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Donnerstag, 7. April 2011

Mami, wer ist mein Vater? Kuckuckskinder - Mit Fallbeispielen

Hildegard Haas, Claus Waldenmaier (Hg.)
Der Kuckucksfaktor - Raffinierte Frauen? Verheimlichte Kinder? Zweifelnde Väter?
Gennethos Verlag, TB 347 S., ISBN 3-938321-00-8, EUR 39,80Kuckuckskinder werden sie genannt: die verheimlichten und untergeschobenen Folgen eines Seitensprungs, die sich oft erst im Erwachsenenalter auf die Suche nach ihrer biologischen Identität machen. Der Begriff „Kuckucksfaktor“ steht für ein Phänomen, über das nicht nur in Familien und therapeutischen Einrichtungen, sondern seit einigen Jahren auch vermehrt in den Medien rege diskutiert wird. Die Kindesunterschiebung - so die offizielle Bezeichnung - wirft allerdings mehr als nur rechtliche Fragen auf.

Zusammen mit fünf weiteren Autoren nähern sich die Biologin und der Mediziner, die als Vorreiter in der Durchführung der privaten Vaterschaftsanalyse gelten, dem brisanten Thema in einer ganzheitlichen Betrachtung. Neben informativen Streifzügen durch die Geschichte der Vaterschaftslüge, Erklärung der Ursachen auf der Basis evolutionspsychologischer Studien, nützlichen Begriffserläuterungen und juristischen Tipps, werden die Erfahrungen der Wissenschaftler und Therapeuten im Umgang mit den Betroffenen aufgearbeitet. Im Zentrum des Buches stehen fünf in kleine Kurzgeschichten verpackte Fallbeispiele, die die zum Teil dramatischen Konsequenzen einer verheimlichten Vaterschaft veranschaulichen und den geschätzten 10 Prozent Kuckuckskindern in Deutschland ein Gesicht geben. Die kritische Auseinandersetzung mit der Häufigkeit von Kuckuckskindern als auch die Frage nach der Triebfeder ihres Entstehens und den psychologischen und rechtlichen Folgen (Kuckucksfaktor) sind das Kernthema dieses Buches.
 
Aus einer Buchbesprechung von Maja Roedenbeck: "Hier wird höchste Konzentration beim Lesen und ein tiefgehendes Interesse an den gesellschaftlichen, biologischen und psychologischen Hintergründen des Phänomens „Kuckuckskinder“ vorausgesetzt. Da die Herausgeber Experten für genetische Diagnostik sind, gehen sie (und ihre Co-Autoren) äußerst akribisch und in einem akademischen Ton an die Aufgabe heran, dem Laien die wissenschaftlichen Erkenntnisse rund um die Kindesunterschiebung verständlich zu machen ..."

Maja Roedenbeck
Kuckuckskinder - Schwanger! Aber nicht vom Partner
Nicht wissen, von welchem Mann das Kind ist, ist nicht nur für die werdende Mutter ein großes Dilemma. Auch die vermeintlichen Väter und die Kinder können sich früher oder später in einer verzweifelten Lage befinden. Maja Roedenbeck mit einem Plädoyer für die Flucht nach vorn ...

Dienstag, 20. Oktober 2009

Zur Medikalisierung psychischen Leidens

Jurk, Charlotte
Der niedergeschlagene Mensch - Depression. Geschichte und gesellschaftliche Bedeutung einer Diagnose
Verlag Westfälisches Dampfboot 2008, 215 S., ISBN: 978-3-89691-751-5, € 24,90
Sigmund Freud beschrieb zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch die Melancholie. Heute scheint sie so gut wie verschwunden. Stattdessen hat die Diagnose Depression eine bemerkenswerte "Karriere" gemacht. Alle Welt ist sich schnell einig, sie zur Volkskrankheit zu erklären und eine breite Behandlungsdürftigkeit vieler für eine Aufgabe notwendiger Selbstsorge zu halten. Die neue Niedergeschlagenheit wird zur massenhaften Stoffwechselstörung, der chemisch-medikamentös zu Leibe gerückt werden soll. Charlotte Jurk kehrt diese Selbstverständlichkeiten, die sich unwidersprochen durchgesetzt haben, gegen den Strich. Wie kommt es zu dieser Medikalisierung und was ist das Menschenbild einer Gesellschaft, die Depression als „Preis für den Fortschritt“ hinnimmt? Ihr Buch arbeitet heraus: Der psychiatrisch behandlungsbedürftige Mensch passt in eine Zeit, in der die Bewertung psychischer Qualität zu einem entscheidenden Merkmal sozialer Zugehörigkeit geworden ist. Das Leiden an den sozialen Verwerfungen der Moderne wird in der Depressionsdiagnose zum individuellen Versagen uminterpretiert.
Eine Empfehlung (Auszug): " ... Jurk hinterfragt die aktuelle Medikalisierung psychischen Leidens generell, sowie das Menschenbild einer Gesellschaft, die Depression als "Preis für den Fortschritt" hinnimmt. Lesenswert! ... " Zur Empfehlung und zu einer Fülle weiterer Literaturhinweise

Samstag, 10. Oktober 2009

Doping des Geistes

Jörg Auf dem Hövel
Pillen für den besseren Menschen - Wie Psychopharmaka, Drogen und Biotechnologie den Menschen der Zukunft formen (Telepolis)
dpunkt Verlag 2008, 180 S., brosch., ISBN 978-3-936931-44-0, 18,00 Euro (D), 18,60 Euro (A), 32 sFr
Der Mensch der nahen Zukunft wird durch zwei wissenschaftliche Entwicklungen verändert werden: Das Doping des Geistes und die Biotechnologie. 2003 geriet der Pharma-Konzern Eli Lilly unter Druck, weil er Gratisproben des Antidepressivums Prozac per Post an Privathaushalte versandt hatte. 2004 gab das britische Verteidigungsministerium zu, über 24.000 Tabletten mit dem Wirkstoff Modafinil eingekauft zu haben. Modafinil hält nicht nur wach, die Substanz gilt als >>cognitive enhancer<<, soll also die Kapazität des Gehirns steigern. Die Frage ist: Was leistet die Wissenschaft im Bereich des Gehirndopings? Die Vergabe des amphetaminähnlichen Ritalin an Kinder, denen das Aufmerksamkeitsstörungs-Syndrom attestiert wird, zeigt die Schwierigkeiten, mit Wirkung, Nebenwirkung und sozialer Gesamtwirkung eines Medikaments umzugehen. Am anderen Ende der Alterslinie steht der geistige Abbau, der ebenfalls mit Neuro-Enhancement gestoppt werden soll. Die Phänomene der hyperkognitiven Kultur sind auch immer ökonomische. Die Marktwirtschaft wird zuküntig noch mehr Produkte liefern, die Hirn- und Körpervorgänge modifizieren. Hier muss eine Bestandsaufnahme ansetzen: Was leisten Medikamente schon jetzt, woran arbeitet die Industrie für die Zukunft und was bedeutet das für die Gesellschaft? Zielgruppe: * Gesellschaftspolitisch Interessierte; * Medikamentennutzer - Inhaltsverzeichnis (pdf) - Kapitel 6 (pdf) - Kapitel 7 (pdf)

Heise-Medien (Auszug): " ... Der aktuelle Telepolis-Band zeigt die neuronalen Grundlagen des Gedächtnisses sowie die Potenziale der pharmazeutischen Beeinflussung auf und analysiert die individuellen sowie sozialen Folgen des Psychopharmaka-Gebrauchs. Dabei werden insbesondere die sogenannten "cognitive enhancer", eine vermeintlich neue Klasse von Arzneimitteln, die als "Doping für den Geist" diskutiert werden, einer kritisch-praktischen Betrachtung unterzogen ... " - Weiterlesen auf Heise-Medien

Monika Armand in ihrem "AHMAZ-Alles hängt mit allem zusammen"-Blog: Neuro-Enhancement: die Gefahr kommt inkognito
Ein Geheimagent der Better-living-thru-chemistry reist ein: In seinem Koffer trägt er für jede Gelegenheit die passenden Reisepässe: "Donepezil, Dihydroergotoxin, Ergoloid, Tryptophan,Clonidin,Fluoxetin u.v.m." Er kann sie modifizieren, so wie er es braucht und er verspricht: "Ich bringe euch das große Glück". Leider steht in den kleingedruckten AGB's: "Die Kosten und Folgen trägt jeder selbst" ...
Im Memorandum von sieben führenden Experten ( PDF-Datei) werden die AGB's des Geheimagenten kurz gestreift ...
Dabei finden sich wichtige Aspekte für die Diskussion um das Neuro-Enhancement nur ansatzweise im Memorandum auf Seite 3:
1. Die Widernatürlichkeit des Neuro-Enhancements
2. Der Eingriff in die Neurobiologie des Gehirns
Obwohl gerade Punkt 2: "Eingriff in die Neurobiologie des Gehirns" zahlreiche Fragen aufwirft, wie z.B. bekannte Nebenwirkungen, unbekannte oder individuelle Nebenwirkungen, Langzeitnebenwirkungen, mögliche dauerhafte Veränderungen der Neurobiologie des Gehirns, Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten etc., behandeln die Autoren diesen zentralen Aspekt nebenbei und mit einer beunruhigend anmutenden Sorglosigkeit: "Ein anderer Standardeinwand gegen Neuro-Enhancement zielt auf die neurobiologische Eingriffsebene von NE, die gegenüber der Ebene kommunikativer Einwirkungen (etwa Coaching) als minderwertig verstanden wird: Pillen für neuronale Stoffwechselprozesse - Gespräche und Argumente für den Geist. Aber die funktional-dualistische Prämisse dieser Auffassung ist heute nicht mehr tragfähig." (G&G 11/2009 - Zitat Seite 3)
Die Tatsache, dass neben Philosophen und Juristen auch Mediziner das Wort ergriffen haben und nur marginal die Frage nach etwaigen Gefahren des Neuro-Enhancements erwähnen, kommt nicht von ungefähr. Die Pharmakologie, die Pharmakodynamik (= Lehre über die Wirkung von Arzneistoffen im Organismus) und die Pharmakokinetik (Die Pharmakokinetik beschreibt die Gesamtheit aller Prozesse, denen ein Arzneistoff im Körper unterliegt), sowie die Pharmazeutische Chemie (Die pharmazeutische Chemie ist das Spezialgebiet der Pharmazie, das sich mit den chemischen Eigenschaften von Arzneimitteln im weitesten Sinne beschäftigt) sind nur selten ein "Steckenpferd" von Medizinstudenten. Ein Blick in medizinische Foren zeigt, welch Ächzen und Stöhnen durch die Reihen zieht, wenn es im Physikum um Teile aus diesen Fachbereichen geht. Insofern ist es nicht verwunderlich, wenn Medikamentenneben- und - wechselwirkungen auf die leichte Schulter genommen werden ... Weiterlesen im AHMAZ-Blog

Montag, 20. Juli 2009

Psychopharmaka - Nutzen und Risiken in der psychologischen Psychotherapie

Thomas Köhler
Pharmakotherapie in der Psychotherapie - Ein Kompendium für Psychologen und psychologische Psychotherapeuten
Pabst Science Publishers 2009, 192 Seiten, ISBN 978-3-89967-500-9, 20,- Euro
Der Band bietet eine kurze Einführung in die Psychopharmakologie für Psychologen und psychologische Psychotherapeuten. Die wichtigsten Psychopharmaka, ihre Wirkweisen und Indikationen werden so dargestellt, daß die Lektüre auch ohne spezielle Vorkenntnisse (etwa medizinischer Art) informativ sein sollte. Ziel ist es, eine ungefähre Vorstellung zu geben, was die Medikamente bewirken, wo sie angreifen, bei welchen Störungen sie eingesetzt werden und auch, mit welchen Nebenwirkungen eventuell zu rechnen ist. Um dies zu leisten, schien eine kurze Einführung in die Symptomatik der einzelnen Störungen und eine Skizzierung ihrer biologischen Grundlagen zweckmäßig.
openPR-Mitteilung: Psychopharmaka - Nutzen und Risiken in der psychologischen Psychotherapie: Wirkungen und Nebenwirkungen von Psychopharmaka werden häufig falsch eingeschätzt oder ignoriert - auch in der Psychotherapie. Vor diesem Hintergrund listet der Arzt und Psychologe Professor Dr. Dr. Thomas Köhler (Universität Hamburg) Nutzen und Risiken aller Präparate auf. Detailliert erläutert er aktuelle Entwicklungen von Missbrauch und Abhängigkeit.
Bei kindlichem ADHS wird häufig die stimulierende Substanz Methylphenidat (z.B. Ritalin) verordnet - und kann grundsätzlich zur Abhängigkeit führen; "dies scheint aber in der pädiatrischen Praxis keine allzu bedeutende Rolle zu spielen. Größer ist eher die Gefahr, dass Erwachsene wegen der euphorisierenden und leistungssteigernden Wirkung sich an den Medikamenten ihrer Kinder bedienen", schreibt Köhler.
Beim Parkinsonsyndrom sind häufig euphorisierende Anticholinergika (z.B. Akineton) angezeigt - und werden in vielen Fällen überdosiert eingenommen. "Akineton soll auch eine gewisse Rolle auf dem Drogenmarkt spielen."
"Gier nach der Substanz sowie unkontrollierter Konsum können zweifellos bei Benzodiazepinen gegeben sein; zwar euphorisieren sie kaum direkt, weisen aber ausgeprägte angstlösende und sedierende Wirkungen auf; insofern ist es nicht weiter verwunderlich, dass sie häufig in anderen als den verordneten Mengen oder zu anderen als den festgelegten Zeitpunkten genommen werden." - openPR

Freitag, 20. Februar 2009

Perfide Pharmawerbung in Blogs und Foren

"Die Initiative Nachrichtenaufklärung wurde im Mai 1997 von Professor Peter Ludes in Siegen gegründet. Zu dem Gründerteam und zu der ersten Jury gehörten Imme de Haen, Ingrid Kolb, Professor Ulrich Saxer, Georg Schütte und Dr. Hermann Meyn. Ziel der Initiative Nachrichtenaufklärung ist es, wichtige Nachrichten und Themen (hauptsächlich aus dem deutschsprachigen Raum), die in den Medien nicht genügend berücksichtigt wurden, stärker in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu bringen ..."

Eines dieser 2008 in den Medien nicht genügend berücksichtigten Themen bezieht sich auf die Unterwanderung von Patientenblogs und -foren durch die Pharmaindistrie: "PR-Mitarbeiter melden sich dort als Betroffene an und berichten von ihren guten Erfahrungen mit den Medikamenten ihrer Auftraggeber. Für echte Patienten ist dies nicht transparent. Obwohl das Sponsoring von Selbsthilfegruppen vor einigen Jahren Medienthema war, wird diese neue Dimension von schmutzigem Marketing nicht thematisiert." Mehr dazu auf 'Nachrichtenaufklärung'

Mittwoch, 18. Februar 2009

Sterben: todernst oder mit einem Sterbenden lachen?

Pakhi (Elke Powels)
Ästhetisches Sterben - mit Lachen und Meditation. Ein Buch für Sterbende und Sterbebegleiter
272 S., TB, 15 Bilder, 8 Illustrationen, ISBN 978-3-86582-475-2, 16,80 EUR
In diesem Buch geht es um leichtes, glückliches Sterben. Was hält uns Menschen davon ab, ästhetisch zu sterben? Die Autorin beschreibt die Gründe und zeigt, wie entscheidend Individualität das Leben und den Tod beeinflusst. Sie beschreibt ausführlich die einzelnen Sterbephasen, und berichtet von Erfahrungen mit Sterbenden, die sie während ihrer Arbeit als Altenpflegerin beobachtet hat. Einfühlsam geht sie auf Themen wie Liebe, Lachen und Meditation ein, auf Himmel und Hölle, Zenmeister und deren Lächeln, Begräbnis oder Verbrennung und Totenfeier. Außerdem sind in dem Buch viele hilfreiche Hinweise für den begleitenden Freund eines Sterbenden zu finden. Das ganze Buch ist durchzogen von Witzen und Haikus, die den Text wunderbar leicht und ansprechend machen. Die Autorin bleibt bei ihren eigenen Erfahrungen und gibt viele praktische Hinweise, für die Sterbebegleitung und den Sterbenden selbst. Dieses Buch ist nicht nur interessant für Menschen, deren Tod bevorsteht. In gewisser Weise sind wir alle Sterbende, es mag eine Frage der Zeit sein, wann uns der Tod begegnet. Jeder von uns muss sich ihm stellen - warum nicht in einer so fröhlichen, unbeschwerten und schönen Weise, wie es dieses Buch vorschlägt?

Leseprobe: Körperliche Bedürfnisse von Sterbenden
Wärme: Ein Sterbender hat ein starkes Wärmebedürfnis. Man könnte sagen, ihm ist immer kalt. Das hängt auch damit zusammen, dass sich die Energien nach innen zusammenziehen. Daher kann es schön sein, ihm ein Bettjäckchen und Wollsocken anzuziehen, oder einen warmen Schlafanzug, der auch die Arme bedeckt. Manchmal können Sie ihm auch ein Heizkissen, eine Wärmflasche oder ein Kirschkernkissen ins Bett legen, so dass ihm wärmer ist.

Schmerzfreiheit: Sterbende haben oft Schmerzen. Meiner Meinung nach ist das heutzutage nicht mehr notwendig, es gibt gute Schmerzmittel, die rundum wirken, ohne das Bewusstsein zu trüben. Ihr Hausarzt kennt sie sicherlich. Manchmal muss man ein wenig nachhaken, denn die Ärzte sind gelegentlich etwas zurückhaltend beim Verschreiben solcher Medikamente. Ich würde sie viel eher einsetzen, als es üblich ist. Meine Mutter hatte das Glück, in einem Hospiz aufgenommen zu werden, in dem sie mit einem morphinähnlichem Präparat versorgt wurde. Dies hatte den guten Effekt, neben Schmerzlinderung auch noch stimmungsaufhellend zu wirken. Bei meiner Mutter war das eine wunderbare Sache – es kann sein, dass es bei anderen Individuen störend ist – ich jedoch bin ein Befürworter für eine sofortige Schmerzlinderung. Schmerzen können zwar eine Brücke für Bewusstheit sein, doch dazu muss man Erfahrung in Meditation haben. Hat man sie nicht, würde ich jeden Sterbenden sofort mit Schmerzmitteln versorgen.
Auch bei motorischer Unruhe und Ängsten würde ich bei Sterbenden, die keine Erfahrung mit Meditation haben, zu ihrer Beruhigung Medikamente einsetzen. Es gibt keinen Grund, den Körper im Sterben leiden zu lassen.

Ein befeuchteter Mund: Bieten Sie dem Sterbenden öfters zu trinken an. Wenn der Mund trocken ist, sollten Sie ihn alle 10 Minuten befeuchten. Sie können dazu dickere Wattestäbchen in Tee tauchen, oder ein Stück Leinen anfeuchten und den Mund damit auswischen. Es gibt auch künstliche Speichel, die man dem Sterbenden in den Mund sprüht, die sehr hilfreich sind.
Manchmal bildet sich eine raue, borkige Schicht auf der Zunge, die ist mit etwas Butter und einer Zahnbürste zu entfernen.

Hygiene, Sauberkeit: Ein Grundbedürfnis von uns Menschen und auch von einem Sterbenden ist die Sauberkeit. In der Pflege gibt es unterschiedliche Waschungen, eine anregende und eine beruhigende. Bei Ihrem Freund sollten Sie beruhigend waschen, das bedeutet, das Wasser ist warm und die Waschbewegungen gehen mit der Haarwuchsrichtung gehen. Also zum Beispiel an den Armen von der Schulter zur Hand hin, bei den Füßen entsprechend und am Rücken auch von oben nach unten gehend. Die Bewegungen sollten ruhig ausgeführt werden. Als Waschzusatz kann man beruhigende Düfte zusetzen, wie Lavendel-, Sandel- oder Rosenholz- und Rosenöl.
Für den Intimbereich verwendet man Einlagen und Klebehosen. Unnötiges Herumdrehen bei der Intimpflege sollte man vermeiden. Eine sorgsame und aufmerksame Art des Pflegens wäre wünschenswert. Am besten pflegt man einen Sterbenden zu zweit, um Belastungen für ihn zu vermeiden. So kann man die Anstrengung der Pflege für ihn auf ein Minimum herabsetzen.

Wenig Nahrung: Ein Sterbender isst meist nichts mehr. Oder, wenn er überhaupt isst, dann nur bestimmte Dinge. Meine Mutter aß ein halbes Jahr nur ein bisschen Kuchen am Tag, sonst nichts mehr. Und das hat genügt, um sie noch lange leben zu lassen. Zwingen Sie keinen Sterbenden zu essen oder zu trinken. Es ist seine Entscheidung, und es ist eine gute Entscheidung. Es gibt keinen Grund, in Sorge zu sein, weil jemand nichts mehr essen will. Es heißt einfach, dass der Körper nichts weiteres mehr aufnehmen möchte und das kann man als ein Zeichen sehen, dass der Sterbeprozess, der Loslassprozess, begonnen hat.

Vegetarisches Essen: Ernährung mit Fleisch würde den Körper eines Sterbenden zu schwer machen. Vegetarisches Essen bringt Leichtigkeit mit sich, die dem Gesamtzustand des Sterbenden entgegenkommt. Diese Leichtigkeit halte ich für so wichtig, dass ich sie den Nährstoffen des Fleisches vorziehe. Falls der Sterbende sich jedoch sehr kalt fühlt, würde ich ihm als Ausnahme Hühnerbrühe geben, wenn er möchte. Sie hat eine sehr beruhigende und wärmende Auswirkung auf jeden Kranken.
Die meisten alten Menschen haben sich an Fleisch gewöhnt. In den Altenheimen wird sehr viel fleischhaltige Nahrung ausgegeben. Ich halte dies für einen sterbenden Menschen für unangemessen, selbst wenn er sein Leben lang Fleisch gegessen hatte.
Eine vegetarische Kost kann ebenso viele Vitamine, Mineralien und Proteine beinhalten wie eine nicht vegetarische Kost, die notwendigen Proteine könnten zum Beispiel mit Eiern abgedeckt werden. Die vegetarische Kost hat einen großen Vorteil: Es ist ein ästhetisches Essen. Der sonst so dichte Körper wandelt sich nach einer kurzen Umstellungsphase in eine Schwerelosigkeit, die besonders für einen Sterbenden sehr hilfreich ist.

Nonverbale Kommunikation: Wenn Sie die Wahl haben, dann fördern Sie lieber die nonverbale Kommunikation als die verbale. Ein Sterbender geht weg aus dieser Welt und wird sehr subtil, so dass es besser ist, mit ihm auch in dieser Weise zu kommunizieren. Er hat so feine Antennen, dass er von Ihnen viel mehr wahrnimmt, als Sie es glauben. Wenn Sie bei ihm sind, dann lassen Sie einfach nur Ihre Liebe und Freude fließen und er wird es verstehen. Wenn Sie ihm das Essen reichen, dann sprechen Sie nur wenig, geben Sie es ihm in ästhetischer Weise, so wie er es will. Zeigen Sie ihm, dass Sie ihn aufmerksam waschen und pflegen wollen, verwenden Sie nur wenig Worte dafür. Vermitteln Sie ihm alles, was Sie mit ihm tun, durch Ihr bewusstes Handeln. Ihre eigene Aufmerksamkeit ist wichtiger als alle Worte. Er geht auf seine Reise nach innen und das oberste Gebot sollte sein, ihn nicht zu stören.

Umlagerungen: Um ein Druckgeschwür zu vermeiden, muss der Sterbende umgelagert werden. Dies sollte möglichst ohne unnötige Belastung für den Sterbenden vor sich gehen. Es ist daher wichtig, in bestimmten Abständen umzulagern, meist geht man von 2 Stunden aus, doch das ist individuell verschieden. Ihr Freund liegt die ganze Zeit unbewegt auf einer Stelle und daher muss er in einem bestimmten Zeitraum wieder entlastet werden. Man kann durch sorgfältiges Beobachten Stellungen finden, die ihn mehr entspannen als andere. Wenn der Körper entspannt ist, dann ist das angenehmer für ihn. - Webseiten zum Buch mit vielen weiteren Hinweisen

Freitag, 13. Februar 2009

Umfrageergebnisse "Psychiatrie"

Umfrage des Blogs Seelische Gesundheit
(Rostock/bsg). Bei einer Umfrage unter bis zu 237 Teilnehmern zum Thema Psychiatrie stuften 63 Prozent den auf dem Weltkongress für Sozialpsychiatrie in Hamburg 1994 eröffneten «Trialog» als «das war längst fällig» ein. Damit ist der Austausch zwischen psychiatrisch Tätigen, Patienten und Angehörigen gemeint. Fast 16 Prozent bemängelten jedoch, dass dieser Informationsaustausch bei der Planung psychiatrischer Angebote keine Rolle spielt. Eine gesetzliche Bürgerbeteiligung gibt es also nicht. Der Aussage: «Der Trialog erreicht nicht die Öffentlichkeit», stimmten 16 Prozent der Befragten zu. Keine Meinung hatten 5 Prozent ... Das ist das Ergebnis einer der insgesamt 5 Fragen. Die Auswertung der anderen Fragen finden Sie im Blog Seelische Gesundheit

Samstag, 12. Juli 2008

Stiftung Patientenkompetenz

Annette Bopp, Delia Nagel, Gerd Nagel
Was kann ich selbst für mich tun?
- Patientenkompetenz in der modernen Medizin

Viele Patienten fragen: »Was kann ich selbst für mich tun?« Die lapidare Antwort: »Sie können gar nichts tun – leben Sie so weiter wie bisher!« wird von ihnen heute nicht mehr akzeptiert. Und so machen sie sich, häufig auf sich allein gestellt, auf die Suche nach dem eigenen Weg, um die persönlichen Quellen der Kraft für die Überwältigung der Krankheit zu erschließen. Die Patienten fragen nach Mitteln und Methoden aus der Komplementärmedizin, die wichtige Helfer sind auf diesem Weg. Sie suchen Orientierungshilfen und Ärzte, die sie als kompetente Patienten respektieren, unterstützen und fördern. Dieses Buch soll zeigen, wie wichtig diese Kompetenz von Patienten für sich selbst, aber auch für die moderne Medizin ist. Daß sie sich nicht gegen die Schulmedizin richtet, sondern diese ergänzt um Behandlungskonzepte, die sich aus der komplementären Wirklichkeit des Patienten ableiten. Und damit ergibt sich auch ein neues Verständnis von Komplementärmedizin. Sie wird immer mehr zum notwendigen Bestandteil der modernen, auf Wille und Wohl des individuellen Patienten ausgerichteten Medizin. Kompetente Patienten haben sich in den letzten Jahren eine eigene Patientenkultur, mit einer eigenen Sprache und mit eigenen Formen der Kommunikation geschaffen. Dieses Buch beschreibt die Dimensionen dieser Patientenkultur als eine starke normative Kraft im zukünftigen Gesundheitswesen.
Kompetenz: cum = mit, zusammen - petere = ein Ziel anstreben
Ein kompetenter Patient sein heisst fähig zu sein, mit und trotz der Erkrankung ein möglichst normales Leben zu führen ... Patientenkompetenz äussert sich darin, wie sich ein Patient zu seiner Krankheit stellt und wie er seine körperlichen, geistigen und seelischen Kräfte optimal in den Heilungsprozess einbringt. Denn diese individuellen Kräfte sind ebenso wichtig wie medizinische Eingriffe von aussen.
Wir setzen uns dafür ein, dass ...
• ... Patienten sich bei der Bewältigung ihrer Krankheit kompetent und aktiv mit einbringen können und dürfen.
• ... die individuellen Fähigkeiten von Patienten, die eine Heilung unterstützen können, gezielt gefördert werden.
• ... die Bedürfnisse von Patienten und ihren Angehörigen in allen Phasen der Erkrankung noch besser wahrgenommen werden.
• ... die Forschung die Bedeutung des persönlichen Einsatzes von kompetenten Patienten für Krankheitsverlauf und Lebensqualität noch besser aufklärt ... Stiftung Patientenkompetenz

Psychopharmaka absetzen

Antidepressiva-Forum Deutschland (zum Buchhinweis in diesem Blog: Psychopharmaka absetzen)
"Wir haben dieses Forum eingerichtet, um Menschen zu helfen, die unter Nebenwirkungen oder Absetzsymptomen durch moderne Antidepressiva leiden und diese absetzen wollen. Wir bestreiten nicht, dass moderne Antidepressiva auch einigen Menschen helfen können - aufgrund unserer eigenen Erfahrungen, der überwältigenden Anzahl von Menschen die ähnliche Probleme haben, und dem aktuellen Stand der Wissenschaft sind wir aber der Meinung, dass die heute gängige millionenfache Verschreibung von SSRI und anderen Antidepressiva nicht zu rechtfertigen ist. Das ADFD ist zwar nicht prinzipiell gegen die Verabreichung von Medikamenten bei psychischen Problemen - Patienten sollten aber die Gelegenheit haben, eine informierte Entscheidung zu treffen. Die bisherige Informationslandschaft im deutschsprachigen Raum ist diesbezüglich sehr einseitig und der Austausch über Probleme mit Antidepressiva wird in den meisten anderen Foren sanktioniert. Mehr dazu im Beitrag Über "Das Antidepressiva Forum Deutschland". Das ADFD ist ein notwendiges Gegengewicht zu der - unserer Ansicht nach - zu positiven Berichterstattung über moderne Antidepressiva. Hilfen zum schonenden Absetzen von Antidepressiva sind in unserem "Infopaket zum Absetzen von Antidepressiva" zusammengefasst. Weitere Infos und Hintergründe zur Problematik sind in der "Kategorie Hintergrundinformationen" zu finden.
Antidepressiva Forum

Samstag, 17. Mai 2008

Wie die Pharmalobby gegen ihre Kunden arbeitet

Bildquelle Pixelio: (c) berwis
...wenn es darum geht, ein deutlich günstigeres Medikament zur Behandlung der altersbedingten Makuladegeneration einzusetzen.

Hintergrund ausführlich hier:
Ein teures Medikament gegen Altersblindheit verursacht Streit: Es gibt eine günstige Alternative, aber deren Einsatz will der Hersteller nicht zulassen.

Immerhin zeigt der Bericht, dass manchmal, wenn es ums Sparen geht, sogar die Politik unbürokratisch handeln kann. Leider nicht immer. Die rein betriebswirtschaftlich orientierten Medikamentenzulassungen und -zuzahlungen gehen nur in diesem Falle zu Gunsten der (chronisch) Kranken.

Halt - eigentlich stimmt das ja auch nicht - denn, die offiziell zugelassene Behandlung kostet 1.500 €, die nicht zugelassene, ungesetzliche Behandlung kostet 50€. Für die Behandlung selbst werden nur 450€ bezahlt. Das heißt, eine offiziell zugelassene Behandlung der Erkrankung ist zur Zeit gar nicht vorgesehen!!!
Die ungesetzliche schon. Wenn man Sparen kann, dann ist der Regierung das Gesetz egal: Ärzte dürfen also die ungesetzliche Behandlung vornehmen und das besonders Reizvolle dabei: mit dem "genehmigten" Gesetzesbruch hat ein Arzt einen hübschen "Nebenverdienst". Eine verkehrte Welt......und wehe, Ärzte würden in anderen Bereichen gesetzeswidrig handeln....es gibt kein "Recht" im "Unrecht".........

In der Regel ist es so, dass kaum noch ein Arzt entscheiden kann, ob das verschriebene Medikament individuell angemessen wirksam ist und gleichsam gut vertragen wird. Nein, es sind die rein betriebswirtschaftlich orientierten Berechnungen (ohne Berücksichtigung individueller Verträglichkeiten und Nebenwirkungen, bzw. u.U. etwaiger Einschränkungen der Lebensqualität durch eine "preisgünstigere" Behandlung) welche die ärztlichen Verschreibungsmöglichkeiten diktieren.

Nur eines wundert: Nun wird auf diese Weise schon seit einigen Jahren betriebswirtschaftlich gerechnet und vorgeschrieben. Dennoch steigen die Gesundheitskosten unaufhaltsam. Eben weil nicht der Patient von einem Arzt, sondern die Ärzte von "Betriebswirtschaftlern" behandelt werden. Es ist schwer zu verstehen, dass sich Ärzte solche Vorschriften machen lassen, sich ihre Entscheidungskompetenzen bezüglich Behandlungsmethoden einfach wegnehmen lassen. Dabei unterstützten die ärztlichen Selbstverwaltungen (Kassenärztliche Vereinigungen) bislang diese Konzeption und setzten ihre eigenen Mitglieder unter großen Druck, wenn sie mehr verordneten als der Durchschnitt.

Ich werde im nächsten Beitrag etwas genauer auf diesen Aspekt eingehen. Denn diese "Politik" der ärztlichen Selbstverwaltung hat mit dazu beigetragen, dass die Patientenversorgung zunehmend schlechter geworden ist.......

Montag, 21. April 2008

Knoblauch-Pillen nichts für HIV-Erkrankte

Bildquelle Pixelio (c) Stihl024
HIV-Erkrankte erhalten ein Medikament, welche mit Knoblauch-Pillen eine Wechselwirkung entfalten.

Nun müssen die Hersteller auf diese Gefahren hinweisen, was wohl nur sehr zögerlich geschieht. Mehr hier: http://newsletter.doccheck.com/generator/1078/6216/xhtml

Freitag, 11. April 2008

Neu: Asthma-Behandlung zukünftig mit Betablocker?

Glaubt man den Aussagen und Versuchen von Richard Bond, werden Asthmatiker zukünftig mit Betablockern behandelt und die bronchiale Hyperreagibilität (Übererregbarkeit der Bronchien), welche neben einer dauerhaften Entzündungsbereitschaft Auslöser von Asthmaanfällen und eingeschränkter Leistungsfähigkeit sind, wird zurückgehen.

Normalerweise lösen Betablocker eher Atemdepressionen aus und führen zu verstärkter Atemnot. Dies müssten Erkrankte zunächst in Kauf nehmen, um danach von der "Wirkung" profitieren zu können.
Bewiesen werden die Effekte mit eindrucksvollen Fotos, wobei ich das Foto einer mit Betamimetika behandelten Maus irritierend finde. Optisch zumindest entsteht der Eindruck, als würde eine solche Behandlung so gut wie keine Effekte auslösen. Allerdings lässt sich eine Überreagierbarkeit der Bronchien natürlich auch nicht fotografisch festhalten. Beeindruckend erscheinen die Effekte nach Behandlung mit Beta-Blockern:
Das Bild oben links zeigt die bronchiale Schleimhaut einer gesunden Maus. Rechts daneben die Schleimhaut einer an Asthma erkrankten Maus.
Links unten die Schleimhaut einer mit Betamimetika behandelten Maus und rechts daneben, die fast gesund (siehe Bild links oben) erscheinende Schleimhaut der mit Beta-Blockern behandelten Maus.

In Menschenversuchen war der Einsatz von Beta-Blockern wohl bereits erfolgreich. Es bleibt nun abzuwarten, ob die gewonnenen Erkenntnisse erfolgreich repliziert werden können.

Angesichts der in den Bildern gezeigten "Erfolge" könnte dies dann durchaus ein großer Fortschritt in der Asthmatherapie sein.

Probleme:
1. Das in den Versuchen verwendete Nadolol (Betablocker) ist in Deutschland nicht gebräuchlich. Die rote Liste hat zu diesem Wirkstoff keinen einzigen Eintrag.

2. Betablocker ist ein Sammelbegriff und umfasst eine Medikamentengruppe mit unterschiedlichem Wirkungsspektrum und entsprechend verschiedenen individuellen Reaktionen.

3. Da Beta-Blocker eine blutdrucksenkende Wirkung entfalten, bleibt allerdings die Frage, mit welchen Nebenwirkungen Asthmatiker rechnen müssen, wenn sie zu normalen bis niedrigem Blutdruck neigen. Ist hier nicht die Gefahr gegeben, dass der Blutdruck zu stark abgesenkt wird und die Betroffenen ggf. kollabieren?

Was sagen hier unsere deutschen Lungenfachärzte dazu? Sobald ich Stellungnahmen finde, werde ich darüber berichten. Noch schöner wäre es, wenn ein Arzt sein Kommentar unten anfügen könnte ;-)

Quellen:

Bildquellen

Durchatmen nach Durststrecke:
Betablocker verschlimmern zwar zuerst Asthma-Symptome, verbessern aber später das Befinden
Eine neue Asthmatherapie zahlt sich durch einen paradoxen Behandlungsverlauf aus: Sie verschlimmert zunächst die Atemwegsbeschwerden, bis sie nach etwa vier Wochen zu einer dauerhaften Linderung der Symptome führt. Weiter hierDurchatmen nach Durststrecke

Bericht zur Originalstudie in englischer Sprache

Donnerstag, 10. April 2008

Nebenwirkung: Tod - Die tödlichen Folgen von Medikamenten

Oft wird vergessen, dass Medikamente nicht nur Wirkungen, sondern auch Nebenwirkungen entfalten. Aus eigener Erfahrung, weiß ich, dass Antibiotika und andere Medikamente z.B. Magen- und Darmbeschwerden auslösen können. Und ich habe durchaus auch Ärzte angetroffen, welche diese Medikamentenfolgen nicht akzeptieren wollten und die Beschwerden meiner "Einbildungskraft" zuschrieben. Und natürlich gibt es auch andere, welche durchaus die Beschwerden ernst nahmen und sich dessen bewusst sind, dass Medikamente sowohl Wirkung, als auch Nebenwirkungen entfalten.

Nun gibt es eine schwedische Studie, welche untersucht hat, wie viele Todesfälle auf Nebenwirkungen von Medikamenten zurückzuführen sind.Ausführlich wird bei DocCheck darüber berichtet.

FAZIT: Keine Medikamente zu nehmen ist auch keine Lösung. Man sollte sich schlicht dessen bewusst sein, dass jedes Medikament Wirkung, aber auch Nebenwirkungen entfaltet. Daher sollte zusammen mit Ihrem Arzt immer gut überlegt sein, was wirklich notwendig ist, und was nicht.

P.S.: Im Bericht ist angekündigt, dass man nun noch die Ursachen der Todesfälle näher erforschen möchte.

Link zur Originalstudie

Donnerstag, 28. Februar 2008

Kopfläuse: Nicht der Name, sondern der >Inhalt< ist entscheidend!

Wenn es um das liebe Geld geht, dann ist jedes Mittel recht:
Die Lübebecker Firma, welche "Goldgeist forte" herstellt wehrt sich gegen das Anliegen der Firma Wolf, ihr preiswerteres und weniger gesundheitsschädliches "Anti-Läusemittel" möglichst schnell auf den Markt zu bringen, indem man nun sich um das Wort - ja Sie/Du lesen/liest richtig- streitet. Denn so die Eduard Gerlach GmbH in Lübbecke, auch das Mittelchen der Firma Wolf sei ja ein Insektizid, da es die Läuse auf dem Kopf abtötet.

Hier werden Verbraucher für dumm verkauft:
Denn nicht der Name, sondern der Inhalt ist entscheidend. Der Name Insektizid sagt aus, dass es "gegen" Insekten wirkt, aber nicht ob etwas giftig oder weniger giftig oder gar unschädlich ist. Wenn ich eine Fliege mit kochendem Wasser abtöte - ja dann wurde mein Wasser zum Insektizid ;-))

Was die Firma Gerlach jedoch nicht konnte:
Mit ihrer Wortklauberei ist es ihr nicht gelungen vom eigentlichen Thema abzulenken: nämlich, dass in Goldgeist forte ein Nervengift enthalten ist und dieses auch über die Kopfhaut der Kinder vom Körper bei jeder Anwendung aufgenommen wird.

Und offenbar scheint das Produkt der Firma Wolff Arzneimittel GmbH kein Gift zu enthalten, sonst wäre anstatt einer etwas kopflosen Wortklauberei eine Diskussion um Inhaltsstoffe entfacht worden ;-))