwecken eingesetzt. Seit etwa 50 Jahren werden solche "auf die Seele wirkenden" Stoffe zur Behandlung psychiatrischer Erkrankungen verwendet. Die öffentliche Meinung wechselt zwischen Euphorie und Verdammung - kaum ein anderes Medikament wird so kontrovers und emotional diskutiert.
Psychiatrienetz
Psychiatrienetz - Thema "Psychopharmaka"

Literatur:
Jerome C. Wakefield "The loss of sadness" (How Psychiatry Transformed Normal Sadness into Depressive Disorder (Oxford University Press, 2007)
"Jerome Wakefield joins us in this segment to discuss the trend in clinical psychiatry towards ignoring social causes of behavior in favor of strictly biological frameworks focusing on physical and chemical changes in the brain, and diagnosing disorders based on quantifiable, scientifically reliable measures of symptoms isolated from the patient's social context and value system. "