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Donnerstag, 26. Juni 2008

Gewichtsprobleme, Jo-Jo-Effekt und das Problem gesunder Ernährung

sind für viele Themen, welche uns immer wieder beschäftigen . Viel vermeintliche Aufklärung, viele Diätversuche, viele Meinungen darüber, was gesund ist und/oder für eine Diät zweckmässig sein soll..... Heute stelle ich Ihnen Teil 2 der Ernährungsserie in ZeitWissen vor. Neben diesem Thema gibt es im Heft 4/2008 interessante Beiträge aus anderen Bereichen, welche ich demnächst in meinen anderen Blogs vorstellen werde.

Bildquelle Pixelio:(c) Mariocopa
Zeit Wissen - Ernährungsserie Teil 2. Die Macht der Matrix

Vitamine, Fett, Kohlenhydrate, Eiweiße etc. Was, wovon, wieviel soll der Mensch essen um gesund und schlank zu bleiben? Dazu gibt es bis heute keine eindeutige Antworten, sondern eine Reihe verschiedener Ansichten, welche im Laufe der Jahre / Jahrzehnte auch einem Wandel unterworfen waren.

So wurde den Konsumenten erzählt, sie sollten die "gute" Margarine essen, da Butter das "schädliche" Fett enthält. Nachdem allerdings Margarinen alles Mögliche beigemischt wird, wird die "böse" Butter wieder "gut"? Dann sollte man wegen des Cholestrinrisikos möglichst wenige Eier essen. Zwischenzeitlich gilt auch das Cholestrin im Ei als nicht so schädlich wie gedacht und Eier sollten zur Senkung des Brustkrebsrisikos nützlich sein.

Und so gegen Jahr für Jahr immer wieder verschiedene Botschaften über Sinn oder Unsinn von Nahrungsempfehlungen durch die Print- und andere Medien und beeinflussen indirekt das Kaufverhalten.

So einfach lassen sich aus wissenschaftlichen Studien keine Nahrungsempfehlungen stricken. "ES IST EIN IRRWEG, Lebensmittel nur als Summe der einzelnen Nährstoffe zu betrachten, (Zeit Wissen 4/2008). So stellte man fest, dass isolierte "wertvolle" Nährstoffen ganz andere Wirkung entfalten, wie wenn sie zusammen mit dem ganzen Lebensmittel verabreicht werden. So lautet die Titelbeschreibung der Ernährungsserie zu Recht: "Die Wissenschaft hat endlich erkannt, dass ein Nahrungsmittel mehr ist als die Summe seiner Einzelteile.

Daher können Gaben von Einzelbestandteilen (Vitamine, Nahrungsergänzungsmittel) unter Umständen mehr schaden als nützen. Hinweise dazu geben Studien. Da hat man uns jahre- bzw. jahrzehntelang erzählt, was wir alles in welchem Umfang benötigen, hat Studien veröffentlicht, wie heilsam diese oder jene Vitamine und Nahrungsbestandteile sein sollen und nun das. Nichts ist mehr, wie es wahr......Zurück zur abwechslungsreichen, ausgewogenen Nahrung, keine Zusatzgaben von Vitaminen und anderen Stoffen, es sei denn man ist krank. Denn so benötigen kranke Menschen ein mehr an Vitamine.Oder Medikamentengaben entziehen dem Körper wichtige Stoffe, welche über normale Nahrungsmittel nicht ausgeglichen werden können.

So weiß man z.B., dass hohe Cortisongaben dazu führen können, dass der Calciumhaushalt aus dem Gleichgewicht gerät und damit nicht Jahre später Osteoperose als Folgeerkrankung auftreten kann ist es sinnvoll durch zusätzliche Calciumgaben einer solchen schädlichen Entwicklung vorzubeugen.

Zwischenzeitlich tendieren Wissenschaftler dazu, anzunehmen, dass z.B. nicht Omegafettsäure gesund ist und eine isolierte Gabe bereits Gesundheitswirkungen entfalte. Jetzt geht man davon aus, dass es die Makrele ist, welche als Gesamtheit mit ihren Omegafettsäuren unserer Gesundheit förderlich ist. So wird Susanne Klaus mit den Worten zitiert: "Ein Stoff, der aus einem Gemüse oder einem Lebensmittel herausgezogen wird, hat oft nicht mehr dieselben positiven Effekte wie in seinem natürlichen Kontext". (Zeit Wissen 4/2008, S. 49)

Das FAZIT des zweiten Teils der Ernährungsserie ist das, was ich seit mehr als 3 Jahren praktiziere. Ich war es leid, ständig eine erfolglose Diät nach der anderen zu versuchen, die JoJo-Kilos auf den Hüften noch weiter anzusammeln. Mein Motto: Nicht das Essen, sondern die "Diäten" machen dick, führten zu einer Ernährungsumstellung und einem "automatischen" Gewichtsverlust von 60 Pfund. Trotz Cortison kann ich mein Gewicht halten, solange ich mich an die Regeln einer naturbelassenen, gesunden Ernährungsweise halte, wie dies auch im Beitrag empfohlen wird.Bildquelle Pixelio: (c) Stephanie Hofschlaeger
Viel Obst und Gemüse, wenig Fast Food - mageres Fleisch, regelmässig Fisch - wenig Fett und Kohlenhydrate. In diesem Satz steckt meine "neue", aber äußerst genussvolle Ernährung. Mein Mann kocht leidenschaftlich gerne, ist in der unglaublich reichhaltigen "Welt der Gewürze und Kräuter" fachkundig und seine Experimente damit, bringen immer wieder neue "Gaumenfreuden" hervor. Ich widme mich der Backkunst und Obstsalaten, die Backwaren vorwiegend aus Vollkorn, welche schneller satt machen und einen totalen Verzicht auf denaturierte Süßigkeiten super leicht machen.....

Heute esse ich weniger, aber mit weitaus mehr Genuß. Ich habe viel mehr Spass am Essen und das führe ich darauf zurück, dass naturbelassene Lebensmittel nicht nur gesünder sind, sondern letztendlich auch weitaus besser schmecken. Allerdings haben wir das "Genießen" und richtige "Schmecken" offenbar verlernt und wir müssen erst wieder lernen, wie eine gute Möhre im Vergleich zu einer weniger aromatischen Möhre schmecken kann. Denn das, was wir als "Geschmack" erleben, ist vieles erlernt.....
Mehr dazu gibt es voraussichtlich in der nächsten Ausgabe von Zeit Wissen, welche ich Ihnen dann vorstellen werde.
Denn über Ernährung wird sehr viel geschrieben - auch viel Unsinn - denkt man z.B. an die vielen Zeitschriften, welche wieder mal 5 Pund in einer Woche als Abnehmziel ankündigen...... Das Geld dafür können Sie sich getrost sparen und etwas sinnvoller investieren, wo sie wirklich einmal "vernünftig" informiert werden.

"Zukunftsmusik" - ein Medikament gegen den Jo-Jo-Effekt?
Wie man den Jojo-Effekt austrickst

Dienstag, 22. April 2008

Bild der Frau Nr. 16 - Jeden Tag 1 Pfund weg: Reis-Blitz-Diät

Das ist eine von vielen Nachrichten, welche wir Woche für Woche in Frauenzeitschriften in knallbunten großen Lettern lesen dürfen. Gleichzeitig wird damit uns unser Dauerleid ständig entgegen gehalten...und Hoffnungen geweckt, welche viele von uns immer wieder aufs Neue enttäuschen.

Ab morgen ist alles anders: Wir verordnen uns eine Diät......

und natürlich "verbieten" wir uns mit großer Selbstverständlichkeit jeden Genuß.
Ja Sie haben recht, hmm..solche Pralinen....schmecken...mhh...schmecken ..... das hat Kalorien...Kalorien....Kalorien... (Sie sehen hier, wie unser Eßgefühl mit dem Eßverstand kollidiert, was der Fachmann dann als "Diätfalle" bezeichnet)
Also, ab damit in den Schrank und ja nicht weich werden.....

Knäckebrot ist angesagt, ohne Margarine oder Butter, Gurkenscheiben soviel man will und kleine Tomätchen. Eine "echte" Diätmahlzeit, na ja, der Geschmack leidet wohl etwas dabei......
Vier Tage schon haben Sie das geschafft? Eisern an jeder Verlockung vorbei und jetzt gehen Sie nervös umher, getrieben vom Heißhunger und getrieben von dem dringenden Bedürfnis etwas zu naschen... Nein, sagt Ihr innerer Schweinehund, Du bist auf Diät.....Doch, sagt Ihr Gefühl, ich will, ich will......Schweinehund sei Du doch still.......
Und so stecken abertausende Deutsche in der "Diätfalle". Viele Frauen und zwischenzeitlich auch immer mehr Männer leben in einer solchen "Dauerdiät". Ein Fangmich-Spiel mit dem inneren Schweinehund und dem verstandeskontrollierten "Ich". Beide wechseln sich ab und immer wieder siegt natürlich - wie soll es auch anders sein - der Lump, der Schweinehund.

Warum sind wir hier ständig zum Scheitern "verurteilt". Warum gibt es einige Wenige, welche es offensichtlich doch schaffen oder geschafft haben, dieses "Tier" zu bezwingen?

Die Macht der Gewohnheit sei für die Ohnmacht der Diät verantwortlich. In der aktuellen Zeit können Sie erfahren, "warum" viele Diäten ins Nichts führen. Dort wird versucht endlich einmal Antworten zu geben, worum sich die Frauenzeitschriften mit ihren Verheißungen immer drücken. Denn wer diese Diäten macht, erreicht selten etwas. In der ZeitWissen kommen Hirnforscher und Ernährungswissenschaftler zu Wort, welche uns erklären, warum wir all die Probleme haben.

Das ist ein erster Schritt weg von den Jo-Jo-Diäten und hin zu einer sinnvollen, genußreichen, dauerhaften Ernährungsumstellung:

Schon als Baby lernen wir, dass Sattwerden etwas mit Zuwendung und Trost zu tun hat. Sogar die Ernährung der Mutter prägt die späteren Vorlieben.
Unsere Ernährungsgewohnheiten bilden sich während der Kindheit noch weiter aus. Da viel gegessen wird, was nicht schlank hält, sondern eher dick macht, schmecken "Dickmacher" am Besten.

Dennoch bleibt dabei die "Genußfähigkeit" auf der Strecke. So schmeckt oft nicht, was gesund ist und die Figur in Form hält. Elterliche Bemühungen, gesundes Essen erst dann anzubieten, wenn Kinder schon aus der "Form" geraten sind, scheitern daher.

Was gesund ist, schmeckt deshalb nicht. Essensvorlieben werden über "Gefühle" gesteuert und Essensvorgaben lösen Widerstände aus. Nicht nur beim Kind:

Auch viele von uns haben Eßgewohnheiten, welche unserer Körperform und unserer Gesundheit oft nicht zuträglich sind. Wenn wir uns auf "Diät" setzen, verlangen wir von uns nur noch reines Vernunfthandeln und dies kann eben nicht gut gehen. Hinzu kommen noch hochgesteckte, unrealistische Abnehmziele, welche uns in den Medien ständig vorgemacht werden.

Dabei ist es zwischenzeitlich eine Binsenweisheit, dass schnelle Gewichtsabnahmen auch wieder zu schnellen Zunahmen führen. Dank Jo-Jo-Effekt geht die nachträgliche Gewichtszunahme oft über das hinaus, was wir vorher an Ausgangsgewicht hatten.

Und so leben viele in einer "lebenslänglichen" Diät, verbunden mit ständigen Schwankungen zwischen genußorientierten Fressattacken und selbstkasteiender Enthaltsamkeit.

Lesen Sie dazu das aufschlussreiche Interview mit Thomas Ellrott aus der ZeitWissen 3/2008:
"Wer sein Essverhalten kontrollieren möchte, scheitert oft. Fressattacken und Selbstkasteiung wechseln einander ab. Weiter zu denken als bis zur nächsten Mahlzeit kann helfen"

Im aktuellen Heft heißt das Titelthema: "Die Macht der Psyche"
In den Folgeheften werden dann neue Forschungsergebnisse über die Werthaltigkeit von Lebensmitteln (4. Juni 2008) und das Erlernen einer notwendigen Tugend "Das Genießen" (13.August 2008) vorgestellt.

In ZeitWissen 3/2008 wird berichtet:
1. Wie bestimmte Essensvorlieben entstehen
2. Männer und Frauen essen anders
3. Wenn Kinder nur Nudeln essen wollen
4. Weg mit der Brechstange - wie Diäten gelingen können

Fotoquellen und weiterführende Links:
1)Foto Pralinen: Pixelio (c) Claudia Hautumm
2)Foto Teller: Pixelio (c) Stihl24