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Samstag, 19. März 2011

Kinder psychisch kranker Eltern

Sigrun Eder, Petra Rebhandl
Annikas andere Welt

Edition Riedenburg, Salzbug 2011, Pb., ca. 120 S., zahlreiche farbige und s/w-Illustrationen von Evi Gasser; etliche Arbeitsblätter für Kinder, ISBN 978-3-902647-35-1; EUR 19,90 [D], EUR 20,50 [A]
Sind Erwachsene psychisch krank, dann leiden sie vorwiegend an Ängsten, Depressionen, Manien, Essstörungen, Suchterkrankungen, Schizophrenien oder Zwängen. Bei zunehmendem Problemdruck verdichten sich Suizidgedanken und Selbsttötungsversuche häufen sich.

Für Partner und Angehörige stellt die Bewältigung des Alltags mit psychisch Kranken eine enorme Belastung dar, wobei das Zusammenleben infolge ausbleibender Krankheitseinsicht und Behandlungsbereitschaft zusätzlich erschwert wird. Richtig kompliziert wird es, wenn psychisch kranke Erwachsene minderjährige Kinder haben. Denn die psychische Krankheit erzeugt Unklarheit, Ängste, Schuldgefühle und verändert die Eltern-Kind-Beziehung meist ungünstig, weil Kinder oftmals vernachlässigt werden, seelische Gewalt erleben, einem Geheimhaltungsgebot ausgesetzt sind oder aufgrund stationärer Aufenthalte und Fremdunterbringung von ihren Bezugspersonen getrennt werden. Nicht selten wird dadurch die gesunde psychische Entwicklung eines Kindes maßgeblich gefährdet.

Das Sachbuch „Annikas andere Welt“ teilt sich in drei Abschnitte: Im ersten erhalten Kinder Informationen über die psychische Krankheiten der Eltern, deren Anzeichen und Auswirkungen auf sie selbst, die Eltern-Kind-Beziehungen sowie das Familienleben. Auch werden Ideen vermittelt, wie Kinder Gleichaltrigen die Krankheit erklären und wie sie selbst damit besser klarkommen können. Zahlreiche Arbeitsblätter laden zusätzlich zur Selbstreflexion, zum Entdecken eigener Fähigkeiten und Bewältigungsstrategien sowie zur Entwicklung eines differenzierten Familienbildes ein. Die Unterlagen im Buch eignen sich auch für die psychologische, psychotherapeutische, ärztliche und pädagogische Begleitung.

Im zweiten Teil bekommen Eltern, Angehörige und psychosoziale Helfer Informationen zum kindlichen Erleben, Folgeproblemen, Risikofaktoren, Fremdunterbringung und wie sie trotz Krankheit gut für ihre Kinder sorgen können.

Für PsychologInnen und PsychotherapeutInnen? finden sich im dritten Abschnitt Anregungen für die Arbeit mit psychisch kranken Eltern und deren Kinder.

 

Sonntag, 13. Dezember 2009

Sicherheit, Verlässlichkeit und Geborgenheit in der frühen Kindheit

Dr. med. Matthias Wildermuth
Angstentstehung und -bewältigung im Säuglings-, Kindes- und Jugendalter
132 S., brosch., ISBN 3-932386-89-2, EUR 15,80 (D), EUR 16,40 (A), sFr 28,30
Angst ist eine symptomerzeugende Macht - Die gesamte Kindheitsentwicklung ist geprägt von der Auseinandersetzung mit einer Welt, die an sich zunächst unvertraut und unsicher ist und die nur dadurch ertragen wird, dass es Menschen gibt, die das Kind in diese Welt geleiten, ihm eine Behausung schaffen und einen Innenraum ermöglichen. Es gibt in der Säuglingsforschung sehr gut etablierte Verfahren, die Mimik des Säuglings zu deuten und früh auftretende Affekte wie Freude, Zufriedenheit, aber auch Missbehagen zu erkennen. Angst gehört zu den komplexen Affekten. Furcht und Angst werden in der Säuglingsforschung erst ab dem 6., teilweise erst ab dem 7. Monat beobachtet. An praktischen Beispielen beschreibt der Autor, wie unbedachte Verhaltensweisen der Bezugspersonen zu Ängsten und Mangelgefühlen führen, wohl aber auch, wie sie vermieden werden können.
Ein wesentliches Element von Angstbewältigung im frühesten Säuglingsalter ist der Dialog mit dem Kind. Kinder, die im sprachlichen Umgang mit Vater und Mutter weniger erlebt haben, zeigen später schwächere Schulleistungen. Untersuchungsmethoden machen deutlich, dass der Säugling in seiner frühen Interaktion einiges tut, um im bedrohlichen Sinne keine Angst erleben zu müssen, sondern Sicherheit zu erfahren und sich eine zuverlässige Umgebung zu schaffen. Dazu gehört aber auch ein zyklischer Wechsel zwischen Aufmerksamkeit und Abwendung seitens der Bezugsperson, der dennoch das Gefühl der Geborgenheit und Verlässlichkeit vermittelt. Der Säugling erlebt, dass er seine Umgebung aktivieren kann. Es kommt jemand, aber nicht immer. Die Lösung darf jedoch in keinem Fall schon erfolgen, wenn der Ruf noch gar nicht erfolgt ist.
Beim Schulkind spielt das Thema des ängstlichen Rückzugs und des neugierigen Erkundens eine wichtige Rolle. Dies gilt jedoch auch schon für die frühen Phasen der Kindheit. Die Angst, die sich dann vielleicht im Schulalter ausprägt - mit einem Gipfel zwischen dem 9. und 12. Lebensjahr - hat nämlich dort ihre Vorboten und ihre Basis. Deshalb bietet sich in dieser Zeit auch die Möglichkeit, der späteren Schulangst von vornherein den Boden zu entziehen. Viele Lernstörungen und -ängste im Schulalter haben ihren Ursprung darin, dass es nicht zu einem inneren seelenvollen Abgleich mit der Umwelt gekommen ist, der sich früh in die Gedächtnisbildung einprägt. Selbst schwere Angststörungen und Panikattacken im Erwachsenenalter können ihren Ursprung in frühen Ängsten haben. Das salutogenetische Element, das Kind nicht mit dem Gedanken zu begleiten, »was aus dir mal werden soll«, sondern von der Zukunft her zu sehen, »was du schon verborgen in dir trägst«, kann eine nachhaltige Angstbefreiung ermöglichen.
Inhalt
Von Sicherheit, Verlässlichkeit und Geborgenheit in der frühen Kindheit: Affekte im Säuglingsalter. Der komplexe Aspekt der Angst. Überwältigende Ängste. Angstverhinderung und Notwendigkeit der Angst. Angstbewältigung – der Dialog
Abwehrmechanismen. Untersuchungsmethoden. Kreuzmodale Wahrnehmung
Ängstlicher Rückzug und neugieriges Erkunden: Das auftauchende Selbstempfinden. Das Kern-Selbstempfinden. Das subjektive Selbstempfinden. Das narrative Selbstempfinden. »Intuitive Elternschaft«. Umgang mit der Sprache. Angst und reale Bedrohung. Traumatische Erlebnisse. Zukunftsangst. Ressourcen. Die drei Stufen der Empathie
Altersgebundene und altersungebundene Phobien und Ängste im Kindes- und Jugendalter: Emotionen. Versagensängste. Identitätsängste. Trennungsängstlichkeit und Sozialempfindlichkeit. Intentionalität. Ängste im Kleinkindalter. Schulangst und Schulphobie. Weitere Phobien und Ängste. Pubertätsängste. Schwere Angststörungen

»Neuen Leiden« und die in ihnen verborgenen »Neuen Chancen«

Markus Treichler
Neue Zeiten – Neue Leiden. Zeittendenzen, Krankheitsbilder, Chancen
266 S., geb., ISBN 3-932386-13-2, EUR 22,00, EUR 22,80, sFr 39,50
Tendenzen und Merkmale unserer Zivilisation sind sowohl Ausdruck des in ihr kultivierten Denkens und Verhaltens als auch Reflexionen der menschlichen Seele, die ihrerseits – wie an den Einzelschicksalen menschlichen Lebens und Leidens wahrzunehmen ist – das Spezifische einer Epoche widerspiegelt. Die Zeiten ändern sich ebenso wie die Verhältnisse, in denen wir leben, die Aufgaben, die wir bewältigen müssen und die Chancen, dass wir es schaffen. Vieles ist in den vergangenen Jahrzehnten anders geworden, als es früher war. Wodurch? Wer hat es geändert? Wir selbst sind es, die Veränderungen bewirken und erleben. Wir müssen uns nicht wundern über das, was gekommen ist und was noch kommen wird. Aber wir sollten wach sein, um – wenn nötig – gegensteuern zu können. Dazu braucht es eine kritische Beobachtung der Zeit und ihrer Auswirkungen auf Mensch und Welt. Krisen, Kriege, Katastrophen rütteln uns wach und können – spät, aber nicht zu spät – dazu beitragen, dass wir nicht alles geschehen lassen. Bewusstes und verantwortliches Handeln ist gefragt!
Körperlicher Schmerz, Krisen, chronisches Leiden sind vieldeutig – aber jeweils auch deutlich. Wir können sie nicht überhören oder ignorieren, wir können uns ihnen aber stellen. Die Krankheiten und Leiden unserer Zeit zu verstehen und zu erkennen, heißt auch, ihnen bewusst begegnen zu können. Die »Neuen Leiden« der Epoche des beginnenden 21. Jahrhundert sind Folgen unserer Vergangenheit und bilden Perspektiven für die Zukunft; wer an ihnen vorbeigeht oder sie ignoriert, steht der Welt nicht mehr erkennend gegenüber. Denn in ihnen liegt ein Sinn. Im individuellen Krankwerden an den Zeittendenzen zeigt sich, dass die Bedingungen der von uns geschaffenen Welt für uns und unsere Nachkommen unannehmbar geworden und wir für diese Welt nicht geschaffen sind. Wir erkennen es und können es ändern, indem wir den Sinn im Leben und im Leiden entdecken, beziehungsweise wenn wir die »Neuen Leiden« verstehen. Die Chance ist gegeben.
Das Buch ist eine Hinführung zum Verständnis von bestimmten Zeittendenzen und häufig auftretenden modernen Krankheitsbildern – den »Neuen Leiden« und den in ihnen verborgenen »Neuen Chancen«.
Inhalt
Vorwort - Warum werden wir krank? - Die neuen Leiden
Die Zeiten ändern sich – und wir? • Raum – Lebenshorizont • Körper – Lebensort • Zeit • Leben • Kommunikation • Beziehung • Identität – Selbst
Typische Krankheiten unserer Zeit: • Psychosomatische Erkrankungen • Chronische Erkrankungen
Spezielle Erscheinungsbilder der Neuen Leiden: • Das chronische Schmerzsyndrom • Allergische Erkrankungen • Das chronische Müdigkeitssyndrom / CFS • Das chronische Erschöpfungssyndrom • Das »Burnout-Syndrom« • Die Bulimie • Furcht – Angst – Panik • Trauer – Resignation – Depression – Suizid • Das multiple Persönlichkeitssyndrom
Neue Leiden – Neue Chancen? - Überlegungen zu Ergänzungen und Gegengewichten zu den vorherrschenden Zeittendenzen • Zehn Chancen

Sonntag, 15. November 2009

Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom - ADHS-Konferenz

"ADHS: Eine der größten Kontroversen in der Geschichte des Fachgebiets Kinder- und Jugendpsychiatrie", sagt zu Recht Peter Riedesser (1). Leider spielt sich diese Kontroverse immer mehr unter Ausschluss der Öffentlichkeit ab. Immer häufiger verkümmert der eigentlich fruchtbare öffentliche Diskurs zu unkritischer, einseitig schulmedizinisch ausgerichteter und Pharma-gesponserter Darstellung, die Eltern, Lehrer und Erzieherinnen vorschnell auf eine biologistische Sicht kindlichen Verhaltens lenkt und sowohl die eigene Beteiligung am kindlichen Seelenleben und Verhalten, als auch das introspektive, empathische Verstehen der wirklichen Nöte unserer Kinder aus dem Blickfeld verliert.
Unsere "Schnellfeuer-Kultur" (DeGrandpre, 2) verändert das Bewusstsein auch unserer Kinder und fordert ihren Preis, auch mit der zunehmenden Einnahme von Psychpharmaka. Eine ganze Generation wird krankgeschrieben, denn ADHS ist genau die "Krankheit", die in diese Kultur passt.
Mit der zunehmend einseitig-biologistischen Sicht und Behandlung der seelischen Nöte unserer Kinder wird immer mehr von ihnen eine verstehende, die wirklichen psychischen Hintergünde und systemischen Zusammenhänge ihrer Nöte und Störungen ernstnehmende gesellschaftliche Verantwortlichkeit vorenthalten - ein weithin ausgeblendeter Skandal. Offensichtlich hat man lieber kranke als unglückliche Kinder (Wenke, 3) - Zu den Webseiten der ADHS-Konferenz ... siehe auch in unserem Ratgeber Kinderbuch

(1) P. Riedesser in: Leuzinger-Bohleber/Brandl/Hüther (Hg.): ADHS - Frühprävention statt Medika- lisierung. Vandenhoeck&Ruprecht 2006
(2) R. DeGrandpre: Die Ritalingesellschaft. Beltz 2002
(3) M. Wenke: ADHS: Diagnose statt Verständnis? Brandes&Apsel 2006

Mittwoch, 11. November 2009

Der Heilpädagoge Henning Köhler

Vom Wunder des Kindseins
TB, 80 S., ISBN-10: 3-7725-1266-6, ISBN-13: 978-3-7725-1266-7, 8,90 EUR
Ich glaube, dass in viel mehr Fällen als wir denken, die voreilige Vermutung, es liege Erziehungsversagen oder eine Entwicklungsstörung vor, sobald sich ein Kind ungewöhnlich benimmt, einen Teufelskreis in Gang setzt, und dass in vielen Fällen erst diese Vermutung und alles was aus ihr folgt, zu den wirklich krank machenden Prozessen führt. (Henning Köhler )
Henning Köhler macht in diesem Buch darauf aufmerksam, wie wichtig es gerade heute ist, wirklich Kind sein zu können. Dies gilt in besonderem Maße auch für die so genannten Sorgenkinder, denen er sich in seinen Überlegungen zum Thema Therapie, Erziehung und Heilung im neuen Teil dieses Buches widmet: Die Idee der Kindheit – welchen Auftrag bringen Sorgenkinder mit?
Die Kraft des Verstehens ist die eigentlich heilende Kraft. Alle Maßnahmen sind sinnlos, wenn nicht die Kraft der Liebe wirkt. Und Liebe ist nicht etwas Verschwommenes und Sentimentales … Liebe heißt nämlich zunächst einmal Interesse. Und Interesse, Aufmerksamkeit sind Qualitäten, die man erringen kann.

Schwierige Kinder gibt es nicht - Plädoyer für eine Umwandlung des pädagogischen Denkens
geb., 179 S., ISBN-10: 3-7725-2164-9, ISBN-13: 978-3-7725-2164-5, 10,00 EUR
In Erziehungsfragen breitet sich heute eine Krisenstimmung aus, die sich manchmal bis zu Kassandrarufen einer bevorstehenden Katastrophe steigert. Das Unbehagen rührt vor allem daher, dass immer mehr Kinder so genannte Verhaltensstörungen oder –auffälligkeiten zeigen und als erzieherisch schwer führbar gelten. Henning Köhler geht der Frage nach, ob tatsächlich die Kinder immer schwieriger werden oder ob die allgemeine Bewusstseinslage und die gesellschaftlichen Verhältnisse auf eine für Kinder unerträgliche Situation zutreiben: Wer oder was ist hier eigentlich «schwierig»?
Köhler stellt gewohnte Denkschablonen in Frage und umreißt in Grundzügen einen spirituell vertieften Erziehungsbegriff, der aus der gegenwärtigen Sinnkrise herausführen könnte. Henning Köhler zeigt auf, dass die Schwierigkeiten der Kinder im Grunde die Schwierigkeiten der Erwachsenen und die zunehmende Entfremdung in unserer Umwelt sind. Er stellt herkömmliche Erklärungsmusterin Frage und plädiert für eine am Kind, weniger am Willen der Erwachsenen orientierte Pädagogik. Ein wichtiges Buch für alle Eltern.
»Sehr oft stehen wir vor dem Problem, dass Eltern sich ihrer privilegierten Rolle als unersetzliche Vertrauenspersonen des Kindes gar nicht bewusst sind. Sie lassen die Möglichkeiten, die sich daraus ergeben, dann brachliegen.« (Henning Köhler)

War Michel aus Lönneberga aufmerksamkeitsgestört? Der ADS - Mythos und die neue Kindergeneration
kt., 296 S., ISBN-10: 3-7725-1937-7, ISBN-13: 978-3-7725-1937-6, 18,50 EUR
«ADS», Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom, so lautet die häufigste Diagnose in kindertherapeutischen Sprechzimmern. Doch Vorsicht:Hinter dieser Feststellung verbirgt sich nur allzu oft eine auf physikalisch-chemische Prozesse reduzierte Sichtweise, die an der eigentlichen Realität der Kinder vorbeigeht. Henning Köhler zeigt die Schwächen und Widersprüche dieses eindimensionalen Menschenbildes auf und macht den Eltern Mut, ihre Kinder liebevoll wahrzunehmen und zu einer wesensgemäßen Therapie beizutragen.
Immer häufiger hören Eltern, die mit ihrem «Zappelphilipp» in die Sprechstunde kommen, die Diagnose «ADS». Was ist ADS eigentlich, warum wird es immer häufiger diagnostiziert und mit Medikamenten «therapiert»? Diesen, viele besorgte Eltern umtreibenden Fragen geht Henning Köhler in seinem neuen Buch nach. Er betrachtet dabei kritisch die gegenwärtige Medizin, die auffälliges Verhalten mit gehirnphysiologischen oder chemischen Prozessen identifiziert und dabei das Wesen einer neuen Kindergeneration vollständig ignoriert. Köhler diagnostiziert in der ADS-Symptomatik eine Signatur unserer immer mehr in materialistische Sichtweisen verfallenden Zeit. Im zweiten und dritten Teil seiner Darstellung gibt Köhler den Eltern Hilfestellung für das Verständnis und die Therapie der so genannten «ADS-Kinder». Dabei gilt es sowohl Begabungen zu erkennen und zu fördern wie auch Schwächen liebevoll wahrzunehmen und zu heilen.

Von ängstlichen, traurigen und unruhigen Kindern - Eine Orientierung für Eltern und Erzieher
7.Auflage für Oktober 2009 geplant, geb., 154 S., ISBN-10: 3-7725-1186-4, ISBN-13: 978-3-7725-1186-8, 17,50 EUR
Henning Köhler beschäftigt mit Erziehungsproblemen des ersten und zweiten Jahrsiebts. Dabei wendet er sich in einer klaren, eher dem Beratungsgespräch angelehnten Sprache direkt an die Eltern und Erzieher. Es geht ihm besonders um die Problematik der ängstlichen, traurigen und unruhigen Kinder. Anhand dieser entwickelt er aber auch eine Grundfrage jeglicher Erziehung: Welche Beziehung hat das Kind zu seinem höheren Wesen, zu seinem Engel? Ist es möglich, daß der Erzieher diese Beziehung wahrnehmen und unterstützen kann?
Henning Köhler macht deutlich, daß gerade beim unruhigen und ängstlichen Kind eine gestörte Beziehung des Kindes zu seinem höheren Wesen vorliegt. Eine grundlegende Hilfestellung bietet Köhler dadurch an, daß er die Eltern und Erzieher darauf aufmerksam macht, wie eine gesunde Beziehung des Kindes zu seinem höheren Wesen wiederhergestellt werden kann. Dies geschieht insbesondere dadurch, daß das Kind zu seinen Leibessinnen (Tastsinn, Lebenssinn, Bewegungssinn, Gleichgewichtssinn) in ein gesundes Verhältnis gebracht wird. Es läßt sich nämlich feststellen, dass gerade bei unruhigen, traurigen und ängstlichen Kindern diese Beziehung empfindlich gestört sein kann. Erst wenn das Kind in ein harmonisches Verhältnis zu seiner Leiblichkeit und insbesondere den Leibessinnen gebracht wird, kann es wieder den Anschluß an sein höheres Wesen finden.

Die stille Sehnsucht nach Heimkehr - Zum Verständnis der Pubertätsmagersucht
kt., 240 S., ISBN-13: 978-3-7725-1560-6, 18,90 EUR
»Alles, was dazu geforscht und entwickelt wurde, ist hier sorgfältig zusammengetragen und durchgehend mit den persönlichen Erfahrungen des Autors verknüpft.« (info3)
»Henning Köhler gelingt es in einer sympathisch-bescheidenen Weise, seine langjährigen Erfahrungen in der Therapie mit magersüchtigen Mädchen erlebbar darzustellen.« (Erziehungskunst)



Jugend im Zwiespalt - Eine Psychologie der Pubertät für Eltern und Erzieher
kt., 256 S., ISBN-13: 978-3-7725-2519-3, 15,90 EUR
Henning Köhler zeigt die Ursachen der Pubertätskrise auf und gibt Eltern und Erziehern Anregungen, wie man durch eine gesprächsbereite und selbstkritische Haltung den jungen Menschen in diesem Lebensabschnitt helfen kann.
Inhaltsverzeichnis:
Spurensuche. Jugendfrage und Menschenbild: Entwicklung zwischen
Bedingtheit und Freiheit. Das Ich: fixe Idee oder Realität?
Der Weg zum Herzen. Die Pubertätskrise im Licht der frühen Kindheit: Vorbemerkungen zur Symptomatologie. Wandlungen der Selbst- und Welterfahrung
Anatomie einer Krise. Seelische Beobachtungsresultate aus der Jugendarbeit und Ratschläge für Eltern und Erzieher: Güte, Schönheit, Wahrheit?
Schattenreiche. An die Eltern
Anhang. Drei Kolumnen und ein Märchen

Vom Rätsel der Angst - Wo die Angst begründet liegt und wie wir mit ihr umgehen können
Ln., 171 S., ISBN-10: 3-7725-1061-2, ISBN-13: 978-3-7725-1061-8, 15,90 EUR
Angst ist für die meisten Menschen ein Zustand, den sie tunlichst vermeiden oder möglichst schnell beseitigen möchten. Henning Köhler geht mit sorgsamer seelischer Beobachtung auf dieses Phänomen ein und stellt dabei fest, dass wir die Angst für ein gesundes Seelenleben sehr wohl benötigen: Angst befähigt uns, unsere Beziehungs- und Zuwendungsfähigkeit zu steigern und zu vertiefen. Gefährlich und krank machend wirkt hingegen die Angst vor der Angst.
Henning Köhler macht deutlich: Stärkung der Seele gegenüber der Angst bedeutet nicht, die Angst zu beseitigen, sondern vielmehr, sich ihr aussetzen, sie als einen Bestandteil in das Seelenleben integrieren zu können.
Inhaltsverzeichnis:
Vom Wesen der Angst
Umriss der Fragestellung: Ist Angst etwas Schlechtes?
Die Unheimlichkeit des Seins
Der Mut zur Niederlage: Vom wahren Wohlstand oder: Jeder ist mal ein Feigling gewesen
Angst – Schlaf – Kindheit: Die Belehrung des Wachbewusstseins durch das Schlafbewusstsein

Vom Ursprung der Sehnsucht - Die Heilkraft von Kreativität und Zärtlichkeit
geb., 218 S., ISBN-10: 3-7725-2163-0, ISBN-13: 978-3-7725-2163-8, 10,00 EUR
Eine engagierte Darstellung der schöpferischen Sehnsuchtskräfte im Menschen. Henning Köhler beschreibt die lebendigen Prozesse zwischenmenschlicher Beziehungen und den Aspekt der Liebe als Qualität des Verstehens.
Henning Köhler zeigt die krank machenden Gewohnheiten und gesellschaftlichen Verhaltensweisen unserer Gegenwart auf und fragt nach der Qualität des Eros, die ursprünglich in der Jugendzeit erwacht. Eros ist diejenige Kraft im Menschen, die Kreativität und Zärtlichkeit miteinander verbindet. Zugleich führt sie zu einem unmittelbaren Verstehen des anderen Menschen. Diese heilende, eine Wesensbeziehung stiftende Kraft wiederzuentdecken und im therapeutischen wie im gesellschaftlichen Bereich zugänglich zu machen ist das Anliegen des Buches. In diesem Sinne kann es auch als Manifest bezeichnet werden – ein Manifest für die Liebe.
»Ich behaupte und versuche zu begründen, dass die Quelle der Kreativität dieselbe ist, aus der auch die Liebefähigkeit erfließt.« (Henning Köhler)


Henning Köhler: geb. 1951, verheiratet, zwei Kinder, Heilpädagoge, Kinder- und Jugendtherapeut in eigener Praxis nach vorangegangenen Lehrjahren als Heimerzieher, Kleinklassenlehrer, klinischer Heilpädagoge und in der freien Jugendarbeit, ausgedehnte Lehr- und Vortragstätigkeit im In- und Ausland, zahlreiche Beiträge in Zeitschriften und Anthologien, sowie im Rundfunk. Entwurf und Installation des berufsbegleitendenden Qualifikationslehrgangs für integrative Aufgaben im FBW Rheinland und der berufsbegleitenden Zusatzausbildung zum Pädagogischen Berater am JKI. Mitbegründer der Fulbertus-Akademie für Sozialpädagogik in Erftstadt.Henning Köhler gründete 1986 die Heilpädagogische-Therapeutische Ambulanz, diese bildet seit 1987 einen Teil des Janusz-Korczak-Insitutes. Er hat es sich zur Aufgabe gestellt, Kindern und Jugendlichen zu helfen, deren Probleme sich als sogenannte Entwicklungsstörungen bzw. als Verhaltensauffälligkeiten äußern. Durch zahlreiche Buchveröffentlichungen bekannt. - Janusz-Korczak-Institut

Dienstag, 13. Oktober 2009

Zwischenmenschliche Interaktion

Virginia Satir, James Stachowiak, Harvey A. Taschman
Praxiskurs Familientherapie - Die Entwicklung individuellen Gewahrseins und die Veränderung von Familien
Junfermann Verlag 2000, 240 S., kt., ISBN: 3-87387-426-1, ISBN 13: 978-3-87387-426-8, 20,50 EUR
Die Probleme, die ein Mensch hat, sind nicht unabhängig von der sozialen Situation des Betreffenden. Vielmehr wird das menschliche Verhalten insbesondere durch die Ursprungsfamilie geprägt. Die Familie beeinflußt unsere Wahrnehmung sowie unsere Art, mit anderen zu interagieren und zu kommunizieren. Wenn therapeutische Interventionen die Kommunikationsmuster der Mitglieder einer Familie verbessern, ist das Resultat ein funktionelleres Verhalten der betreffenden Familie. Obwohl es in diesem Buch hauptsächlich um Familien mit großen Schwierigkeiten geht, sind die beschriebenen Erkenntnisse und Ansätze allgemein anwendbar. Die Autoren wenden sich nicht nur an Therapeuten, Berater und Sozialarbeiter, sondern an alle, denen die Veränderung von Familien am Herzen liegt und die in der Lage sind, die Verwirklichung dieses Ziels konstruktiv zu unterstützen. Das Buch ist von Virginia Satirs Wärme und Menschlichkeit geprägt. Immer wieder weist sie auf die besondere Bedeutung des nonverbalen, physischen Erlebens und der Wahrnehmung kinästhetischer Signale bei der Interpretation von Beziehungen hin. Die Übungen, die sie empfiehlt, wirken vermittelnd, und sie helfen, jene unnötigen verbalen Auseinandersetzungen zu vermeiden, die im Familienleben so häufig stattfinden. Wie in allen ihren Publikationen gelingt es Virginia Satir auch hier, bei Versuchen, Probleme zu lösen, Schuldzuweisungen und Streitigkeiten generell zu meiden. Die Formen nützlicher und nutzloser Interaktion, die Virginia Satir und James Stachowiak in diesem Buch beschreiben, sollten all diejenigen kennen, die sich mit zwischenmenschlicher Interaktion beschäftigen ... Mehr in unserem Ratgeber Kinderbuch

Mittwoch, 27. Mai 2009

16 Jahre - schizophren. Ein Roman

John Wray
Retter der Welt
rowohlt 2009, Hardcover, 352 S. ISBN 978-3-498-07362-6, 19,90 €
William Heller oder Lowboy, wie er sich nennt, ist sechzehn, schizophren und, so heißt es, gefährlich. Er soll eine Freundin vor die Subway geschubst haben. Und nun sind die Cops vom New York Police Department hinter ihm her, mitsamt seiner Mutter. Doch Lowboy hat ein viel schlimmeres Problem: Seit er aus der Anstalt ausgebrochen ist, strebt die Welt zügig auf die Selbstvernichtung zu, und nur er allein kann sie retten ... Auf der Flucht und einer vagen Suche zugleich, immer verfolgt von einem Profiler, der eine ebensolche Vorliebe für Geheimschriften und Rätsel hat wie er, hetzt Lowboy durch die Tunnel und Katakomben der New Yorker U-Bahn – eine düstere Welt, deren Wahrnehmung stets ins Wahnhafte verschoben scheint und deshalb umso schillernder die Wirklichkeit spiegelt. John Wray, eines der großen jungen Talente der US-Literatur, schreibt mit der zwingenden Logik der Paranoia: apokalyptisch, visionär, in der Tradition von Malcolm Lowry, Hubert Selby und Jonathan Lethem. - Leseprobe (pdf)
Rezension im "missionjanet"-Blog (Auszug): " ... Der Roman ist ein Fest für Freunde von Codes und Mustern, doch in ihrer Entzifferung liegt nicht der Anspruch dieses erstaunlichen Buches, dessen Lektüre Wills Fahrt mit der U-Bahn ähnelt: Man steigt ein und darf sich getrost darauf verlassen, dass der Tunnel, diese Megametapher des Romans, die Richtung vorgibt, dass die Erzählung trägt ... Man kann diesen Roman, in dem ein Gejagter die Welt retten will, fast wie einen Thriller lesen, zumal die Schilderungen von Lateefs und Violets hektischer Suche nach Will die Handlung mit Macht vorantreiben, um sie dann wieder in der stickigen Luft des Subway mit William um Atem und Kühle ringen zu lassen. Wray erzeugt Spannung und Aufmerksamkeit, aber kein Mitgefühl im herkömmlichen Sinne, weil sein Protagonist kein Leidender ist. Die Störung ist Teil seiner Identität, und in seinen befremdet-interessiert-irritierten Beobachtungen steckt weniger wohlfeile Zivilisationskritik denn surreale Komik. Manchmal kommen Will Zweifel an seiner Berufung, etwa beim Betrachten eines herumliegenden Pornohefts: „Als Lowboy die Zeitschrift durchblätterte und alle wichtigen Details in sich aufnahm, fragte er sich, ob es die Welt nicht verdient hatte, unterzugehen. Ich werde die halbe Welt retten, beschloss er ... " - Zur Rezension

Sonntag, 24. Mai 2009

Überversorgte Kinder - Überforderte Eltern

Holger Schlageter
Das Geheimnis gelassener Erziehung - Wie Eltern das rechte Maß finden. Wie aus kleinen Tyrannen wieder glückliche Kinder werden. Ein Ratgeber
Krüger Verlag, 256 S., brosch., ISBN 978-3-8105-1842-2, € (D) 14,95, € (A) 15,40, SFR 26,90
Unsere Kinder sind überversorgt und unterfordert: Zu viel Geld, zu viel Watte. Dabei wollen wir es nur richtig machen. Aber von der Angst getrieben, als Erziehende zu versagen, schießen wir übers Ziel hinaus. Das Resultat sind Kinder, die keine Grenzen kennen, die zu orientierungslosen und ängstlichen Erwachsenen werden, die es nie gelernt haben zurückzustecken, Niederlagen zu meistern, Verantwortung zu übernehmen und im Team zu arbeiten. Der Psychologe und Pädagoge Holger Schlageter zeigt den Weg zum rechten Maß in der Erziehung. Mit Blick auf die wunderbaren Möglichkeiten, Kinder zu gesunden Persönlichkeiten zu erziehen und zu entwickeln – gelassen und ohne Angst.
Rezension dradio (Auszug): ... "Das Geheimnis gelassener Erziehung" ist auf jeden Fall ein Buch für verunsicherte Eltern, jene, die von Selbstzweifel getrieben sind, meinen, nicht gut genug zu sein oder sich durch den ständigen Vergleich mit anderen Eltern unter Druck setzen. Denen sollte der Paperbackband per Rezept verordnet werden, mit der Empfehlung, die Beine hoch zu legen und den Kindern derweil das Spiel allein oder einen Dienst im Haushalt zuzumuten. Vielleicht könnten sie bereits beim Lesen spüren, dass diese Gelassenheit ihrer Familie gut tut und zugleich mehr Nähe zueinander bringt ... Zur Rezension