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Freitag, 8. Juli 2011

Handbuch Ethik im Gesundheitswesen

Handbuch Ethik im Gesundheitswesen, Bände 1 - 5 (Alle 5 Bände im Schuber)
Schwabe Verlag 2009 ISBN 978-3-7965-2560-5. EMH Schweiz. Ärzteverlag ISBN 978-3-03754-041-1
1337 S., br., € (D) 173.60, sFr. 248.-, € (A) 178.50

Das «Handbuch Ethik im Gesundheitswesen» bietet in fünf Bänden einen umfassenden Überblick über die unterschiedlichen Perspektiven, Ansätze, Möglichkeiten, Rechte und Pflichten der Akteurinnen und Akteure im Gesundheitswesen:
Band 1: Der selbstbestimmte Patient: Diana Meier-Allmendinger, Ruth Baumann-Hölzle (Hrsg.)
Band 2: Ethikwissen für Fachpersonen: Christof Arn, Tatjana Weidmann-Hügle (Hrsg.)
Band 3: Ethiktransfer in Organisationen: Ruth Baumann-Hölzle, Christof Arn (Hrsg.)
Band 4: Verantwortung im politischen Diskurs: Markus Christen, Max Baumann (Hrsg.)
Band 5: Ethikdialog in der Wissenschaft: Tatjana Weidmann-Hügle, Markus Christen (Hrsg.)

Montag, 9. November 2009

Bioethik zwischen Fluch und Segen

Linus Geisler
Zwischen Tun und Lassen - Ein Panorama bioethischer Streitfragen
Mabuse 2008, Umschlaggestaltung und Illustration: Roxane Pieper, 253 S., ISBN: 3-938304-59-6, EUR 24.90
Immer neue Visionen und Utopien sind entstanden, wie der Mensch möglichst gesund möglichst alt werden kann. Die Medizin verfolgt mit immer komplizierteren Technologien ihre Ziele: Vermeidung von Behinderung, Verringerung von Leiden, Überwindung unheilbarer Krankheiten, Verlängerung des Lebens in lebenswerter Verfassung - anderenfalls sollen alle Optionen offen stehen, es zu beenden.
Das Repertoire der Eingriffsmöglichkeiten zwischen Lebensanfang und Lebensende wächst unablässig. Von der Präimplantationsdiagnostik über regenerative Medizin, Gentechnik und Klonen bis zum »Enhancement« durch Keimbahneingriffe gibt es neue Techniken, die vorher ungeahnte ethische Probleme aufwerfen.
Mit den Potenzialen der Medizin wachsen aber auch Unbehagen, Verwirrung und Ängste. Die gesellschaftliche Vielfalt der Werte und Wünsche macht es schwierig, eindeutige Antworten auf so komplexe Probleme zu finden. Dieses Buch blickt auf das Panorama bioethischer Konfliktfelder und stellt sie einführend und gut verständlich dar.
Inhaltsverzeichnis - Prolog
Jemand oder Etwas? Das kleine Volk aus der Schale - Geschichten vom Embryo - Fabergé-Eier der Medizin - Kinder zu bestellen - Mein gläsernes Kind - Das Verschwinden der Mütter
Rohstoffe: Nur ein kleiner Schritt für ein Schaf ... - Kein Kaiser, keine Kleider - Zellen im Zwielicht
Patient – Arzt – Gesellschaft: Auf der Suche nach einem verlorenen Ideal? - Welche Gerechtigkeit? - Die Zukunft des Todes - Heilige oder Verrückte? - »Warum darf ich alles verkaufen, nur meine Organe nicht?« - Lizenz zum Töten? - Der gute Tod - Spiritualität in der Medizin
Perspektiven - Menschenbilder - Metaphern und Mächte - Von Genen, Codes und anderen Phantomen - Das Verschwinden des Leibes - Rappacinis Tochter - Wohl oder Wille? - Wissen und Nichtwissen
Zukünfte - Drohendes Glück
Rezension ethik-report (Auszug): " ... Geislers bioethische Essaysammlung ist von einer dem Ethos der Aufklärung verpflichteten Herangehensweise an die komplexe Materie von Reproduktionsmedizin, Stammzellforschung und Sterbegleitung geprägt. Als Arzt brilliert er mit einer auch für den medizinischen Laien verständlich gemachten Fachlichkeit. Zugleich wägt er nüchtern die vorgebrachten bioethischen Argumente ab, und er arbeitet mittels Sachkenntnis und Beispielen seinen der Beziehungsethik verpflichteten bioethischen Ansatz heraus. Damit begibt er sich zwischen die bekannten bioethischen Frontlinien fundamentalistischer Lebensschützer und medizinpositivistisch denkender Forscher, Praktiker und Biopolitiker. Nicht ohne einen melancholischen Unterton konstatiert er dabei den Verlust einer konventionellen Moral und macht sich auf die Suche nach gültigen Kriterien im bioethischen Disput. Die lebendig und pointiert geschriebenen Essays machen deutlich, weswegen der Rat Linus Geislers in verschiedenen Ethikkommissionen und parlamentarischen Enquetekommissionen in verschiedenen Bundesländern und im Bundestag gesucht wurde. Alle Essays dokumentieren einen Grundzug seines Lebenswerkes: die Qualität der Arzt-Patienten-Kommunikation und ein leidenschaftliches, zivilisationskritisches Engagement für den Menschen ... " Zur umfassenden Rezension auf den Webseiten des Autors

Samstag, 10. Oktober 2009

Doping des Geistes

Jörg Auf dem Hövel
Pillen für den besseren Menschen - Wie Psychopharmaka, Drogen und Biotechnologie den Menschen der Zukunft formen (Telepolis)
dpunkt Verlag 2008, 180 S., brosch., ISBN 978-3-936931-44-0, 18,00 Euro (D), 18,60 Euro (A), 32 sFr
Der Mensch der nahen Zukunft wird durch zwei wissenschaftliche Entwicklungen verändert werden: Das Doping des Geistes und die Biotechnologie. 2003 geriet der Pharma-Konzern Eli Lilly unter Druck, weil er Gratisproben des Antidepressivums Prozac per Post an Privathaushalte versandt hatte. 2004 gab das britische Verteidigungsministerium zu, über 24.000 Tabletten mit dem Wirkstoff Modafinil eingekauft zu haben. Modafinil hält nicht nur wach, die Substanz gilt als >>cognitive enhancer<<, soll also die Kapazität des Gehirns steigern. Die Frage ist: Was leistet die Wissenschaft im Bereich des Gehirndopings? Die Vergabe des amphetaminähnlichen Ritalin an Kinder, denen das Aufmerksamkeitsstörungs-Syndrom attestiert wird, zeigt die Schwierigkeiten, mit Wirkung, Nebenwirkung und sozialer Gesamtwirkung eines Medikaments umzugehen. Am anderen Ende der Alterslinie steht der geistige Abbau, der ebenfalls mit Neuro-Enhancement gestoppt werden soll. Die Phänomene der hyperkognitiven Kultur sind auch immer ökonomische. Die Marktwirtschaft wird zuküntig noch mehr Produkte liefern, die Hirn- und Körpervorgänge modifizieren. Hier muss eine Bestandsaufnahme ansetzen: Was leisten Medikamente schon jetzt, woran arbeitet die Industrie für die Zukunft und was bedeutet das für die Gesellschaft? Zielgruppe: * Gesellschaftspolitisch Interessierte; * Medikamentennutzer - Inhaltsverzeichnis (pdf) - Kapitel 6 (pdf) - Kapitel 7 (pdf)

Heise-Medien (Auszug): " ... Der aktuelle Telepolis-Band zeigt die neuronalen Grundlagen des Gedächtnisses sowie die Potenziale der pharmazeutischen Beeinflussung auf und analysiert die individuellen sowie sozialen Folgen des Psychopharmaka-Gebrauchs. Dabei werden insbesondere die sogenannten "cognitive enhancer", eine vermeintlich neue Klasse von Arzneimitteln, die als "Doping für den Geist" diskutiert werden, einer kritisch-praktischen Betrachtung unterzogen ... " - Weiterlesen auf Heise-Medien

Monika Armand in ihrem "AHMAZ-Alles hängt mit allem zusammen"-Blog: Neuro-Enhancement: die Gefahr kommt inkognito
Ein Geheimagent der Better-living-thru-chemistry reist ein: In seinem Koffer trägt er für jede Gelegenheit die passenden Reisepässe: "Donepezil, Dihydroergotoxin, Ergoloid, Tryptophan,Clonidin,Fluoxetin u.v.m." Er kann sie modifizieren, so wie er es braucht und er verspricht: "Ich bringe euch das große Glück". Leider steht in den kleingedruckten AGB's: "Die Kosten und Folgen trägt jeder selbst" ...
Im Memorandum von sieben führenden Experten ( PDF-Datei) werden die AGB's des Geheimagenten kurz gestreift ...
Dabei finden sich wichtige Aspekte für die Diskussion um das Neuro-Enhancement nur ansatzweise im Memorandum auf Seite 3:
1. Die Widernatürlichkeit des Neuro-Enhancements
2. Der Eingriff in die Neurobiologie des Gehirns
Obwohl gerade Punkt 2: "Eingriff in die Neurobiologie des Gehirns" zahlreiche Fragen aufwirft, wie z.B. bekannte Nebenwirkungen, unbekannte oder individuelle Nebenwirkungen, Langzeitnebenwirkungen, mögliche dauerhafte Veränderungen der Neurobiologie des Gehirns, Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten etc., behandeln die Autoren diesen zentralen Aspekt nebenbei und mit einer beunruhigend anmutenden Sorglosigkeit: "Ein anderer Standardeinwand gegen Neuro-Enhancement zielt auf die neurobiologische Eingriffsebene von NE, die gegenüber der Ebene kommunikativer Einwirkungen (etwa Coaching) als minderwertig verstanden wird: Pillen für neuronale Stoffwechselprozesse - Gespräche und Argumente für den Geist. Aber die funktional-dualistische Prämisse dieser Auffassung ist heute nicht mehr tragfähig." (G&G 11/2009 - Zitat Seite 3)
Die Tatsache, dass neben Philosophen und Juristen auch Mediziner das Wort ergriffen haben und nur marginal die Frage nach etwaigen Gefahren des Neuro-Enhancements erwähnen, kommt nicht von ungefähr. Die Pharmakologie, die Pharmakodynamik (= Lehre über die Wirkung von Arzneistoffen im Organismus) und die Pharmakokinetik (Die Pharmakokinetik beschreibt die Gesamtheit aller Prozesse, denen ein Arzneistoff im Körper unterliegt), sowie die Pharmazeutische Chemie (Die pharmazeutische Chemie ist das Spezialgebiet der Pharmazie, das sich mit den chemischen Eigenschaften von Arzneimitteln im weitesten Sinne beschäftigt) sind nur selten ein "Steckenpferd" von Medizinstudenten. Ein Blick in medizinische Foren zeigt, welch Ächzen und Stöhnen durch die Reihen zieht, wenn es im Physikum um Teile aus diesen Fachbereichen geht. Insofern ist es nicht verwunderlich, wenn Medikamentenneben- und - wechselwirkungen auf die leichte Schulter genommen werden ... Weiterlesen im AHMAZ-Blog

Mittwoch, 7. Januar 2009

Blog Seelische Gesundheit

Roland Hartigs neuer Blog
"Seelische Gesundheit"

Mit dem Thema «Seelische Gesundheit» beschäftigt sich dieser Blog. Ergänzt wird er von Anstößen von außen - auch wenn Sie möchten - durch Ihre Beiträge. Bekräftigt wird damit, dass sich die Redaktion an den Bedürfnissen des Lesers orientiert. Egal, ob als Profi, Patient, Angehöriger oder Interessent. Sie bestimmen also mit, was hier im Blog steht. Kurz gesagt, es geht darum: Mehr Aufmerksamkeit für das Leiden der Seele - die wohnortnahe Versorgung, Rehabilitation und Integration der betroffenen Menschen verbessern - niemanden ausgrenzen! Wie ist Ihre Erfahrung? ... Blog Seelische Gesundheit

Freitag, 31. Oktober 2008

Ethisches Handeln und medizinische Machbarkeit

Johann-Christoph Student, Annedore Napiwotzky
Was braucht der Mensch am Lebensende?
- Ethisches Handeln und medizinische Machbarkeit

Mit einem Geleitwort von Liliane Juchli, 200 S., Broschur, ISBN: 978-3-7831-2880-2, 16.95 EUR
Die Medizin hat ihre rasante Entwicklung, die im 20 Jahrhundert begann, auch im 21. Jahrhundert fortgesetzt. Aber nutzt all das, was dort entwickelt wurde (und wird) auch in jedem Fall den schwer kranken Menschen? Gerade an der Grenze des Lebens stellt sich diese Frage oft besonders drängend: Soll Medizin auch wirklich alles tun, was sie kann? Und wer soll dabei entscheiden, was den Sterbenskranken gut tut oder was nur ihr Leiden verlängert? Was ist oft aus menschlicher Sicht Dringenderes zu tun als aus medizinischer Sicht? Diese und andere Fragen beschäftigen die Autoren des vorliegenden Buches. Sie wollen damit zu einer Orientierung im Umgang mit Menschen im Pflegeheim, Krankenhaus und Hospiz beitragen. - Inhaltsverzeichnis auf den Seiten von Prof. Student
Forum "Palliativmedizin, palliative care, Schmerztherapie, Sterbebegleitung" (deutsch-englisch-russisch) auf xing.com