Samstag, 9. Februar 2008

Hustensaft: wirkungslos und gefährlich

Obwohl es kaum wissenschaftliche Belege zur Wirksamkeit von Hustenmitteln gibt, werden im Jahr 400 Mio. Euro für Hustenmittel ausgegeben, so berichtet Jörg Zittlau in der Welt online: hier

Hintergrund:
Bei Atemwegsinfekten muss sich die Lunge vom Schleim befreien. Der Husten schleudert die Schleimpartikel heraus und hält dadurch die Atemwege frei.

Es gibt Hustenmittel, welche den Hustenreiz dämpfen sollen (z.B. in Fällen eines trockenen Hustens, also ohne Schleimauswurf) und Hustenmittel, welches in den Bronchien festsitzendes Sekret lösen soll. Bislang gibt es lt. Medikamentenforscher allerdings keine relevanten Belege für die Wirksamkeit solcher rezeptfreien Hustenmittel. So lautet auch die Empfehlung, dass man einen Erkältungshusten unbehandelt lässt...

In einer amerikanischen Studie hatte Fencheltee mit Buchweizenhonig eine bessere hustenstillende Wirkung als verabreichte Hustenmittel. (Ob bei diesem Ergebnis die Honigindustrie mitgewirkt hat, ist nicht ganz klar ;-)) Eventuell wirkt ja auch schon Fencheltee oder andere Hustentees........

FAZIT:
Gefährlich können rezeptfreie Hustensäfte für Kinder unter 2 Jahren oder bei besonders empfindlichen Personen werden. Ansonsten dürfte gemäß der aktuellen Forschungslage ein Verzicht auf Hustenmittel vorteilhaft sein:
  • 1. es ist kostengünstiger
  • 2. ohne die Einnahme von Hustenmittel braucht man auch dessen Nebenwirkungen nicht zu fürchten
Und wie so oft muss man feststellen: "further research is needed" (wir brauchen darüber unbedingt mehr Forschungen)

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