Samstag, 16. Februar 2008

Das ewige Leid mit den Polypen (Nasenpolypen in Medizinersprache "polyposis nasis")

Polypen dieser Art ist eine weit verbreitete "Spezies" und 10 Ärzte haben hierzu 11 Meinungen. Universitäre Forschungsergebnisse scheinen so dünn, dass diese nicht einmal über eine kurze dpa-Nachricht den Weg in die Öffentlichkeit gefunden haben. Auch "ältere" Ergebnisse sind nicht öffentlich zugänglich(hier)! Aber Polypen gehen eigentlich viele etwas an......

Wie wir gerade im Blog "
Was sind "gute" Wissenschaftsblogs"
diskutieren, bezahlt der Steuerzahler für die Forschung an den Universitätskliniken, aber diese Forschungsergebnisse werden "nur" gegen Bares veröffentlicht und dem Steuerzahler damit vorenthalten.


Was sind Polypen bzw. wodurch werden Polypen verursacht?

Man weiß zwar, dass Nasenpolypen gutartige Gewebewucherungen in der Nasenschleimhaut sind, die die Nasenatmung behindern können. Ihre Verursachung ist noch nicht bekannt.

So gibt es verschiedene (unbewiesene) Annahmen, welche auf der Webseite: http://www.nasenpolypen.ch/ in der Rubrik "Ursachen" vorgestellt werden (Zitat):

  • 1) Schmerzmittelunverträglichkeit (Analgetikaintoleranz), z.B. Acetylsalicylsäure (z.B. Aspirin). s. Link Nr. 2.6
  • 2) Nahrungsmittelunverträglichkeit, z.B. Kuhmilchprodukte. s. Bericht 1
  • 3) (Nahrungsmittel)allergien, z.B. Alkohol, Heuschnupfen. (ev. veraltete Theorie, je nach Quelle)
  • 4) Pseudo-allergische Reaktionen, z.B. durch Nahrungsmittelinhaltsstoffe (Additiva), z.B. Farbstoffe. s. Link Nr. 2.1, 2.5, 2.6
  • 5) Mukoviszidose (Cystische Fibrose, CF) = erblich bedingte Stoffwechselstörung, gekennzeichnet durch Bildung eines sehr zähen Schleimes, welcher zu Komplikationen im Bereich der Atemwege, der Lunge und des Verdauungstraktes führt.(2) s. Link Nr. 2.2
  • 6) Chronische Rhinosinusitis = entzündliche Erkrankung (durch Infektionen von Viren, Bakterien, Pilzen verursacht), welche die Schleimhäute der Nasenhaupthöhle und der Nasennebenhöhlen sowie den umgebenden Knochen betrifft.(3)
    s. Link Nr. 2.3, 2.4
  • 7) Ferner weitere mögliche Ursachen: s. Link Nr. 1.1 (Abschnitt Ursachen von Polypen)
Leider funktionieren einige der dort angegebenen Links nicht (mehr)

Was lässt sich hieraus schlussfolgern?
Es werden alle möglichen Ursachen in Betracht gezogen und aus diesem Grunde - je nachdem welcher Verursachungsannahme man folgt - werden auch unterschiedliche Therapien vorgeschlagen.
Eine eher allgemeingültige - jedoch wenig erklärende Verursachungsannahme ist die, dass Polypen sich unter verschiedenen Umständen bilden können, bei denen eine längerfristige Schleimhautreizung der Nase besteht..... D.h. alles was die Schleimhäute reizen kann z.B. Schnupfen, Staub, Allergene, Entzündungen kann zur Entstehung von Polypen führen.

Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Asthmatiker irgendwann auch unter Nasenpolypen leidet ist somit groß, sofern seine Neigung zur Entzündung der (Bronchial-) Schleimhäute auch andere Schleimhäute, d.h. Nasenschleimhäute betrifft. Je länger die Entzündungen andauern, desto eher die Wahrscheinlichkeit....

Was tun?
Viele Ärzte schlagen vor, die Polypen operativ zu entfernen. Ehrliche Ärzte weisen darauf hin, dass Polypen auch bald wieder nachwachsen können und eine erneute OP notwendig wird. Ist dann eine OP eine oder keine Lösung? Diese Forumseinträge stimmen nachdenklich: http://www.med1.de/Forum/HNO/1947/1/

Und wenn man dort im Forum zu einer neuen Therapie, welche auf einer der oben genannten Verursachungsannahmen basiert liest: http://www.med1.de/Forum/HNO/140946/
dann scheint -zumindest für den dort berichteten Fall - der Versuch fehlgeschlagen zu sein und der Patient nun neben seinen Polypen auch noch unter seinen verstärkten Asthmasymptomen zu leiden.

Wie weiter?
Bei meiner Recherche habe ich keine Behandlungsform gefunden - außer jenen im Forum (Therapie mit Cortisonnasenspray und Kochsalzspülungen) - welche längerfristig gute Ergebnisse bringt.

Wäre ich selbst betroffen: Wenn ich mir so die einzelnen Berichte zu den Polypen-OP's durchlese, dann scheinen die Patienten danach noch ganz schön zu leiden, ganz zu schweigen von Risikopatienten wie Asthmatiker, für welche eine OP immer gefährlicher ist. Wenn ich so bedenke, dass ja in den meisten Fällen die Polypen wieder "nachwachsen", dann erscheint eine OP unnötig riskant für die Ergebnisse, welche sie wirklich bringen kann.

Im Beitrag "ARD-Buffet" wird ebenfalls noch gut verständlich erklärt, was Nasenpolypen sind und ähnliche Empfehlungen gegeben, wie sie oben im Forum zu lesen waren.

FAZIT:
Manche Erkrankungen scheinen mit einfachen Mitteln (Cortisonnasenspray und Kochsalzspülungen der Nase) behandelt, genau so viel Erfolg zu haben, wie konventionelle - von Medizinern empfohlene Behandlungen (OP u.a.). Solange so wenig Ergebnisse und Belege für eine erfolgreiche Behandlung vorliegen, ist es dem Einzelnen überlassen, ob er radikale Methoden (OP) oder weniger radikale auswählt. .....

Da dieser Beitrag über Recherchen entstanden ist und ich kein medizinisches Studium absolviert habe, würde ich mich über Widersprüche oder Zustimmung bzw. vertiefende Kommentare von engagierten Ärzten sehr freuen.


Kommentare:

Anonym hat gesagt…

ich kann mir nicht vorstellen, dass spray und spülung reichen um atmen zu können, wenn Stirnhöle und Nebenhöhlen zugewuchert sind.

Anonym hat gesagt…

Mein Sohn hat Mukoviszidose und wird das vierte mal Op bekommen,aber mit Medikamenten können wir das nachwachsen auch nicht auf halten. Wir haben alles ausbrobiert, daher aller zwei jahre Op hoffe es kommt mal zum stillstand.

schallmau3r hat gesagt…

Ich habe demnächst meine dritte OP, die erste hielt ein Jahr, die zweite 4 Monate.

Ich habe mittlerweile alles probiert, Kortisonnasenspray, Nasenspülung, Kortison in Tablettenform (das half ist aber auf Dauer nicht ratsam)

Mein Arzt rät nun dazu, radioaktives Material in die Nebenhöhlen einzubringen, um damit die Schleimhäute zu veröden (die wuchern bei mir auch zusätzlich zu den Polypen), allerdings sind die nebenwirkungen nicht genau vorhersehbar, weshalb ich a noch Zweifel habe.

Naja...mal sehen. Nicht riechen/schmecken können ist schon unangenehm, aber jede Nacht nur 4-5 Stunden zu schlafen ist die Hölle.