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Donnerstag, 7. April 2011

Mami, wer ist mein Vater? Kuckuckskinder - Mit Fallbeispielen

Hildegard Haas, Claus Waldenmaier (Hg.)
Der Kuckucksfaktor - Raffinierte Frauen? Verheimlichte Kinder? Zweifelnde Väter?
Gennethos Verlag, TB 347 S., ISBN 3-938321-00-8, EUR 39,80Kuckuckskinder werden sie genannt: die verheimlichten und untergeschobenen Folgen eines Seitensprungs, die sich oft erst im Erwachsenenalter auf die Suche nach ihrer biologischen Identität machen. Der Begriff „Kuckucksfaktor“ steht für ein Phänomen, über das nicht nur in Familien und therapeutischen Einrichtungen, sondern seit einigen Jahren auch vermehrt in den Medien rege diskutiert wird. Die Kindesunterschiebung - so die offizielle Bezeichnung - wirft allerdings mehr als nur rechtliche Fragen auf.

Zusammen mit fünf weiteren Autoren nähern sich die Biologin und der Mediziner, die als Vorreiter in der Durchführung der privaten Vaterschaftsanalyse gelten, dem brisanten Thema in einer ganzheitlichen Betrachtung. Neben informativen Streifzügen durch die Geschichte der Vaterschaftslüge, Erklärung der Ursachen auf der Basis evolutionspsychologischer Studien, nützlichen Begriffserläuterungen und juristischen Tipps, werden die Erfahrungen der Wissenschaftler und Therapeuten im Umgang mit den Betroffenen aufgearbeitet. Im Zentrum des Buches stehen fünf in kleine Kurzgeschichten verpackte Fallbeispiele, die die zum Teil dramatischen Konsequenzen einer verheimlichten Vaterschaft veranschaulichen und den geschätzten 10 Prozent Kuckuckskindern in Deutschland ein Gesicht geben. Die kritische Auseinandersetzung mit der Häufigkeit von Kuckuckskindern als auch die Frage nach der Triebfeder ihres Entstehens und den psychologischen und rechtlichen Folgen (Kuckucksfaktor) sind das Kernthema dieses Buches.
 
Aus einer Buchbesprechung von Maja Roedenbeck: "Hier wird höchste Konzentration beim Lesen und ein tiefgehendes Interesse an den gesellschaftlichen, biologischen und psychologischen Hintergründen des Phänomens „Kuckuckskinder“ vorausgesetzt. Da die Herausgeber Experten für genetische Diagnostik sind, gehen sie (und ihre Co-Autoren) äußerst akribisch und in einem akademischen Ton an die Aufgabe heran, dem Laien die wissenschaftlichen Erkenntnisse rund um die Kindesunterschiebung verständlich zu machen ..."

Maja Roedenbeck
Kuckuckskinder - Schwanger! Aber nicht vom Partner
Nicht wissen, von welchem Mann das Kind ist, ist nicht nur für die werdende Mutter ein großes Dilemma. Auch die vermeintlichen Väter und die Kinder können sich früher oder später in einer verzweifelten Lage befinden. Maja Roedenbeck mit einem Plädoyer für die Flucht nach vorn ...

Samstag, 19. März 2011

Kinder psychisch kranker Eltern

Sigrun Eder, Petra Rebhandl
Annikas andere Welt

Edition Riedenburg, Salzbug 2011, Pb., ca. 120 S., zahlreiche farbige und s/w-Illustrationen von Evi Gasser; etliche Arbeitsblätter für Kinder, ISBN 978-3-902647-35-1; EUR 19,90 [D], EUR 20,50 [A]
Sind Erwachsene psychisch krank, dann leiden sie vorwiegend an Ängsten, Depressionen, Manien, Essstörungen, Suchterkrankungen, Schizophrenien oder Zwängen. Bei zunehmendem Problemdruck verdichten sich Suizidgedanken und Selbsttötungsversuche häufen sich.

Für Partner und Angehörige stellt die Bewältigung des Alltags mit psychisch Kranken eine enorme Belastung dar, wobei das Zusammenleben infolge ausbleibender Krankheitseinsicht und Behandlungsbereitschaft zusätzlich erschwert wird. Richtig kompliziert wird es, wenn psychisch kranke Erwachsene minderjährige Kinder haben. Denn die psychische Krankheit erzeugt Unklarheit, Ängste, Schuldgefühle und verändert die Eltern-Kind-Beziehung meist ungünstig, weil Kinder oftmals vernachlässigt werden, seelische Gewalt erleben, einem Geheimhaltungsgebot ausgesetzt sind oder aufgrund stationärer Aufenthalte und Fremdunterbringung von ihren Bezugspersonen getrennt werden. Nicht selten wird dadurch die gesunde psychische Entwicklung eines Kindes maßgeblich gefährdet.

Das Sachbuch „Annikas andere Welt“ teilt sich in drei Abschnitte: Im ersten erhalten Kinder Informationen über die psychische Krankheiten der Eltern, deren Anzeichen und Auswirkungen auf sie selbst, die Eltern-Kind-Beziehungen sowie das Familienleben. Auch werden Ideen vermittelt, wie Kinder Gleichaltrigen die Krankheit erklären und wie sie selbst damit besser klarkommen können. Zahlreiche Arbeitsblätter laden zusätzlich zur Selbstreflexion, zum Entdecken eigener Fähigkeiten und Bewältigungsstrategien sowie zur Entwicklung eines differenzierten Familienbildes ein. Die Unterlagen im Buch eignen sich auch für die psychologische, psychotherapeutische, ärztliche und pädagogische Begleitung.

Im zweiten Teil bekommen Eltern, Angehörige und psychosoziale Helfer Informationen zum kindlichen Erleben, Folgeproblemen, Risikofaktoren, Fremdunterbringung und wie sie trotz Krankheit gut für ihre Kinder sorgen können.

Für PsychologInnen und PsychotherapeutInnen? finden sich im dritten Abschnitt Anregungen für die Arbeit mit psychisch kranken Eltern und deren Kinder.

 

Mittwoch, 11. November 2009

Der Heilpädagoge Henning Köhler

Vom Wunder des Kindseins
TB, 80 S., ISBN-10: 3-7725-1266-6, ISBN-13: 978-3-7725-1266-7, 8,90 EUR
Ich glaube, dass in viel mehr Fällen als wir denken, die voreilige Vermutung, es liege Erziehungsversagen oder eine Entwicklungsstörung vor, sobald sich ein Kind ungewöhnlich benimmt, einen Teufelskreis in Gang setzt, und dass in vielen Fällen erst diese Vermutung und alles was aus ihr folgt, zu den wirklich krank machenden Prozessen führt. (Henning Köhler )
Henning Köhler macht in diesem Buch darauf aufmerksam, wie wichtig es gerade heute ist, wirklich Kind sein zu können. Dies gilt in besonderem Maße auch für die so genannten Sorgenkinder, denen er sich in seinen Überlegungen zum Thema Therapie, Erziehung und Heilung im neuen Teil dieses Buches widmet: Die Idee der Kindheit – welchen Auftrag bringen Sorgenkinder mit?
Die Kraft des Verstehens ist die eigentlich heilende Kraft. Alle Maßnahmen sind sinnlos, wenn nicht die Kraft der Liebe wirkt. Und Liebe ist nicht etwas Verschwommenes und Sentimentales … Liebe heißt nämlich zunächst einmal Interesse. Und Interesse, Aufmerksamkeit sind Qualitäten, die man erringen kann.

Schwierige Kinder gibt es nicht - Plädoyer für eine Umwandlung des pädagogischen Denkens
geb., 179 S., ISBN-10: 3-7725-2164-9, ISBN-13: 978-3-7725-2164-5, 10,00 EUR
In Erziehungsfragen breitet sich heute eine Krisenstimmung aus, die sich manchmal bis zu Kassandrarufen einer bevorstehenden Katastrophe steigert. Das Unbehagen rührt vor allem daher, dass immer mehr Kinder so genannte Verhaltensstörungen oder –auffälligkeiten zeigen und als erzieherisch schwer führbar gelten. Henning Köhler geht der Frage nach, ob tatsächlich die Kinder immer schwieriger werden oder ob die allgemeine Bewusstseinslage und die gesellschaftlichen Verhältnisse auf eine für Kinder unerträgliche Situation zutreiben: Wer oder was ist hier eigentlich «schwierig»?
Köhler stellt gewohnte Denkschablonen in Frage und umreißt in Grundzügen einen spirituell vertieften Erziehungsbegriff, der aus der gegenwärtigen Sinnkrise herausführen könnte. Henning Köhler zeigt auf, dass die Schwierigkeiten der Kinder im Grunde die Schwierigkeiten der Erwachsenen und die zunehmende Entfremdung in unserer Umwelt sind. Er stellt herkömmliche Erklärungsmusterin Frage und plädiert für eine am Kind, weniger am Willen der Erwachsenen orientierte Pädagogik. Ein wichtiges Buch für alle Eltern.
»Sehr oft stehen wir vor dem Problem, dass Eltern sich ihrer privilegierten Rolle als unersetzliche Vertrauenspersonen des Kindes gar nicht bewusst sind. Sie lassen die Möglichkeiten, die sich daraus ergeben, dann brachliegen.« (Henning Köhler)

War Michel aus Lönneberga aufmerksamkeitsgestört? Der ADS - Mythos und die neue Kindergeneration
kt., 296 S., ISBN-10: 3-7725-1937-7, ISBN-13: 978-3-7725-1937-6, 18,50 EUR
«ADS», Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom, so lautet die häufigste Diagnose in kindertherapeutischen Sprechzimmern. Doch Vorsicht:Hinter dieser Feststellung verbirgt sich nur allzu oft eine auf physikalisch-chemische Prozesse reduzierte Sichtweise, die an der eigentlichen Realität der Kinder vorbeigeht. Henning Köhler zeigt die Schwächen und Widersprüche dieses eindimensionalen Menschenbildes auf und macht den Eltern Mut, ihre Kinder liebevoll wahrzunehmen und zu einer wesensgemäßen Therapie beizutragen.
Immer häufiger hören Eltern, die mit ihrem «Zappelphilipp» in die Sprechstunde kommen, die Diagnose «ADS». Was ist ADS eigentlich, warum wird es immer häufiger diagnostiziert und mit Medikamenten «therapiert»? Diesen, viele besorgte Eltern umtreibenden Fragen geht Henning Köhler in seinem neuen Buch nach. Er betrachtet dabei kritisch die gegenwärtige Medizin, die auffälliges Verhalten mit gehirnphysiologischen oder chemischen Prozessen identifiziert und dabei das Wesen einer neuen Kindergeneration vollständig ignoriert. Köhler diagnostiziert in der ADS-Symptomatik eine Signatur unserer immer mehr in materialistische Sichtweisen verfallenden Zeit. Im zweiten und dritten Teil seiner Darstellung gibt Köhler den Eltern Hilfestellung für das Verständnis und die Therapie der so genannten «ADS-Kinder». Dabei gilt es sowohl Begabungen zu erkennen und zu fördern wie auch Schwächen liebevoll wahrzunehmen und zu heilen.

Von ängstlichen, traurigen und unruhigen Kindern - Eine Orientierung für Eltern und Erzieher
7.Auflage für Oktober 2009 geplant, geb., 154 S., ISBN-10: 3-7725-1186-4, ISBN-13: 978-3-7725-1186-8, 17,50 EUR
Henning Köhler beschäftigt mit Erziehungsproblemen des ersten und zweiten Jahrsiebts. Dabei wendet er sich in einer klaren, eher dem Beratungsgespräch angelehnten Sprache direkt an die Eltern und Erzieher. Es geht ihm besonders um die Problematik der ängstlichen, traurigen und unruhigen Kinder. Anhand dieser entwickelt er aber auch eine Grundfrage jeglicher Erziehung: Welche Beziehung hat das Kind zu seinem höheren Wesen, zu seinem Engel? Ist es möglich, daß der Erzieher diese Beziehung wahrnehmen und unterstützen kann?
Henning Köhler macht deutlich, daß gerade beim unruhigen und ängstlichen Kind eine gestörte Beziehung des Kindes zu seinem höheren Wesen vorliegt. Eine grundlegende Hilfestellung bietet Köhler dadurch an, daß er die Eltern und Erzieher darauf aufmerksam macht, wie eine gesunde Beziehung des Kindes zu seinem höheren Wesen wiederhergestellt werden kann. Dies geschieht insbesondere dadurch, daß das Kind zu seinen Leibessinnen (Tastsinn, Lebenssinn, Bewegungssinn, Gleichgewichtssinn) in ein gesundes Verhältnis gebracht wird. Es läßt sich nämlich feststellen, dass gerade bei unruhigen, traurigen und ängstlichen Kindern diese Beziehung empfindlich gestört sein kann. Erst wenn das Kind in ein harmonisches Verhältnis zu seiner Leiblichkeit und insbesondere den Leibessinnen gebracht wird, kann es wieder den Anschluß an sein höheres Wesen finden.

Die stille Sehnsucht nach Heimkehr - Zum Verständnis der Pubertätsmagersucht
kt., 240 S., ISBN-13: 978-3-7725-1560-6, 18,90 EUR
»Alles, was dazu geforscht und entwickelt wurde, ist hier sorgfältig zusammengetragen und durchgehend mit den persönlichen Erfahrungen des Autors verknüpft.« (info3)
»Henning Köhler gelingt es in einer sympathisch-bescheidenen Weise, seine langjährigen Erfahrungen in der Therapie mit magersüchtigen Mädchen erlebbar darzustellen.« (Erziehungskunst)



Jugend im Zwiespalt - Eine Psychologie der Pubertät für Eltern und Erzieher
kt., 256 S., ISBN-13: 978-3-7725-2519-3, 15,90 EUR
Henning Köhler zeigt die Ursachen der Pubertätskrise auf und gibt Eltern und Erziehern Anregungen, wie man durch eine gesprächsbereite und selbstkritische Haltung den jungen Menschen in diesem Lebensabschnitt helfen kann.
Inhaltsverzeichnis:
Spurensuche. Jugendfrage und Menschenbild: Entwicklung zwischen
Bedingtheit und Freiheit. Das Ich: fixe Idee oder Realität?
Der Weg zum Herzen. Die Pubertätskrise im Licht der frühen Kindheit: Vorbemerkungen zur Symptomatologie. Wandlungen der Selbst- und Welterfahrung
Anatomie einer Krise. Seelische Beobachtungsresultate aus der Jugendarbeit und Ratschläge für Eltern und Erzieher: Güte, Schönheit, Wahrheit?
Schattenreiche. An die Eltern
Anhang. Drei Kolumnen und ein Märchen

Vom Rätsel der Angst - Wo die Angst begründet liegt und wie wir mit ihr umgehen können
Ln., 171 S., ISBN-10: 3-7725-1061-2, ISBN-13: 978-3-7725-1061-8, 15,90 EUR
Angst ist für die meisten Menschen ein Zustand, den sie tunlichst vermeiden oder möglichst schnell beseitigen möchten. Henning Köhler geht mit sorgsamer seelischer Beobachtung auf dieses Phänomen ein und stellt dabei fest, dass wir die Angst für ein gesundes Seelenleben sehr wohl benötigen: Angst befähigt uns, unsere Beziehungs- und Zuwendungsfähigkeit zu steigern und zu vertiefen. Gefährlich und krank machend wirkt hingegen die Angst vor der Angst.
Henning Köhler macht deutlich: Stärkung der Seele gegenüber der Angst bedeutet nicht, die Angst zu beseitigen, sondern vielmehr, sich ihr aussetzen, sie als einen Bestandteil in das Seelenleben integrieren zu können.
Inhaltsverzeichnis:
Vom Wesen der Angst
Umriss der Fragestellung: Ist Angst etwas Schlechtes?
Die Unheimlichkeit des Seins
Der Mut zur Niederlage: Vom wahren Wohlstand oder: Jeder ist mal ein Feigling gewesen
Angst – Schlaf – Kindheit: Die Belehrung des Wachbewusstseins durch das Schlafbewusstsein

Vom Ursprung der Sehnsucht - Die Heilkraft von Kreativität und Zärtlichkeit
geb., 218 S., ISBN-10: 3-7725-2163-0, ISBN-13: 978-3-7725-2163-8, 10,00 EUR
Eine engagierte Darstellung der schöpferischen Sehnsuchtskräfte im Menschen. Henning Köhler beschreibt die lebendigen Prozesse zwischenmenschlicher Beziehungen und den Aspekt der Liebe als Qualität des Verstehens.
Henning Köhler zeigt die krank machenden Gewohnheiten und gesellschaftlichen Verhaltensweisen unserer Gegenwart auf und fragt nach der Qualität des Eros, die ursprünglich in der Jugendzeit erwacht. Eros ist diejenige Kraft im Menschen, die Kreativität und Zärtlichkeit miteinander verbindet. Zugleich führt sie zu einem unmittelbaren Verstehen des anderen Menschen. Diese heilende, eine Wesensbeziehung stiftende Kraft wiederzuentdecken und im therapeutischen wie im gesellschaftlichen Bereich zugänglich zu machen ist das Anliegen des Buches. In diesem Sinne kann es auch als Manifest bezeichnet werden – ein Manifest für die Liebe.
»Ich behaupte und versuche zu begründen, dass die Quelle der Kreativität dieselbe ist, aus der auch die Liebefähigkeit erfließt.« (Henning Köhler)


Henning Köhler: geb. 1951, verheiratet, zwei Kinder, Heilpädagoge, Kinder- und Jugendtherapeut in eigener Praxis nach vorangegangenen Lehrjahren als Heimerzieher, Kleinklassenlehrer, klinischer Heilpädagoge und in der freien Jugendarbeit, ausgedehnte Lehr- und Vortragstätigkeit im In- und Ausland, zahlreiche Beiträge in Zeitschriften und Anthologien, sowie im Rundfunk. Entwurf und Installation des berufsbegleitendenden Qualifikationslehrgangs für integrative Aufgaben im FBW Rheinland und der berufsbegleitenden Zusatzausbildung zum Pädagogischen Berater am JKI. Mitbegründer der Fulbertus-Akademie für Sozialpädagogik in Erftstadt.Henning Köhler gründete 1986 die Heilpädagogische-Therapeutische Ambulanz, diese bildet seit 1987 einen Teil des Janusz-Korczak-Insitutes. Er hat es sich zur Aufgabe gestellt, Kindern und Jugendlichen zu helfen, deren Probleme sich als sogenannte Entwicklungsstörungen bzw. als Verhaltensauffälligkeiten äußern. Durch zahlreiche Buchveröffentlichungen bekannt. - Janusz-Korczak-Institut

Sonntag, 18. Oktober 2009

Kinderbuch zum sexuellen Mißbrauch

V. Dumont, M. Brunelet
Ich habe Angst vor diesem Mann
Ab 7 Jahre; 48 S., ISBN 978-3-934029-07-1, Eur 10,00, sFr. 18,00
Ein feinfühliges Buch über ein schwieriges Thema: Anhand einer frei erfundenen Geschichte werden die heiklen Fragen im Zusammenhang mit sexuellem Missbrauch von Kindern aufgegriffen. Das Buch beschreibt die Ambivalenz ihrer Gefühle und beweist, wie kompliziert und gleichzeitig wichtig es ist, darüber zu reden. Es weist auf die Gefahren hin und zeigt den Kindern, wie sie sich richtig verhalten bzw. schützen können, ohne voller Misstrauen durchs Leben zu gehen.
Auf dem Heimweg von der Schule wird Sophie eines Tages von einem Exhibitionisten überrascht. Angst und Unsicherheit sind die Folge. Doch Eltern und Lehrer helfen ihr und ihren Mitschülern, den Schock zu verarbeiten.
Inhalt: Sophie ist acht Jahre alt. Dieses Jahr darf sie zum ersten Mal allein von der Schule nach Hause gehen. Alles geht gut - bis sich ihr eines Tages ein Exhibitionist in den Weg stellt. Völlig verstört spricht sie mit ihren Eltern darüber, aber selbst danach ist sie immer noch ängstlich und traut sich nicht mehr allein aus dem Haus. Überall vermutet sie Menschen, die ihr Böses wollen. Nur allmählich verliert sie ihre Angst und gewinnt das Vertrauen in sich und andere zurück - vor allem dank einer offenen Diskussion in der Schule, wo die Kinder lernen, wie sie sich am besten in solchen Situationen verhalten sollen.
Der gleichaltrige Jan ist in derselben Klasse wie Sophie. Jeden Sonntagnachmittag kümmert sich sein alleinstehender Onkel Achim um ihn. Aber seit sie in der Schule von Menschen mit sexuellem Fehlverhalten gehört haben und dass auch von vertrauten Personen eine Bedrohung ausgehen kann, fühlt er sich in Gesellschaft seines Onkels auf einmal unwohl. Er kann dessen völlig harmlose und herzlich gemeinte Gesten nicht mehr einordnen und wird deshalb sogar krank. Erst nach einem offenen Gespräch mit seinem Onkel begreift Jan den Unterschied zwischen einem Menschen, der es einfach nur lieb meint, und einem, der Böses will.
Leseprobe aus dem 2. Kapitel: Gerüchte um einen seltsamen Mann
" ... Seit einigen Tagen hören Sophie und ihre Freundinnen in der Schule, wie über ein merkwürdiges Ereignis gesprochen wird: Die älteren Kinder erzählen, dass da manchmal ein Mann ganz allein auf der Straße steht und den vorbeigehenden Leuten seinen Penis zeigt. "Das ist ja eklig!"
Zwar hat bisher niemand diesen Mann richtig gesehen, aber er soll einen großen Hut und einen grauen Regenmantel tragen, so wie man es von Krimis her kennt. 'Und wenn das nur eine Erfindung ist?', fragt sich Sophie, die genau weiß, dass manchmal aus Wichtigtuerei Dinge erzählt werden, die gar nicht stimmen ... Leuten, die man nicht einmal kennt, seinen Penis zu zeigen, so etwas macht man einfach nicht, schon allein wegen des Schamgefühls.
Sophie und ihre Freundinnen haben lange über diesen Fall gesprochen und sind sich dann einig geworden, dass so etwas nicht möglich sei und es sich dabei ganz sicher um eine Erfindung handle. Das hat sie doch sehr beruhigt, denn ein bisschen Angst hat ihnen diese Geschichte schon gemacht. Seither spricht auch keiner mehr darüber. Zudem steht Weihnachten vor der Tür, da gibt es genug anderes zu tun: Geschenke basteln, das Haus schmücken und vor allem - warten ... "

Dienstag, 13. Oktober 2009

Zwischenmenschliche Interaktion

Virginia Satir, James Stachowiak, Harvey A. Taschman
Praxiskurs Familientherapie - Die Entwicklung individuellen Gewahrseins und die Veränderung von Familien
Junfermann Verlag 2000, 240 S., kt., ISBN: 3-87387-426-1, ISBN 13: 978-3-87387-426-8, 20,50 EUR
Die Probleme, die ein Mensch hat, sind nicht unabhängig von der sozialen Situation des Betreffenden. Vielmehr wird das menschliche Verhalten insbesondere durch die Ursprungsfamilie geprägt. Die Familie beeinflußt unsere Wahrnehmung sowie unsere Art, mit anderen zu interagieren und zu kommunizieren. Wenn therapeutische Interventionen die Kommunikationsmuster der Mitglieder einer Familie verbessern, ist das Resultat ein funktionelleres Verhalten der betreffenden Familie. Obwohl es in diesem Buch hauptsächlich um Familien mit großen Schwierigkeiten geht, sind die beschriebenen Erkenntnisse und Ansätze allgemein anwendbar. Die Autoren wenden sich nicht nur an Therapeuten, Berater und Sozialarbeiter, sondern an alle, denen die Veränderung von Familien am Herzen liegt und die in der Lage sind, die Verwirklichung dieses Ziels konstruktiv zu unterstützen. Das Buch ist von Virginia Satirs Wärme und Menschlichkeit geprägt. Immer wieder weist sie auf die besondere Bedeutung des nonverbalen, physischen Erlebens und der Wahrnehmung kinästhetischer Signale bei der Interpretation von Beziehungen hin. Die Übungen, die sie empfiehlt, wirken vermittelnd, und sie helfen, jene unnötigen verbalen Auseinandersetzungen zu vermeiden, die im Familienleben so häufig stattfinden. Wie in allen ihren Publikationen gelingt es Virginia Satir auch hier, bei Versuchen, Probleme zu lösen, Schuldzuweisungen und Streitigkeiten generell zu meiden. Die Formen nützlicher und nutzloser Interaktion, die Virginia Satir und James Stachowiak in diesem Buch beschreiben, sollten all diejenigen kennen, die sich mit zwischenmenschlicher Interaktion beschäftigen ... Mehr in unserem Ratgeber Kinderbuch

Donnerstag, 27. August 2009

Kinder: Rat und Hilfe bei Kopfschmerzen und Migräne

Prof. Dr. Kropp, Peter, Dr. Ebinger, Friedrich
Wenn Kindern der Kopf wehttut - Rat und Hilfe bei Kopfschmerzen und Migräne
Urania 2008, 128 S., brosch., ISBN: 978-3-7831-6116-8, 12.95 EUR
Schon kleine Kinder leiden häufig unter Spannungskopfschmerzen und Migräne. Dabei gibt es ganz verschiedene Symptome, wie sich diese äußern. Hier erklären drei renommierte Kopfschmerz-Experten, welche Arten von Kopfweh es bei Kindern gibt, wie diese sich zeigen und was man dagegen tun kann. Dazu gibt es einen Kopfschmerz-Fragebogen für Kinder, einen Fragebogen für die Eltern sowie die Vorlage für ein Schmerztagebuch.
"Wichtig ist uns, dass Eltern nicht sofort an eine Katastrophe denken", so Professor Dr. Kropp, Direktor des Instituts für medizinische Psychologie am Universitätsklinikum Rostock.
"Kopfschmerzen sind - leider - etwas ganz Normales." Es geht den Verfassern darum, Eltern die Angst zu nehmen. Kopfschmerzen bei Kindern seien nur in den seltensten Fällen Anzeichen schwerer Erkrankungen. Gleichzeitig listen die Autoren jedoch die Symptome auf, bei denen unbedingt ein Arzt aufgesucht werden sollte. Das Buch enthält zahlreiche praktische Tipps, die das Leiden lindern können: Mitunter helfen schon die Zufuhr von ausreichend Flüssigkeit, die Reduzierung der Zeiten vor dem Fernseher und Computer und genügend Schlaf. Stressabbau, der als Ritual etwa in Form von Lachübungen vor dem Spiegel oder Entspannungsübungen ins Familienleben integriert werden kann, Eisbehandlungen (Schläfen kalt, Hände warm) oder Massagen mit Öl wirken ebenfalls lindernd ... Mehr zum Buch

Mittwoch, 27. Mai 2009

16 Jahre - schizophren. Ein Roman

John Wray
Retter der Welt
rowohlt 2009, Hardcover, 352 S. ISBN 978-3-498-07362-6, 19,90 €
William Heller oder Lowboy, wie er sich nennt, ist sechzehn, schizophren und, so heißt es, gefährlich. Er soll eine Freundin vor die Subway geschubst haben. Und nun sind die Cops vom New York Police Department hinter ihm her, mitsamt seiner Mutter. Doch Lowboy hat ein viel schlimmeres Problem: Seit er aus der Anstalt ausgebrochen ist, strebt die Welt zügig auf die Selbstvernichtung zu, und nur er allein kann sie retten ... Auf der Flucht und einer vagen Suche zugleich, immer verfolgt von einem Profiler, der eine ebensolche Vorliebe für Geheimschriften und Rätsel hat wie er, hetzt Lowboy durch die Tunnel und Katakomben der New Yorker U-Bahn – eine düstere Welt, deren Wahrnehmung stets ins Wahnhafte verschoben scheint und deshalb umso schillernder die Wirklichkeit spiegelt. John Wray, eines der großen jungen Talente der US-Literatur, schreibt mit der zwingenden Logik der Paranoia: apokalyptisch, visionär, in der Tradition von Malcolm Lowry, Hubert Selby und Jonathan Lethem. - Leseprobe (pdf)
Rezension im "missionjanet"-Blog (Auszug): " ... Der Roman ist ein Fest für Freunde von Codes und Mustern, doch in ihrer Entzifferung liegt nicht der Anspruch dieses erstaunlichen Buches, dessen Lektüre Wills Fahrt mit der U-Bahn ähnelt: Man steigt ein und darf sich getrost darauf verlassen, dass der Tunnel, diese Megametapher des Romans, die Richtung vorgibt, dass die Erzählung trägt ... Man kann diesen Roman, in dem ein Gejagter die Welt retten will, fast wie einen Thriller lesen, zumal die Schilderungen von Lateefs und Violets hektischer Suche nach Will die Handlung mit Macht vorantreiben, um sie dann wieder in der stickigen Luft des Subway mit William um Atem und Kühle ringen zu lassen. Wray erzeugt Spannung und Aufmerksamkeit, aber kein Mitgefühl im herkömmlichen Sinne, weil sein Protagonist kein Leidender ist. Die Störung ist Teil seiner Identität, und in seinen befremdet-interessiert-irritierten Beobachtungen steckt weniger wohlfeile Zivilisationskritik denn surreale Komik. Manchmal kommen Will Zweifel an seiner Berufung, etwa beim Betrachten eines herumliegenden Pornohefts: „Als Lowboy die Zeitschrift durchblätterte und alle wichtigen Details in sich aufnahm, fragte er sich, ob es die Welt nicht verdient hatte, unterzugehen. Ich werde die halbe Welt retten, beschloss er ... " - Zur Rezension

Sonntag, 24. Mai 2009

Überversorgte Kinder - Überforderte Eltern

Holger Schlageter
Das Geheimnis gelassener Erziehung - Wie Eltern das rechte Maß finden. Wie aus kleinen Tyrannen wieder glückliche Kinder werden. Ein Ratgeber
Krüger Verlag, 256 S., brosch., ISBN 978-3-8105-1842-2, € (D) 14,95, € (A) 15,40, SFR 26,90
Unsere Kinder sind überversorgt und unterfordert: Zu viel Geld, zu viel Watte. Dabei wollen wir es nur richtig machen. Aber von der Angst getrieben, als Erziehende zu versagen, schießen wir übers Ziel hinaus. Das Resultat sind Kinder, die keine Grenzen kennen, die zu orientierungslosen und ängstlichen Erwachsenen werden, die es nie gelernt haben zurückzustecken, Niederlagen zu meistern, Verantwortung zu übernehmen und im Team zu arbeiten. Der Psychologe und Pädagoge Holger Schlageter zeigt den Weg zum rechten Maß in der Erziehung. Mit Blick auf die wunderbaren Möglichkeiten, Kinder zu gesunden Persönlichkeiten zu erziehen und zu entwickeln – gelassen und ohne Angst.
Rezension dradio (Auszug): ... "Das Geheimnis gelassener Erziehung" ist auf jeden Fall ein Buch für verunsicherte Eltern, jene, die von Selbstzweifel getrieben sind, meinen, nicht gut genug zu sein oder sich durch den ständigen Vergleich mit anderen Eltern unter Druck setzen. Denen sollte der Paperbackband per Rezept verordnet werden, mit der Empfehlung, die Beine hoch zu legen und den Kindern derweil das Spiel allein oder einen Dienst im Haushalt zuzumuten. Vielleicht könnten sie bereits beim Lesen spüren, dass diese Gelassenheit ihrer Familie gut tut und zugleich mehr Nähe zueinander bringt ... Zur Rezension

Samstag, 21. Februar 2009

Buch und Theaterstück (zum buchen)

Eric-Emmanuel Schmitt
Oskar und die Dame in Rosa - Erzählung
Aus dem Französischen von Annette und Paul Bäcker. Mit achtzehn farbigen Abbildungen von Marcelino Truong, Ammann Verlag Zürich, 112 S., ISBN 9783250104940, EUR 19.90, CHF 34.90 und ISBN 9783250600572, EUR 13.80, EUR (A) 14.20, CHF 25.80
Oskar und die Dame in Rosa ist ein Buch, dem man sich nicht entziehen kann. Ohne falsche Sentimentalität geht Eric-Emmanuel Schmitt ein schwieriges und trauriges Thema an und spendet mit seiner warmherzigen Erzählweise die Kraft und den Mut, einer solchen Situation offen zu begegnen. Mit den farbigen Illustrationen, in kräftigen Pastelltönen gehalten und weich konturiert, gelingt es Truong, den Text um eine versöhnlich zarte und romantische Note zu bereichern, ohne kitschig zu werden. Autoren-Webseiten

Das Theaterstück "Oskar und die Dame in Rosa" mit Eva Ingeborg Scholz kann ab sofort über die Akademie Panta Rhei gebucht werden. Geeignet für Hospize, Kliniken , soziale Einrichtungen ...
Oskar ist zehn und hat noch zwölf Tage zu leben. Hat Eltern, die damit restlos überfordert sind. Hat Ärzte, die ernsthaft frustriert sind und - Gott sei Dank! – hat er so was wie einen Engel. Der besucht ihn regelmäßig und ist eine "uralte" Dame in Rosa. Ex-Catcherin behauptet sie. Eine, die ihn nicht anlügt, jedenfalls nicht in Dingen, die zählen, eine die nicht kneift wenn’s knifflig wird, eine die ihm mit Phantasie und Humor begegnet, eine die ihm zuhört, eine mit brauchbaren Ideen.
Zum Beispiel die hier: 1 Tag = 10 Jahre. Wenn die Zeit sehr knapp wird, muss man besonders kreativ mit ihr umgehen. Heißt: Leben im Zeitraffer. Heißt: Oskar erlebt das alles ein bisschen früher: Grad noch zehn, blüht ihm ratzfatz die Pubertät, das große Verliebtsein, das große Betrübtsein, Midlife-Crisis, Alter… Er lernt sich kennen: glaubend, liebend, hoffend zweifelnd, ängstlich, elend. Lernt, sich zu versöhnen – vor allem mit denen, die ihn in ihrer Hilflosigkeit zugemüllt haben mit Geschenken: seinen Eltern. Lernt, was das Schwerste von allem ist: mit dem Tod versöhnt zu sterben.
Oskar 10, Rosa 110 (?): Zwei, die sich nichts vormachen; zwei die sich stellen, die sich halten, die sich Mut machen. Zwei, die noch was zu lachen haben wollen, trotzdem. Auf Anregung der alten Dame hat der kleine Mann einen Schriftverkehr der besonderen Art geführt. Den sie uns an diesem Abend präsentiert. - Mehr dazu auf Akademie Panta Rei

Donnerstag, 4. September 2008

Kinder psychisch kranker Eltern

Katja Beeck
Ohne Netz und ohne Boden
- Situation Kinder psychisch kranker Eltern

56 S., 2. Aufl. 2004, 5,00 €
Berichte, Gedichte und Zeichnungen von Kindern psychisch kranker Eltern sowie ausführliche Informationen zu ihrer Situation.
Kinder psychisch kranker Eltern brauchen ein Netz, um nicht ins Bodenlose zu fallen: Psychisch kranke Menschen haben eine geringe, ihre Kinder gar keine Lobby. Um sie zu schaffen, muss zunächst die (Fach-) Öffentlichkeit für die Problematik in den Familien sensibilisiert werden. Erst dann wird ein Netz aufgebaut sowie präventive Hilfsprojekte verstärkt ins Leben gerufen und langfristig finanziert werden. Denn obwohl das Risiko der Kinder, selbst zu erkranken, schon lange erforscht ist, ist der Alltag der Kinder – auch der erwachsenen Kinder – immer noch weitgehend unbekannt. Glücklicherweise brechen immer mehr erwachsene Kinder das Tabu und sprechen über ihre Kindheit und ihre derzeitige Lebenssituation. Ich danke daher allen erwachsenen Kindern, die mir ihre Berichte, Gedichte oder Bilder für diese Broschüre zur Verfügung gestellt haben. Diese tragen dazu bei, dass die Situation Kinder psychisch kranker Eltern mit ihren zahlreichen Facetten ans Licht gebracht und anderen Menschen ein Einblick in den Alltag und die Gedanken der Kinder ermöglicht wird.
Kinder psychisch kranker Eltern brauchen Ihre Hilfe, damit ein tragfähiges Netz entsteht: Wenn Sie nach dem Lesen der Broschüren Kinder psychisch kranker Eltern mit anderen Augen sehen und sich für diese Kinder in Ihrem Umfeld einsetzen, bzw. wenn Du als (erwachsenes) Kind nach dem Lesen Mut fasst, über Deine Situation zu sprechen und Dich für die Verbesserung unserer Situation einsetzt, dann habe ich mein Ziel erreicht. - Webseiten der Autorin (mit weiteren Broschüren): Netz und Boden