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Dienstag, 14. Juni 2011

Kindesmisshandlungen

Hedwig Stellamans-Wellens
Narben auf der Seele - Traumatisierte Kinder und ihre Eltern
Urachhaus Verlag, 152 S., kt., ISBN 978-3-8251-7317-3, € 13,50
Kinder sind für ihre Eltern der kostbarste Besitz. Dennoch kommen Kindesmisshandlungen viel häufiger vor, als man vermutet – von den subtilsten Formen bis hin zu offensichtlicher Grausamkeit. Wie lässt es sich erklären, dass Eltern oder Erzieher bzw. Betreuer dermaßen verwunden und zerbrechen können, was so wehrlos und verletzlich ist? Warum und wann misslingen manche Adoptionen? Wie »überleben« Kinder solche seelischen Qualen? Dieses Buch bringt eine ebenso drängende wie heikle Problematik auf verständliche und erhellende Weise zur Sprache. Ohne jede Sensationsgier möchte die Autorin warnen: Alles, was Kindern auf seelischer Ebene in der Zeit bis zum vierten Lebensjahr widerfährt, wird in eine Art »Gefühlsgedächtnis« eingeprägt und bestimmt die gesamte weitere Entwicklung. Neben aussagekräftigen Zeugnissen von Betroffenen lassen die beigegebenen Zeichnungen traumatisierter Kinder ahnen, was durch Worte nicht ausgesprochen werden kann.
Inhaltsverzeichnis

Der gepeinigte Elternteil – das gepeinigte Kind
Neurologische Forschung und Psychologie
Misshandlung und emotionale Verwahrlosung
Adoption – ein schwieriger Lebensweg
Defizite in den ersten Lebensjahren
Wer bin ich, woher komme ich?
»Normal« erziehen ist nicht so einfach
Die kindliche Loyalität
Das Problem der Enthüllung – ein Dilemma
Misshandlung ist mehr als ein physisches Problem
Der Erwachsene, der misshandelt
Das misshandelte Kind
Inzest – fürs Leben gezeichnet
Vertrauensbeziehung
Ehrt euren Vater und eure Mutter
Die inzestuöse Familie
Der Täter
Was wissen die Mütter?
Die Opfer

Samstag, 7. Mai 2011

Tabuthema (Jugend)-Depression

Silvia Kirschner
Die Geschichte eines Mädchens - Wie eine Jugendliche ihre Depressionen überwindet
Books on Demand, 88 S., Ppb., ISBN 978-3-8370-6348-6, € 9,95
Mit Tränen, die vor Kummer nicht ans Tageslicht kommen, mit Gefühlen, die im Dunkeln verschlossen bleiben, hat Maria zu kämpfen. Von Kindheit an muss sie immer wieder düsteren Stimmungen widerstehen. Maria verdrängt diese, um ihrer Familie und ihren Freunden weiterhin das immer lustige und einfallsreiche Mädchen vorzuspielen, das alle so lieben. Doch die Schauspielerei zehrt an ihren Kräften. Immer öfter wird sie nun auch von körperlichen Problemen heimgesucht, deren Ursachen unklar bleiben. Der wahre Grund: Maria leidet an chronischen Depressionen. Schließlich versucht sie den Druck auf ihrer Seele zu kompensieren und es kommt so, wie es wohl kommen musste: sie fügt sich selbst Verletzungen zu ...
Die Autorin Silvia Kirschner, geboren 1980 in Oberösterreich, erzählt in dem aktuellen Werk "Die Geschichte eines Mädchens" eine wahre, ihr zugetragene Leidensgeschichte, die sich besonders durch den kulturellen Wert ihrer Botschaft auszeichnet. Die dreifache Mutter berichtet mittels Erzählungen und auch Tagebuchausschnitten über tiefgründige Details der leider immer häufiger auftretenden Bevölkerungskrankheit: der Depression.

im Blog der Autorin

Donnerstag, 7. April 2011

Mami, wer ist mein Vater? Kuckuckskinder - Mit Fallbeispielen

Hildegard Haas, Claus Waldenmaier (Hg.)
Der Kuckucksfaktor - Raffinierte Frauen? Verheimlichte Kinder? Zweifelnde Väter?
Gennethos Verlag, TB 347 S., ISBN 3-938321-00-8, EUR 39,80Kuckuckskinder werden sie genannt: die verheimlichten und untergeschobenen Folgen eines Seitensprungs, die sich oft erst im Erwachsenenalter auf die Suche nach ihrer biologischen Identität machen. Der Begriff „Kuckucksfaktor“ steht für ein Phänomen, über das nicht nur in Familien und therapeutischen Einrichtungen, sondern seit einigen Jahren auch vermehrt in den Medien rege diskutiert wird. Die Kindesunterschiebung - so die offizielle Bezeichnung - wirft allerdings mehr als nur rechtliche Fragen auf.

Zusammen mit fünf weiteren Autoren nähern sich die Biologin und der Mediziner, die als Vorreiter in der Durchführung der privaten Vaterschaftsanalyse gelten, dem brisanten Thema in einer ganzheitlichen Betrachtung. Neben informativen Streifzügen durch die Geschichte der Vaterschaftslüge, Erklärung der Ursachen auf der Basis evolutionspsychologischer Studien, nützlichen Begriffserläuterungen und juristischen Tipps, werden die Erfahrungen der Wissenschaftler und Therapeuten im Umgang mit den Betroffenen aufgearbeitet. Im Zentrum des Buches stehen fünf in kleine Kurzgeschichten verpackte Fallbeispiele, die die zum Teil dramatischen Konsequenzen einer verheimlichten Vaterschaft veranschaulichen und den geschätzten 10 Prozent Kuckuckskindern in Deutschland ein Gesicht geben. Die kritische Auseinandersetzung mit der Häufigkeit von Kuckuckskindern als auch die Frage nach der Triebfeder ihres Entstehens und den psychologischen und rechtlichen Folgen (Kuckucksfaktor) sind das Kernthema dieses Buches.
 
Aus einer Buchbesprechung von Maja Roedenbeck: "Hier wird höchste Konzentration beim Lesen und ein tiefgehendes Interesse an den gesellschaftlichen, biologischen und psychologischen Hintergründen des Phänomens „Kuckuckskinder“ vorausgesetzt. Da die Herausgeber Experten für genetische Diagnostik sind, gehen sie (und ihre Co-Autoren) äußerst akribisch und in einem akademischen Ton an die Aufgabe heran, dem Laien die wissenschaftlichen Erkenntnisse rund um die Kindesunterschiebung verständlich zu machen ..."

Maja Roedenbeck
Kuckuckskinder - Schwanger! Aber nicht vom Partner
Nicht wissen, von welchem Mann das Kind ist, ist nicht nur für die werdende Mutter ein großes Dilemma. Auch die vermeintlichen Väter und die Kinder können sich früher oder später in einer verzweifelten Lage befinden. Maja Roedenbeck mit einem Plädoyer für die Flucht nach vorn ...

Mittwoch, 30. März 2011

Amoklauf

Leere Seelen - Was treibt sie in den Amok?
Mit Beiträgen von: Michael Alberts, Michael Birnthaler, Uwe Buermann, Jorit Hillendahl, Renate Hölzer-Hasselberg, Matthias Klaußner, Gisela Mayer, Manfred Spitzer, Wolfgang Weirauch
kt., 224 S.,37 s/w-Abb., ISBN 978-3-935679-57-2, 16,00 €
Jeder Amoklauf reißt tödliche Wunden - und immer wieder stellen wir uns die Frage: Wie konnte dieser Mensch das tun? Liegen die Ursachen in unserer modernen Zeit? Welchen Einfluß haben hier die Medien und Killerspiele? Welche Folgen hat es, daß die Menschen immer weniger reale Erlebnisse in der Natur haben?

Wir berichten über die Wirkung der Medien auf den Menschen, über die Auswirkungen von Gewaltspielen auf die Seele, die eigene Betroffenheit und Sucht durch Computerspiele, über Gewalt unter Jugendlichen, die zunehmende Erlebnisarmut der Menschen und wie man ihr begegnen kann sowie über die lebenszerstörenden Folgen eines Amoklaufs für die Betroffenen
 

Samstag, 19. März 2011

Kinder psychisch kranker Eltern

Sigrun Eder, Petra Rebhandl
Annikas andere Welt

Edition Riedenburg, Salzbug 2011, Pb., ca. 120 S., zahlreiche farbige und s/w-Illustrationen von Evi Gasser; etliche Arbeitsblätter für Kinder, ISBN 978-3-902647-35-1; EUR 19,90 [D], EUR 20,50 [A]
Sind Erwachsene psychisch krank, dann leiden sie vorwiegend an Ängsten, Depressionen, Manien, Essstörungen, Suchterkrankungen, Schizophrenien oder Zwängen. Bei zunehmendem Problemdruck verdichten sich Suizidgedanken und Selbsttötungsversuche häufen sich.

Für Partner und Angehörige stellt die Bewältigung des Alltags mit psychisch Kranken eine enorme Belastung dar, wobei das Zusammenleben infolge ausbleibender Krankheitseinsicht und Behandlungsbereitschaft zusätzlich erschwert wird. Richtig kompliziert wird es, wenn psychisch kranke Erwachsene minderjährige Kinder haben. Denn die psychische Krankheit erzeugt Unklarheit, Ängste, Schuldgefühle und verändert die Eltern-Kind-Beziehung meist ungünstig, weil Kinder oftmals vernachlässigt werden, seelische Gewalt erleben, einem Geheimhaltungsgebot ausgesetzt sind oder aufgrund stationärer Aufenthalte und Fremdunterbringung von ihren Bezugspersonen getrennt werden. Nicht selten wird dadurch die gesunde psychische Entwicklung eines Kindes maßgeblich gefährdet.

Das Sachbuch „Annikas andere Welt“ teilt sich in drei Abschnitte: Im ersten erhalten Kinder Informationen über die psychische Krankheiten der Eltern, deren Anzeichen und Auswirkungen auf sie selbst, die Eltern-Kind-Beziehungen sowie das Familienleben. Auch werden Ideen vermittelt, wie Kinder Gleichaltrigen die Krankheit erklären und wie sie selbst damit besser klarkommen können. Zahlreiche Arbeitsblätter laden zusätzlich zur Selbstreflexion, zum Entdecken eigener Fähigkeiten und Bewältigungsstrategien sowie zur Entwicklung eines differenzierten Familienbildes ein. Die Unterlagen im Buch eignen sich auch für die psychologische, psychotherapeutische, ärztliche und pädagogische Begleitung.

Im zweiten Teil bekommen Eltern, Angehörige und psychosoziale Helfer Informationen zum kindlichen Erleben, Folgeproblemen, Risikofaktoren, Fremdunterbringung und wie sie trotz Krankheit gut für ihre Kinder sorgen können.

Für PsychologInnen und PsychotherapeutInnen? finden sich im dritten Abschnitt Anregungen für die Arbeit mit psychisch kranken Eltern und deren Kinder.

 

Samstag, 16. Januar 2010

Alkohol mit zwölf - und dann?

Steffen Flügler
Treppe in die Dunkelheit - Eine Suchtgeschichte
Books on Demand, Ppb., 240 S., ISBN 978-3-8370-8115-2, 14.95 Euro
Dieses Buch basiert auf der authentischen Geschichte des Autors. Es beschreibt seine über 17 Jahre dauernde Alkohol- und Drogenabhängigkeit. Alles beginnt mit einem Bier, das der damals Zwölfjährige dazu benutzt, um sich Mut anzutrinken. Seinen dramatischen Höhepunkt findet diese Geschichte, als sich der dann 29-jährige, einem letzten Kampf gegen die Sucht in einem Krankenhaus stellt.
Die beschriebenen Gefühle, Ausdrucksweise und Jargon der Drogenszene verleihen diesem Buch höchste Authentizität und sprechen den Leser unmittelbar an.
Jedes Kapitel wird durch ein Zusatzkapitel ergänzt, das schon fast poetisch nuanciert wirkt. Es zieht sich wie ein roter Faden durch das Buch und vermag der Sucht, durch seinen metaphorischen Stil, eine Gestalt zu geben.
Der Autor: Steffen Flügler wurde am 27.02.1966 in Mannheim geboren. Von seinem 12. bis 29. Lebensjahr war er alkohol- und drogenabhängig. Danach arbeitete der Autor als Verkäufer und später sieben Jahre als gewerbliche Führungskraft in der Logistikbranche. Während dieser Zeit versuchte er immer wieder als Musiker, Songwriter, Manager, Schauspieler oder Stuntman im Showgeschäft Fuß zu fassen. Nach einem 30-monatigen Studium, erhielt er im November 2008 die Zulassung zur berufsmäßigen Ausübung der Heilkunde auf dem Gebiet der Psychotherapie und schrieb im gleichen Jahr das Buch „Treppe in die Dunkelheit“. Seit 2009 arbeitet Steffen Flügler psychotherapeutisch in einer Praxisgemeinschaft, als Dozent, Schriftsteller und hält Suchtprävention an Schulen.
Buchbesprechung und Interview mit dem Autor in unserem Ratgeber Kinderbuch

Sonntag, 13. Dezember 2009

Sicherheit, Verlässlichkeit und Geborgenheit in der frühen Kindheit

Dr. med. Matthias Wildermuth
Angstentstehung und -bewältigung im Säuglings-, Kindes- und Jugendalter
132 S., brosch., ISBN 3-932386-89-2, EUR 15,80 (D), EUR 16,40 (A), sFr 28,30
Angst ist eine symptomerzeugende Macht - Die gesamte Kindheitsentwicklung ist geprägt von der Auseinandersetzung mit einer Welt, die an sich zunächst unvertraut und unsicher ist und die nur dadurch ertragen wird, dass es Menschen gibt, die das Kind in diese Welt geleiten, ihm eine Behausung schaffen und einen Innenraum ermöglichen. Es gibt in der Säuglingsforschung sehr gut etablierte Verfahren, die Mimik des Säuglings zu deuten und früh auftretende Affekte wie Freude, Zufriedenheit, aber auch Missbehagen zu erkennen. Angst gehört zu den komplexen Affekten. Furcht und Angst werden in der Säuglingsforschung erst ab dem 6., teilweise erst ab dem 7. Monat beobachtet. An praktischen Beispielen beschreibt der Autor, wie unbedachte Verhaltensweisen der Bezugspersonen zu Ängsten und Mangelgefühlen führen, wohl aber auch, wie sie vermieden werden können.
Ein wesentliches Element von Angstbewältigung im frühesten Säuglingsalter ist der Dialog mit dem Kind. Kinder, die im sprachlichen Umgang mit Vater und Mutter weniger erlebt haben, zeigen später schwächere Schulleistungen. Untersuchungsmethoden machen deutlich, dass der Säugling in seiner frühen Interaktion einiges tut, um im bedrohlichen Sinne keine Angst erleben zu müssen, sondern Sicherheit zu erfahren und sich eine zuverlässige Umgebung zu schaffen. Dazu gehört aber auch ein zyklischer Wechsel zwischen Aufmerksamkeit und Abwendung seitens der Bezugsperson, der dennoch das Gefühl der Geborgenheit und Verlässlichkeit vermittelt. Der Säugling erlebt, dass er seine Umgebung aktivieren kann. Es kommt jemand, aber nicht immer. Die Lösung darf jedoch in keinem Fall schon erfolgen, wenn der Ruf noch gar nicht erfolgt ist.
Beim Schulkind spielt das Thema des ängstlichen Rückzugs und des neugierigen Erkundens eine wichtige Rolle. Dies gilt jedoch auch schon für die frühen Phasen der Kindheit. Die Angst, die sich dann vielleicht im Schulalter ausprägt - mit einem Gipfel zwischen dem 9. und 12. Lebensjahr - hat nämlich dort ihre Vorboten und ihre Basis. Deshalb bietet sich in dieser Zeit auch die Möglichkeit, der späteren Schulangst von vornherein den Boden zu entziehen. Viele Lernstörungen und -ängste im Schulalter haben ihren Ursprung darin, dass es nicht zu einem inneren seelenvollen Abgleich mit der Umwelt gekommen ist, der sich früh in die Gedächtnisbildung einprägt. Selbst schwere Angststörungen und Panikattacken im Erwachsenenalter können ihren Ursprung in frühen Ängsten haben. Das salutogenetische Element, das Kind nicht mit dem Gedanken zu begleiten, »was aus dir mal werden soll«, sondern von der Zukunft her zu sehen, »was du schon verborgen in dir trägst«, kann eine nachhaltige Angstbefreiung ermöglichen.
Inhalt
Von Sicherheit, Verlässlichkeit und Geborgenheit in der frühen Kindheit: Affekte im Säuglingsalter. Der komplexe Aspekt der Angst. Überwältigende Ängste. Angstverhinderung und Notwendigkeit der Angst. Angstbewältigung – der Dialog
Abwehrmechanismen. Untersuchungsmethoden. Kreuzmodale Wahrnehmung
Ängstlicher Rückzug und neugieriges Erkunden: Das auftauchende Selbstempfinden. Das Kern-Selbstempfinden. Das subjektive Selbstempfinden. Das narrative Selbstempfinden. »Intuitive Elternschaft«. Umgang mit der Sprache. Angst und reale Bedrohung. Traumatische Erlebnisse. Zukunftsangst. Ressourcen. Die drei Stufen der Empathie
Altersgebundene und altersungebundene Phobien und Ängste im Kindes- und Jugendalter: Emotionen. Versagensängste. Identitätsängste. Trennungsängstlichkeit und Sozialempfindlichkeit. Intentionalität. Ängste im Kleinkindalter. Schulangst und Schulphobie. Weitere Phobien und Ängste. Pubertätsängste. Schwere Angststörungen

Dienstag, 8. Dezember 2009

"Löwenherz"-Adventskalender

Heute ist das 8. Türchen geöffnet
Die Chronik des Kinderhsopiz Löwenherz
Im Mai 1988 gründeten 24 engagierte Unterstützer aus unterschiedlichen Bereichen in Sulingen (Kreis Diepholz/Niedersachsen) den Verein „Kinderhospiz Löwenherz“. Ihr Ziel: Der Aufbau eines stationären Kinderhospizes für unheilbar kranke Kinder und ihre Familien, in dem sie gemeinsam für einige Wochen im Jahr zu Gast sein können. Die kranken Kinder sollten liebevoll und professionell gepflegt und versorgt werden, während die Eltern mal wieder durchatmen und neue Kraft schöpfen. Für die Geschwister plante man pädagogische Angebote.
Der Aufenthalt bei „Löwenherz“ sollte die Familien entlasten und stärken, damit sie die nächsten Monate mit neuer Energie besser durchstehen. Das Kind sollte seine letzte Lebensphase möglichst in seiner gewohnten Umgebung zuhause verbringen. Doch man wollte den Familien auch die Möglichkeit geben, mit ihrem kranken Kinder zum Sterben zu „Löwenherz“ zu kommen – oder dort zu bleiben. Eine weitere Aufgabe des Vereins war es von Anfang an, die Bevölkerung über das Thema schwerstkranke Kinder und ihre Familien zu informieren. Denn dieses Thema kam zu dieser Zeit in der Öffentlichkeit kaum vor, der Begriff „Kinderhospiz“ war damals kaum bekannt.
Nach fünf Jahren Vorbereitung, Konzeptentwicklung und Aufbau war das erste Ziel erreicht: Das „Kinderhospiz Löwenherz“ feierte Ende September 2003 seine Eröffnung. Auch der Verein hat sich rasant entwickelt: Es gibt inzwischen mehr als 1 350 „Löwenherz“-Mitglieder, der „Ambulante Kinderhospizdienst Löwenherz Bremen und Umzu“ wurde aufgebaut, seit Februar 2008 gibt es die „Stiftung Kinderhospiz Löwenherz“.
In der Chronik über die ersten zehn Jahre „Löwenherz“ erfährst du viele interessante Einzelheiten über die Idee, das Konzept und die Hürden bei der Umsetzung der Vision in die Realität. Und wie sich „Löwenherz“ seitdem immer weiter entwickelt hat. Das Kinderhospiz Löwenherz wünscht Dir viel Spaß beim Lesen Chronik (pdf) herunterladen ... Weitere Überraschungen hinter dem 8. Fenster

Samstag, 5. Dezember 2009

Kindesmisshandlung und Rettung in Grimmschen Märchen

Maria Leonarda Castello
Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leiden sie noch heute - Kindesmisshandlung und Rettung in Grimmschen Märchen
Psychosozial Verlag 2008, Buchreihe: Imago, 238 S., brosch., ISBN-13: 9783898068178, ISBN-10: 3-89806-817-x, 24,90 EUR
Was geschieht in bestimmten Augenblicken in den Grimmschen Märchen nicht? Wo wird die Verantwortung für eine Handlung weitergegeben? In »Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leiden sie noch heute« betrachtet Maria Leonarda Castello genau das, was eben nicht geschieht, was aber besser geschehen sollte. So entlarvt sie mit ihrem gleichzeitigen Blick auf Sprach- und Kulturgeschichte, worum es tatsächlich geht:
Märchen prangern Grausamkeit gegenüber Kindern an, die elterlicher Beziehungslosigkeit entspringt und die in allen Zeiten existierte. Doch Märchen zeigen auch Lösungen auf, die es ebenfalls schon immer gab. Das Buch betont dabei die starke Rolle der Kinder und ihrer Helfer – beispielhaft gezeigt an »Frau Holle«, »Das Mädchen ohne Hände«, »Der Eisenhans«, »Allerleirauh« und »Schneewittchen«.
Inhalt: Motto - Vorwort - Danksagung
Das Mädchen ohne Hände: Darauf legte sie beide Hände hin und ließ sie sich abhauen - Märchentext - Das Mädchen und sein Vater - Das Mädchen und seine Seele - Das Mädchen und sein König - Das Reine und das Wilde
Der Eisenhans: Ach, wilder Mann, geh nicht fort, sonst bekomme ich Schläge - Märchentext - Der König und der fremde Jäger - Der Junge und der wilde Mann - Der Jüngling und die Königstochter - Eisenhans – warum dieser Name für das Märchen?
Sneewittchen: Und weil es so schön war - Märchentext - Sneewittchen und seine Mutter - Sneewittchen und seine Stiefmutter - Sneewittchen und die Zwerge - Sneewittchen und die Liebe
Allerleirauh: Nimm keine, die nicht eben so schön ist, als ich bin - Märchentext - Das Vermächtnis der Mutter - Der Wahnsinn des Vaters - Allerleirauhs Versprechen und Verstecken - Allerleirauhs Erlösung
Frau Holle: Ich muß wieder hinauf zu den Meinigen - Märchentext - Ablehnung und Ausbeutung durch die Stiefmutter - Der Sprung hinab ins Nichts - Die Sehnsucht hinauf ins Eigene - Das Pech der rechten Tochter
Schlussgedanke - Literaturverzeichnis

Dienstag, 1. Dezember 2009

Begleitetes Malen mit Kindern - pädagogisch, medizinisch, psychologisch

Christina Studer
Kinderwerkstatt Malen - Mit Kindern auf dem Weg der eigenen Bilder
128 S., Ca. 80 farbige Reproduktionen von Kinderzeichnungen, geb. Pappband, ISBN 978-3-85502-877-1, EUR D 19.90, CHF 34.90, EUR A 20.50
Auf der Grundlage ihrer mehr als 20-jährigen Erfahrung hat die Autorin das begleitete Malen mit Kindern weiterentwickelt und reiche Erfahrung damit gesammelt. Anhand konkreter Beispiele schildert sie, wie sie in ihrer pädagogischen Arbeit den unausgesprochenen Fragen der Kinder nachspürt und zusammen mit ihnen und ihren Bildern nach ureigenen Antworten sucht. Entscheidend ist dabei die Grundhaltung: Statt sich dem Kind gegenüberzustellen, setzt sie sich mitfühlend und zuhörend neben das Kind. So werden dessen Botschaften verständlich, ohne dass seine Bilder psychologisch interpretiert werden.
Kurze kommentierende Zwischentexte geben Hinweise auf die pädagogischen Zusammenhänge und Hintergründe. Vielfältige Bezüge zur Erlebniswelt des Kindes und zur Dynamik in der Familie lassen die Lektüre zu einer Reise zu den eigenen kindhaften Seiten werden. Ein Buch für alle Pädagogen und Pädagoginnen wie auch für alle Eltern, die eine wahre Begegnung mit ihren Kindern suchen und sie auf ihrem eigenen Weg begleiten wollen.
Aus dem Inhalt: Der Malraum – eine vorbereitete Umgebung. Kinder in die Stille führen. Pädagogik – Ein Weg der Loslösung. Von der kindlichen Fähigkeit, glücklich zu sein. Konfliktbewältigung durch Kommunikation. Vom Aufbau einer Beziehungsbrücke. Heilender Humor. Überlebensstrategien. Der Weg aus Angst und Enge. Ausgrenzung und Integration. Die Familie als Beziehungsnetz. Unerwünschte Sehnsucht und eingeschlafene Träume
Rezension im malen-befreit-Blog (Auszug): " ... Ein wunderschön gemachtes Buch aus der Praxis ... Bilder können als Medizin wirken, ein asthmakranker Junge findet über einen Asthmakiller hin zu seinem wirklichen Sinnbild, einem Wal. Auf zwölf aneinander gefügten Blättern entsteht ein großer Wal, der eine kräftige Fontäne aussprudelt und so seinem kleinen Maler den Weg zeigt, mit dem Asthma besser umzugehen ... " Zur Rezension ... Webseiten der Autorin

Mittwoch, 18. November 2009

Einer trage des Anderen Last - Aus der Hospizarbeit

Natali Metzger
Dem Tag viel Leben geben. Das Kinderhospiz Löwenherz - Eindrucksvoller Bildband aus dem Kinderhospiz Löwenherz
Bethel-Verlag, 167 S., Ln. ISBN 978-3-935972-15-4, 39,90 Euro
"Einer trage des Anderen Last. Kaum etwas kann die Kultur in einem Hospiz und die Beziehungen zwischen Hospizgästen, Mitarbeitenden und ehrenamtlich Tätigen besser beschreiben als dieser programmatische Bibelvers." So fasst Bethels Vorstandsvorsitzender Pastor Friedrich Schophaus den Leitgedanken für die Hospizarbeit der v. Bodelschwinghschen Anstalten Bethel zusammen. "Hospizarbeit heißt Nächstenliebe üben, bedingungs- und voraussetzungslos." In dem jetzt im Bethel-Verlag erschienenen Bildband "Dem Tag viel Leben geben" gibt die Fotodesignerin Natali Metzger aus Münster einen Einblick in diese besondere Arbeit im Kinderhospiz Löwenherz in Syke.
20 Tage und viele Nächte begleitete Natali Metzger schwerkranke Kinder, Pflegekräfte, Eltern und Geschwister mit ihrer Kamera. Das Ergebnis ist ein Bildband mit 120 Fotos, der das alltägliche Leben in dem Kinderhospiz bei Bremen aus der Nahaufnahme zeigt. Natali Metzger hat eine warme, freundliche und häufig sogar leichte Atmosphäre eingefangen -an einem Ort, den die meisten Menschen in Gedanken mit Tod und Sterben verbinden. In Hospizen für Erwachsene verbringen unheilbar kranke Menschen ihre letzten Tage und Wochen. In Kinderhospizen jedoch steht das Leben im Mittelpunkt. Es geht um die Unterstützung und Begleitung der gesamten Familie. Die Mitarbeitenden in den Hospizen ermöglichen Kindern und ihren Familien, die noch verbleibende Zeit gemeinsam möglichst positiv zu gestalten. Viele verbringen nur einige Zeit im Kinderhospiz und kehren dann nach Hause zurück - mit neuer Kraft, aber auch besser vorbereitet auf den endgültigen Abschied.
Bilder mit Kindern - und nicht über sie - ermöglichen einen liebevollen, unvoreingenommenen Zugang zu einem sehr schweren Thema, nämlich dem leidvollen Leben schwerstkranker Kinder und ihrer Familien. Auch das gehört zum menschlichen Leben und braucht seinen Raum, vor allem aber die Achtung der Menschenwürde bis zuletzt. Dafür steht das Kinderhospiz Löwenherz, und das wird in diesem Buch eindrucksvoll anschaulich.
Löwenherz ist das einzige Kinderhospiz in Niedersachsen und Bremen. Hier finden jährlich bis zu 150 schwerstkranke Kinder und deren Familien Hilfe, Begleitung und Unterstützung. Das Kinderhospiz ist einer von fünf Standorten, an denen sich Bethel in der stationären Hospizarbeit engagiert.
In seinem Geleitwort zu dem Bildband formuliert Pastor Friedrich Schophaus: "Wir setzen uns ein für die Würde des Menschen bis zuletzt, und das bedeutet, auch dem Leben Raum geben bis zuletzt, todkranken Menschen beistehen, ihnen Zeit und Zuwendung geben, da sein auch für Angehörige und Freunde, eben einer trage des anderen Last" ... Mehr zum Buch und Bilder - Webseiten des Kinderhospizes Löwenherz - siehe auch Videos in der rechten Spalte dieses Blogs und im Blog Kinderkreativität

Herbert Scheuring
Wege durch die Trauer
180 S., brosch., ISBN 978-3-429-02592-2, € 9,90 (D), CHF 18.50, € 10,20 (A)
Es gibt nicht nur einen Weg durch die Trauer. Es gibt viele Wege, denn jeder Mensch trauert anders. In diesem Sinne möchte das vorliegende Buch Trauernden in schwieriger Zeit beistehen. Es berichtet über Menschen, die ebenfalls einen schweren Verlust erlitten haben; es gibt Auskunft darüber, was in der Zeit zwischen Tod und Beisetzung zu tun ist und wie der Abschied von einer geliebten Person gestaltet werden kann; und es stellt Menschen vor, die Trauernden Hilfe und Begleitung anbieten (ergänzt durch ein weiterführendes Adressenverzeichnis im Anhang).
Auf einfühlsame Weise gelingt es dem Autor, zwei manchmal unvereinbar scheinende Welten miteinander zu verbinden: die Trauer und das Weiterleben; und für den Gedanken zu öffnen, daß Trauer nicht das Ende der Liebe bedeutet, sondern ihre Fortsetzung.

Herbert Scheuring
Mit der Trauer leben - Von Abschied und Neubeginn
288 S. mit 28 Schwarzweißfotos, brosch., ISBN 978-3-429-02960-9, € 9,95 (D), CHF 18.60, € 10,30 (A)
Dieses Buch beschreibt, wie die Trauer das Leben verändert und wie es gelingen kann, mit der Trauer zu leben. Es stellt unterschiedliche Personen vor, die darüber berichten, was sie belastet und was ihnen geholfen hat. Die Trauer um einen geliebten Menschen tut weh. Wie verarbeitet man diesen Verlust? Jeder auf seine Weise. Davon erzählen die 28 Geschichten in diesem Buch.
Herbert Scheuring, Dr. phil., geboren 1960, ist Redakteur der Tageszeitung Main-Post (Würzburg), in der auch seine für dieses Buch zusammengestellte Artikelserie "Mit der Trauer leben" erstmals zu lesen war.

Elisabeth Kübler-Ross
Kinder und Tod
Knaur TB, 304 S., ISBN 978-3-426-78112-8, EUR (D) 8,95
Wie gehen Kinder mit dem Tod um? Anhand von Erlebnissen, Gesprächen und Briefen beschreibt die bekannte Sterbeforscherin Elisabeth Kübler-Ross auf einfühlsame Weise, was der Tod für Kinder bedeutet, welche Stadien todkranke Kinder durchlaufen und wie Eltern ihnen die Angst vor dem Sterben nehmen können.
Ein informatives Buch, das wertvolle Einblicke gewährt, Ratschläge gibt und Trost spendet.
Die Autorin: " ... Elisabeth Kübler-Ross wurde am 8.Juli 1926 als eine von drei Drillingsschwestern geboren und wuchs in der Nähe von Zürich auf. Nach dem Krieg studierte sie Medizin und arbeitete kurze Zeit als Landärztin. Nach ihrer Heirat ging sie in die USA und begann dort 1958 ihre Fachausbildung für Psychiatrie. 1965 übernahm sie eine Professur an der Universität Chicago. 1969 erschien ihr erstes Buch «Interviews mit Sterbenden», das sie weltweit berühmt machte. Damit brach sie mit dem Tabu, das Sterben als einen wesentlichen Teil des Lebens aufzufassen. Die Hospizbewegung, Sterbebegleitung und Selbsthilfegruppen für Trauernde verdanken sich ihrer Initiative ... " Mehr zur Autorin

Außerdem in diesem Blog:
Sabine Meinig: Wenn Kinder sterben - Die Arbeit im Kinderhospiz

Sonntag, 15. November 2009

Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom - ADHS-Konferenz

"ADHS: Eine der größten Kontroversen in der Geschichte des Fachgebiets Kinder- und Jugendpsychiatrie", sagt zu Recht Peter Riedesser (1). Leider spielt sich diese Kontroverse immer mehr unter Ausschluss der Öffentlichkeit ab. Immer häufiger verkümmert der eigentlich fruchtbare öffentliche Diskurs zu unkritischer, einseitig schulmedizinisch ausgerichteter und Pharma-gesponserter Darstellung, die Eltern, Lehrer und Erzieherinnen vorschnell auf eine biologistische Sicht kindlichen Verhaltens lenkt und sowohl die eigene Beteiligung am kindlichen Seelenleben und Verhalten, als auch das introspektive, empathische Verstehen der wirklichen Nöte unserer Kinder aus dem Blickfeld verliert.
Unsere "Schnellfeuer-Kultur" (DeGrandpre, 2) verändert das Bewusstsein auch unserer Kinder und fordert ihren Preis, auch mit der zunehmenden Einnahme von Psychpharmaka. Eine ganze Generation wird krankgeschrieben, denn ADHS ist genau die "Krankheit", die in diese Kultur passt.
Mit der zunehmend einseitig-biologistischen Sicht und Behandlung der seelischen Nöte unserer Kinder wird immer mehr von ihnen eine verstehende, die wirklichen psychischen Hintergünde und systemischen Zusammenhänge ihrer Nöte und Störungen ernstnehmende gesellschaftliche Verantwortlichkeit vorenthalten - ein weithin ausgeblendeter Skandal. Offensichtlich hat man lieber kranke als unglückliche Kinder (Wenke, 3) - Zu den Webseiten der ADHS-Konferenz ... siehe auch in unserem Ratgeber Kinderbuch

(1) P. Riedesser in: Leuzinger-Bohleber/Brandl/Hüther (Hg.): ADHS - Frühprävention statt Medika- lisierung. Vandenhoeck&Ruprecht 2006
(2) R. DeGrandpre: Die Ritalingesellschaft. Beltz 2002
(3) M. Wenke: ADHS: Diagnose statt Verständnis? Brandes&Apsel 2006

Freitag, 13. November 2009

Kinder mit Redehemmungen

Rainer Bahr
Wenn Kinder schweigen - Redehemmungen verstehen und behandeln lernen. Ein Praxisbuch
Patmos Verlag, 160 S., ISBN: 978-3-491-40135-8, 14,90 € (D), 26,50 SFr (CH), 15,40 €(A)
Sie schweigen beharrlich in fremder Umgebung, obwohl sie als normal entwickelte Kinder eigentlich sprechen könnten und dies in vertrautem Rahmen auch tun: Kinder mit selektivem Mutismus. Gerade in Schule und Kindergarten, beim Arztbesuch löst ihr Verhalten oft Irritationen, Verunsicherung und Unverständnis aus. Was sind die Ursachen dieser bisher wenig verstandenen Angst- und Kommunikationsstörung? Warum gestaltet sich die Begegnung mit diesen Kindern so ausgesprochen schwierig? Dieses Buch erklärt kompetent und gut verständlich das Phänomen des selektiven Mutismus mit seinen Facetten und Ursachen. Es zeigt, wie Eltern und Lehrer durch eine Vielzahl von Spielen und Arbeitsformen einen kommunikativen Zugang zu ihren Kindern bzw. Schülern finden, die achtsam begleiten und emotional unterstützen können. - Mutismus Selbsthilfe ... Mutismus Blog: die welt aus der sicht einer schweigsamen

Mittwoch, 11. November 2009

Der Heilpädagoge Henning Köhler

Vom Wunder des Kindseins
TB, 80 S., ISBN-10: 3-7725-1266-6, ISBN-13: 978-3-7725-1266-7, 8,90 EUR
Ich glaube, dass in viel mehr Fällen als wir denken, die voreilige Vermutung, es liege Erziehungsversagen oder eine Entwicklungsstörung vor, sobald sich ein Kind ungewöhnlich benimmt, einen Teufelskreis in Gang setzt, und dass in vielen Fällen erst diese Vermutung und alles was aus ihr folgt, zu den wirklich krank machenden Prozessen führt. (Henning Köhler )
Henning Köhler macht in diesem Buch darauf aufmerksam, wie wichtig es gerade heute ist, wirklich Kind sein zu können. Dies gilt in besonderem Maße auch für die so genannten Sorgenkinder, denen er sich in seinen Überlegungen zum Thema Therapie, Erziehung und Heilung im neuen Teil dieses Buches widmet: Die Idee der Kindheit – welchen Auftrag bringen Sorgenkinder mit?
Die Kraft des Verstehens ist die eigentlich heilende Kraft. Alle Maßnahmen sind sinnlos, wenn nicht die Kraft der Liebe wirkt. Und Liebe ist nicht etwas Verschwommenes und Sentimentales … Liebe heißt nämlich zunächst einmal Interesse. Und Interesse, Aufmerksamkeit sind Qualitäten, die man erringen kann.

Schwierige Kinder gibt es nicht - Plädoyer für eine Umwandlung des pädagogischen Denkens
geb., 179 S., ISBN-10: 3-7725-2164-9, ISBN-13: 978-3-7725-2164-5, 10,00 EUR
In Erziehungsfragen breitet sich heute eine Krisenstimmung aus, die sich manchmal bis zu Kassandrarufen einer bevorstehenden Katastrophe steigert. Das Unbehagen rührt vor allem daher, dass immer mehr Kinder so genannte Verhaltensstörungen oder –auffälligkeiten zeigen und als erzieherisch schwer führbar gelten. Henning Köhler geht der Frage nach, ob tatsächlich die Kinder immer schwieriger werden oder ob die allgemeine Bewusstseinslage und die gesellschaftlichen Verhältnisse auf eine für Kinder unerträgliche Situation zutreiben: Wer oder was ist hier eigentlich «schwierig»?
Köhler stellt gewohnte Denkschablonen in Frage und umreißt in Grundzügen einen spirituell vertieften Erziehungsbegriff, der aus der gegenwärtigen Sinnkrise herausführen könnte. Henning Köhler zeigt auf, dass die Schwierigkeiten der Kinder im Grunde die Schwierigkeiten der Erwachsenen und die zunehmende Entfremdung in unserer Umwelt sind. Er stellt herkömmliche Erklärungsmusterin Frage und plädiert für eine am Kind, weniger am Willen der Erwachsenen orientierte Pädagogik. Ein wichtiges Buch für alle Eltern.
»Sehr oft stehen wir vor dem Problem, dass Eltern sich ihrer privilegierten Rolle als unersetzliche Vertrauenspersonen des Kindes gar nicht bewusst sind. Sie lassen die Möglichkeiten, die sich daraus ergeben, dann brachliegen.« (Henning Köhler)

War Michel aus Lönneberga aufmerksamkeitsgestört? Der ADS - Mythos und die neue Kindergeneration
kt., 296 S., ISBN-10: 3-7725-1937-7, ISBN-13: 978-3-7725-1937-6, 18,50 EUR
«ADS», Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom, so lautet die häufigste Diagnose in kindertherapeutischen Sprechzimmern. Doch Vorsicht:Hinter dieser Feststellung verbirgt sich nur allzu oft eine auf physikalisch-chemische Prozesse reduzierte Sichtweise, die an der eigentlichen Realität der Kinder vorbeigeht. Henning Köhler zeigt die Schwächen und Widersprüche dieses eindimensionalen Menschenbildes auf und macht den Eltern Mut, ihre Kinder liebevoll wahrzunehmen und zu einer wesensgemäßen Therapie beizutragen.
Immer häufiger hören Eltern, die mit ihrem «Zappelphilipp» in die Sprechstunde kommen, die Diagnose «ADS». Was ist ADS eigentlich, warum wird es immer häufiger diagnostiziert und mit Medikamenten «therapiert»? Diesen, viele besorgte Eltern umtreibenden Fragen geht Henning Köhler in seinem neuen Buch nach. Er betrachtet dabei kritisch die gegenwärtige Medizin, die auffälliges Verhalten mit gehirnphysiologischen oder chemischen Prozessen identifiziert und dabei das Wesen einer neuen Kindergeneration vollständig ignoriert. Köhler diagnostiziert in der ADS-Symptomatik eine Signatur unserer immer mehr in materialistische Sichtweisen verfallenden Zeit. Im zweiten und dritten Teil seiner Darstellung gibt Köhler den Eltern Hilfestellung für das Verständnis und die Therapie der so genannten «ADS-Kinder». Dabei gilt es sowohl Begabungen zu erkennen und zu fördern wie auch Schwächen liebevoll wahrzunehmen und zu heilen.

Von ängstlichen, traurigen und unruhigen Kindern - Eine Orientierung für Eltern und Erzieher
7.Auflage für Oktober 2009 geplant, geb., 154 S., ISBN-10: 3-7725-1186-4, ISBN-13: 978-3-7725-1186-8, 17,50 EUR
Henning Köhler beschäftigt mit Erziehungsproblemen des ersten und zweiten Jahrsiebts. Dabei wendet er sich in einer klaren, eher dem Beratungsgespräch angelehnten Sprache direkt an die Eltern und Erzieher. Es geht ihm besonders um die Problematik der ängstlichen, traurigen und unruhigen Kinder. Anhand dieser entwickelt er aber auch eine Grundfrage jeglicher Erziehung: Welche Beziehung hat das Kind zu seinem höheren Wesen, zu seinem Engel? Ist es möglich, daß der Erzieher diese Beziehung wahrnehmen und unterstützen kann?
Henning Köhler macht deutlich, daß gerade beim unruhigen und ängstlichen Kind eine gestörte Beziehung des Kindes zu seinem höheren Wesen vorliegt. Eine grundlegende Hilfestellung bietet Köhler dadurch an, daß er die Eltern und Erzieher darauf aufmerksam macht, wie eine gesunde Beziehung des Kindes zu seinem höheren Wesen wiederhergestellt werden kann. Dies geschieht insbesondere dadurch, daß das Kind zu seinen Leibessinnen (Tastsinn, Lebenssinn, Bewegungssinn, Gleichgewichtssinn) in ein gesundes Verhältnis gebracht wird. Es läßt sich nämlich feststellen, dass gerade bei unruhigen, traurigen und ängstlichen Kindern diese Beziehung empfindlich gestört sein kann. Erst wenn das Kind in ein harmonisches Verhältnis zu seiner Leiblichkeit und insbesondere den Leibessinnen gebracht wird, kann es wieder den Anschluß an sein höheres Wesen finden.

Die stille Sehnsucht nach Heimkehr - Zum Verständnis der Pubertätsmagersucht
kt., 240 S., ISBN-13: 978-3-7725-1560-6, 18,90 EUR
»Alles, was dazu geforscht und entwickelt wurde, ist hier sorgfältig zusammengetragen und durchgehend mit den persönlichen Erfahrungen des Autors verknüpft.« (info3)
»Henning Köhler gelingt es in einer sympathisch-bescheidenen Weise, seine langjährigen Erfahrungen in der Therapie mit magersüchtigen Mädchen erlebbar darzustellen.« (Erziehungskunst)



Jugend im Zwiespalt - Eine Psychologie der Pubertät für Eltern und Erzieher
kt., 256 S., ISBN-13: 978-3-7725-2519-3, 15,90 EUR
Henning Köhler zeigt die Ursachen der Pubertätskrise auf und gibt Eltern und Erziehern Anregungen, wie man durch eine gesprächsbereite und selbstkritische Haltung den jungen Menschen in diesem Lebensabschnitt helfen kann.
Inhaltsverzeichnis:
Spurensuche. Jugendfrage und Menschenbild: Entwicklung zwischen
Bedingtheit und Freiheit. Das Ich: fixe Idee oder Realität?
Der Weg zum Herzen. Die Pubertätskrise im Licht der frühen Kindheit: Vorbemerkungen zur Symptomatologie. Wandlungen der Selbst- und Welterfahrung
Anatomie einer Krise. Seelische Beobachtungsresultate aus der Jugendarbeit und Ratschläge für Eltern und Erzieher: Güte, Schönheit, Wahrheit?
Schattenreiche. An die Eltern
Anhang. Drei Kolumnen und ein Märchen

Vom Rätsel der Angst - Wo die Angst begründet liegt und wie wir mit ihr umgehen können
Ln., 171 S., ISBN-10: 3-7725-1061-2, ISBN-13: 978-3-7725-1061-8, 15,90 EUR
Angst ist für die meisten Menschen ein Zustand, den sie tunlichst vermeiden oder möglichst schnell beseitigen möchten. Henning Köhler geht mit sorgsamer seelischer Beobachtung auf dieses Phänomen ein und stellt dabei fest, dass wir die Angst für ein gesundes Seelenleben sehr wohl benötigen: Angst befähigt uns, unsere Beziehungs- und Zuwendungsfähigkeit zu steigern und zu vertiefen. Gefährlich und krank machend wirkt hingegen die Angst vor der Angst.
Henning Köhler macht deutlich: Stärkung der Seele gegenüber der Angst bedeutet nicht, die Angst zu beseitigen, sondern vielmehr, sich ihr aussetzen, sie als einen Bestandteil in das Seelenleben integrieren zu können.
Inhaltsverzeichnis:
Vom Wesen der Angst
Umriss der Fragestellung: Ist Angst etwas Schlechtes?
Die Unheimlichkeit des Seins
Der Mut zur Niederlage: Vom wahren Wohlstand oder: Jeder ist mal ein Feigling gewesen
Angst – Schlaf – Kindheit: Die Belehrung des Wachbewusstseins durch das Schlafbewusstsein

Vom Ursprung der Sehnsucht - Die Heilkraft von Kreativität und Zärtlichkeit
geb., 218 S., ISBN-10: 3-7725-2163-0, ISBN-13: 978-3-7725-2163-8, 10,00 EUR
Eine engagierte Darstellung der schöpferischen Sehnsuchtskräfte im Menschen. Henning Köhler beschreibt die lebendigen Prozesse zwischenmenschlicher Beziehungen und den Aspekt der Liebe als Qualität des Verstehens.
Henning Köhler zeigt die krank machenden Gewohnheiten und gesellschaftlichen Verhaltensweisen unserer Gegenwart auf und fragt nach der Qualität des Eros, die ursprünglich in der Jugendzeit erwacht. Eros ist diejenige Kraft im Menschen, die Kreativität und Zärtlichkeit miteinander verbindet. Zugleich führt sie zu einem unmittelbaren Verstehen des anderen Menschen. Diese heilende, eine Wesensbeziehung stiftende Kraft wiederzuentdecken und im therapeutischen wie im gesellschaftlichen Bereich zugänglich zu machen ist das Anliegen des Buches. In diesem Sinne kann es auch als Manifest bezeichnet werden – ein Manifest für die Liebe.
»Ich behaupte und versuche zu begründen, dass die Quelle der Kreativität dieselbe ist, aus der auch die Liebefähigkeit erfließt.« (Henning Köhler)


Henning Köhler: geb. 1951, verheiratet, zwei Kinder, Heilpädagoge, Kinder- und Jugendtherapeut in eigener Praxis nach vorangegangenen Lehrjahren als Heimerzieher, Kleinklassenlehrer, klinischer Heilpädagoge und in der freien Jugendarbeit, ausgedehnte Lehr- und Vortragstätigkeit im In- und Ausland, zahlreiche Beiträge in Zeitschriften und Anthologien, sowie im Rundfunk. Entwurf und Installation des berufsbegleitendenden Qualifikationslehrgangs für integrative Aufgaben im FBW Rheinland und der berufsbegleitenden Zusatzausbildung zum Pädagogischen Berater am JKI. Mitbegründer der Fulbertus-Akademie für Sozialpädagogik in Erftstadt.Henning Köhler gründete 1986 die Heilpädagogische-Therapeutische Ambulanz, diese bildet seit 1987 einen Teil des Janusz-Korczak-Insitutes. Er hat es sich zur Aufgabe gestellt, Kindern und Jugendlichen zu helfen, deren Probleme sich als sogenannte Entwicklungsstörungen bzw. als Verhaltensauffälligkeiten äußern. Durch zahlreiche Buchveröffentlichungen bekannt. - Janusz-Korczak-Institut

Freitag, 6. November 2009

Depressionen: Kinder und Jugendliche

G. Groen, F. Petermann
Depressive Kinder und Jugendliche
Hogrefe Verlag, Reihe: Klinische Kinderpsychologie Band 6, 269 S., ISBN: 978-3-8017-1328-7, 32,95 Euro
Depressive Kinder und Jugendliche sind für ihr soziales Umfeld häufig weit weniger auffällig als zum Beispiel hyperaktive oder aggressive Altersgenossen. Dennoch belegen heute zahlreiche Studien, dass depressive Symptome und Störungen im Kindes- und Jugendalter ein weit verbreitetes und oftmals folgenschweres Problem darstellen. Das Buch gibt einen Überblick über das heute immer komplexer werdende Wissen zur Depression im Kindes- und Jugendalter. Unterschiedliche Äußerungsformen, aktuelle Ergebnisse zur Auftretenshäufigkeit und dem Verlauf depressiver Störungen sowie vorliegende Erklärungsansätze werden beschrieben. Darüber hinaus werden praxisorientierte Möglichkeiten der Diagnostik und vielversprechende Strategien zur Prävention und Intervention vorgestellt.
Kurzinhalt: Vorwort - Kapitel 1: Zum Phänomen im Wandel der Zeit - Kapitel 2: Beschreibung und Klassifikation - Kapitel 3: Epidemiologie - Kapitel 4: Komorbidität - Kapitel 5: Verlauf - Kapitel 6: Erklärungsansätze - Kapitel 7: Psychologische Diagnostik - Kapitel 8: Intervention - Kapitel 9: Prävention - Autorenportraits, ausführliches Inhaltsverzeichnis, Vorwort und Leseprobe

" ... Leichte depressive Verstimmungen bis hin zu schweren depressiven Störungen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen, unter denen Kinder und Jugendliche leiden. Das Risiko, an einer Depression zu erkranken, steigt bei Jugendlichen gegenüber Kindern an: Bei Kindern im Vorschulalter liegt die Häufikeit bei ca. 1 Prozent, im Grundschulalter sind weniger als 2 Prozent der Kinder betroffen. Aktuell leiden 3-10 Prozent aller Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren unter einer Depression" .... Mehr dazu auf Deutsches Bündnis gegen Depression

Samstag, 31. Oktober 2009

Kinder und Fernsehen

Sybille Holzwarth
Wenn Fernsehen Kindern Angst macht - Zum Umgang von Erzieherinnen mit medienbedingter Angst
Wissenschaftliche Beiträge aus dem Tectum Verlag: Pädagogik, Band 9, 2009, 393 S., Ppb., ISBN 978-3-8288-9997-1, Preis: 34,90 €
Auch junge Kinder werden in Nachrichtensendungen mit für sie schockierenden Bildern von Kriegen und Katastrophen konfrontiert. Oft ohne dass ihre Bezugspersonen dies bemerken. Sich selbst vor den beängstigenden Inhalten zu schützen und einfach mal den Fernseher abschalten, ist gerade für junge Kinder aus eigenem Impuls kaum möglich. In begrenztem Maße werden Angsterlebnisse aber sogar von Kindern gesucht. Dieses Phänomen lässt sich beispielsweise beobachten, wenn Kinder gebannt zuhören, wenn Gruselgeschichten erzählt werden. Überschreiten Medienerlebnisse die individuelle Angstschwelle von Kindern, reagieren sie mit Ängsten, die sie in Gesprächen und spielend in den Kindergartenalltag einbringen. Dieses Verhalten richtig zu deuten und darauf korrekt zu reagieren, ist eine Herausforderung für Erzieher. Wenn sie gelingt, wird dadurch die Medienkompetenz der Kinder erheblich gestärkt.
Sybille Holzwarth referiert den Forschungsstand zu medienbedingten Ängsten bei Kindern. Neben dem Entwicklungsstand, dem Geschlecht und der Medienerfahrung der Kinder spielen auch die formale Gestaltung und die Botschaften der Medieninhalte eine Rolle. Kinder können einen Teil ihrer Ängste durch wirksame Bewältigungsstrategien bearbeiten. Die Autorin sensibilisiert für solche Medieninhalte, die die Schwelle einer prickelnden Angstlust überschreiten können. Sie gibt konkrete Hinweise, wie Erzieherinnen und Eltern mit entstandenen Ängsten umgehen können. In der Ausbildung wie in der täglichen Praxis in Kindergarten, Hort, Tagespflege oder Grundschule regen die Empfehlungen zu einem kreativen Umgang mit dem Mediendschungel an. - Inhaltsverzeichnis
Den Text dieses Buches sofort auf den Webseiten des Verlages downloaden zu 27,99 Euro* statt regulär 34,90 Euro*. (PDF-Dateigröße 7,0 MB). Zahlen Sie per Rechnung mit ClickandBuy E-Payment: Tectum Wissenschaftsverlag

Kind – Sterben, Tod, Trauer

Sabine Meinig
Wenn Kinder sterben - Die Arbeit im Kinderhospiz
Tectum Verlag, 150 S., Ppb., ISBN 978-3-8288-9712-0, D: 24,90 €, A: 24,90 EUR, CH: 43,70 sFr.
Das Thema Kinderhospiz ist noch relativ jung, aber brandaktuell. Jährlich eröffnen bundesweit mehrere ambulante und stationäre Kinderhospize. Was geschieht aber nun wirklich in einem Kinderhospiz? Welche Voraussetzungen muss man erfüllen, um als Ehrenamtlicher dort mitarbeiten zu können? Wie reagieren Eltern darauf, wenn sie erfahren, dass ihr Kind lebensbedrohlich erkrankt ist? Sollen sie ihrem Kind die Wahrheit sagen – oder lieber schweigen? Welche Probleme beschäftigen die erkrankten Kinder und Jugendlichen? Wie stellen sie sich den Tod oder das Leben nach dem Tod vor? Welche Hilfen gibt es für die Erziehungsberechtigten? Wie trauern Frauen, Männer oder Geschwister? Sollten Kinder an einer Bestattung teilnehmen?
Dieses Buch richtet sich an alle, die bereits Abschied von einem geliebten Angehörigen nehmen mussten und solche, denen so ein Abschied noch bevorsteht oder die beruflich mit dem Thema zu tun haben. Die Autorin geht einfühlsam mit allen Aspekten um, die sich beim Themenkomplex „Kind – Sterben, Tod, Trauer“ ergeben. Ausführliches Inhaltsverzeichnis
Renzension auf social.net (Auszug): " ... Im Kapitel über die Begleitung des erkrankten Kindes und seiner Angehörigen kommt die Perspektive der Betroffenen zum Ausdruck. Es wird die Begleitung vor dem Sterben aufgriffen, wo zunächst eine Reflexion über den Begriff „Wahrheit“ als Einstieg gewählt wird. Wahrheit ist hier ein Schlüsselbegriff, der immer wieder aufgegriffen wird. Die Wahrheit zu akzeptieren und die Bedeutung der Wahrheit im Umgang mit Eltern, Geschwisterkindern und dem betroffenen Kind werden genauso thematisiert, wie Reaktionen der Beteiligten auf diese unausweichliche Wahrheit. In diesem Teil wird auch die Frage beleuchtet, die sich Kinder und Jugendliche nach Gottes Wirken stellen, wobei Vorstellungen über Sterben, Tod und dem Leben danach ebenso aufgegriffen werden ... " - Zur Rezension

Mittwoch, 28. Oktober 2009

Psychiatrie: Kinder und Jugendliche

Marie-Luise Knopp, Klaus Napp (Hg.)
Wenn die Seele überläuft - Kinder und Jugendliche erleben die Psychiatrie
Edition Balance, 220 S., ISBN 978-3-88414-162-5, 12.90 €, 23.50 sFr
Silke hat versucht, sich umzubringen, Peter bekommt in der Schule Angstzustände und Judith verliert sich in Traurigkeit. Doch was tun, wenn die Seele überläuft? Judith, Silke und Peter und viele andere haben schließlich in der Kinder- und Jugendpsychiatrie Hilfe gesucht. Sie haben beschlossen, sich nicht länger zu verstecken und den Vorurteilen gegenüber der »Klapse« mit ihrer Geschichte entgegenzutreten. Ihre authentischen Erlebnisberichte bilden einen Spiegel, in dem sich Jugendliche und Eltern, die Ähnliches erleben, wieder erkennen können. Und vielleicht lernen sie sich nach der Lektüre besser verstehen.

Hörbuch: Wenn die Seele überläuft ... Junge Menschen erleben psychische Krisen
Das Hörbuch zu »Wenn die Seele überläuft ...« und »Irrwege, eigene Wege« (vergriffen). Hörbuch+CD-ROM, ca. 70 Minuten, mit Textdateien, durch die Texte führt Campino. ISBN 978-3-88414-263-9, 14.90 €, 26.80 sFr
"Als ich ein kleiner Junge war, haben viele Leute über mich gesagt, ich sei "nicht ganz normal". Das sagt man auch heute noch des Öfteren über mich, aber mit einem ganz anderen Tonfall. Früher wurde ich für mein "Anderssein" gehänselt - heute zollt man mir dafür Respekt, und ich muss aufpassen, dass meine "Verrücktheit" nicht als Markenzeichen missverstanden wird." Campino, Die toten Hosen
Das 12. bis 18. Lebensjahr Jugendlicher - ihre "Schulzeit" in vielfältigem Sinne - konfrontiert die Heranwachsenden nicht nur mit ihren körperlichen Veränderungen, sondern auch mit der Frage nach ihrer Identität. Sie streben größere Eigenständigkeit und Eigenverantwortlichkeit an und entwerfen allmählich einen Lebensplan. In dieser Zeit sind psychische Krisen normal ... - Mehr dazu in unserem Ratgeber Kinderbuch

Samstag, 17. Oktober 2009

Engagierte Aufklärung: Rheuma bei Kindern

Monika Clemes
Auch kleine Elfen haben Rheuma - Kinderrheuma-Früherkennung. Eltern und Jugendliche erzählen
Memoiren Verlag, ISBN: 3902074841, 13,50 €
Erschütternde Berichte von betroffenen Kindern und Jugendlichen über ihr Leben mit Rheuma. Sie erzählen von Schmerz, Hoffnung und Enttäuschung, von Unverständnis und Ablehnung aber auch von Zuneigung und Liebe. Rheuma bei Kindern wird immer noch viel zu spät erkannt! Dieses Buch soll Eltern über die Möglichkeiten zur Früherkennung von Kinderrheuma informieren.
Wussten Sie eigentlich schon, dass allein in Deutschland l50.000 Kinder und Jugendliche an Rheuma leiden? Jedes 10. Kind bekommt heute schonRheuma. Und es werden immer mehr Kinder. Kaum bekannt ist, dass bereits Säuglinge von einer rheumatischen Erkrankung betroffen sein können. 16.000 Kinder erkranken in Deutschland jährlich an einer Gelenkentzündung, davon bis zu 3.000 chronisch.
Die häufigste chronisch rheumatische Erkrankung im Kindesalter ist die Juvenile idiopathische Arthritis (JIA)). Auch Fibromyalgie) und weitere Krankheitsbilder). Rheuma ist eine sehr ernste und schmerzhafte Erkrankung.
Das Buch enthält: Erste Merkmale, Tipps für rechtzeitiges, schnelles Handeln, Selbsttest, Krankheitsbilder und Symptome, Medikamente, Ernährung, wichtige Adressen und vieles mehr. Damit Sie als Eltern schnell Handeln könnenum kleinen Elfen viel Leid zu ersparen.
Unterstützung erhielt ich von: Herrn Prof. Dr. Huppertz und Herrn Dr. Onken von der Kinderklinik in Bremen, der ein Geleitwort zum Buch beisteuerte. Herr Dr. Puchner unterstützte mich mit seinem fachlichen Rat. Er istRheumatologe und u.a. Experte bei rheuma-online.
Auch durch meine liebe Freundin Ute Schönherr werde ich unterstützt.Sie ist Sängerin und Botschafterin der Deutschen Rheuma-Liga. Sie selber ist schon in frühester Kindheit an Rheuma erkrankt. Sie hat sich nie davon abbringen lassen, ihren Traum, Sängern zu werden, zu verwirklichen. Meine Freundin ist durch Ihre Erkrankung stark geworden und berichtet in meinem Buch darüber! ...
Rheuma eine Omakrankheit? - Nein!! Weil auch Ihr Kind betroffen sein könnte, soll dieses Buch Eltern informieren! Über die ersten Merkmale und Symptome von Rheuma. Viele Ratschläge, Tipps und Hilfsangebote für Betroffene. Sowie Information und Aufklärung für betroffene Eltern und Jugendliche, und für die, die sich rechtzeitig Informieren wollen! Denn Rheuma macht nicht vor Ihren Kindern halt!
Ganz wichtig bei Rheuma ist: Schnelle Hilfe! Kinder brauchen schon bei den ersten Anzeichen sofort professionelle Hilfe! Jeder Tag, jede Woche, jeder Monat zählt um schlimmeres zu Verhindern!
Wussten Sie schon? Allein in Deutschland leiden 150.000 Kinder und Jugendliche an Rheuma!Wussten Sie, dass jedes 10. Kind Rheuma bekommt? Jährlich trifft es 4000 Familien neu, dass ihr Kind Rheuma bekommt! Sie sollten sich rechtzeitig informieren! Heute weiß ich, dass Rheuma eine sehr ernste und schmerzhafte Erkrankung ist, die nicht nur Omas wie ich bekommenkönnen, sondern auch Säuglinge, Kleinkinder und Jugendliche! Und ich weiß, dass diese Kinder Tag ein, Tag aus, mit starken Schmerzen leben und mit den Nebenwirkungen der Medikamente zurecht kommen müssen.
Sie fragen sich, was ich mit meinem Buch erreichen möchte?? Ich möchte Eltern aufschrecken und wachrütteln. Warum? - Heutzutage müssen junge Eltern Ihre Kinder nicht nur vor Röteln, Windpocken, Masern und anderen Kinderkrankheiten beschützen, sondern vielleicht auch vor der so genannte "Volkskrankheit" Rheuma, die auch kleine Kinder bereits befallen kann.Denn immer noch tun viele Ärzte sich schwer, die Diagnose Rheuma in Betracht zu ziehen. Eltern sollten darum gegenüber Ärzten hartnäckig bleiben, wenn Sie bei ihrem Kind entsprechende Symptome bemerken.Ein Bluttest ist immer aufschlussreich!
Rheumakranke Kinder in Deutschland sind fachmedizinisch drastisch unterversorgt. Schätzungen zufolge wird nur jedes dritte an Gelenkrheuma erkrankte Kind einem Kinder- u. Jugendrheumatologen vorgestellt. Die Kinder, die die Rheumasprechstunde erreichen, kommen im Durchschnitt erst 8 Monate nach Beginn der Symptome zum Facharzt. (Das geht aus der Kinderkerndokumentation des Kompetenznetzes Rheuma (KNR) hervor, in der seit 1997 die Krankheitsverläufe).
Damit Sie wissen wie die ersten Symptome aussehen können habe ichdieses Buch zusammengestellt. Denn ein dickes Knie ist nicht immer nur ein dickes Knie! Manchmal kann auch eine ernsthafte Erkrankung dahinter stecken! In meinem Buch finden Sie auch einen "Selbsttest". Schnelles Handeln ist unheimlich wichtig! Durch mein Buch hoffe ich zu erreichen, dass Eltern dem Thema "Kinderrheuma" mehr Beachtung schenken. Wenn ich dadurch das Leid auch nur eines einzigen Kindes mildern kann, hat sich das Verfassen dieses Buches gelohnt!
Viele betroffene Jugendliche, Kinder und Eltern haben mir für dieses Buch Ihre Lebens/Leidens-Geschichten zur Verfügung gestellt. Für ihr Vertrauen und ihre Mitwirkung möchte ich mich ganz herzlich bei ihnen bedanken. Dankeschön!
Dieses Buch soll Eltern informieren! Viele Ratschläge, Tipps und Hilfangebote von und für Betroffene. Sowie Information und Aufklärung ... Ausführliche Leseprobe

Samstag, 10. Oktober 2009

Doping des Geistes

Jörg Auf dem Hövel
Pillen für den besseren Menschen - Wie Psychopharmaka, Drogen und Biotechnologie den Menschen der Zukunft formen (Telepolis)
dpunkt Verlag 2008, 180 S., brosch., ISBN 978-3-936931-44-0, 18,00 Euro (D), 18,60 Euro (A), 32 sFr
Der Mensch der nahen Zukunft wird durch zwei wissenschaftliche Entwicklungen verändert werden: Das Doping des Geistes und die Biotechnologie. 2003 geriet der Pharma-Konzern Eli Lilly unter Druck, weil er Gratisproben des Antidepressivums Prozac per Post an Privathaushalte versandt hatte. 2004 gab das britische Verteidigungsministerium zu, über 24.000 Tabletten mit dem Wirkstoff Modafinil eingekauft zu haben. Modafinil hält nicht nur wach, die Substanz gilt als >>cognitive enhancer<<, soll also die Kapazität des Gehirns steigern. Die Frage ist: Was leistet die Wissenschaft im Bereich des Gehirndopings? Die Vergabe des amphetaminähnlichen Ritalin an Kinder, denen das Aufmerksamkeitsstörungs-Syndrom attestiert wird, zeigt die Schwierigkeiten, mit Wirkung, Nebenwirkung und sozialer Gesamtwirkung eines Medikaments umzugehen. Am anderen Ende der Alterslinie steht der geistige Abbau, der ebenfalls mit Neuro-Enhancement gestoppt werden soll. Die Phänomene der hyperkognitiven Kultur sind auch immer ökonomische. Die Marktwirtschaft wird zuküntig noch mehr Produkte liefern, die Hirn- und Körpervorgänge modifizieren. Hier muss eine Bestandsaufnahme ansetzen: Was leisten Medikamente schon jetzt, woran arbeitet die Industrie für die Zukunft und was bedeutet das für die Gesellschaft? Zielgruppe: * Gesellschaftspolitisch Interessierte; * Medikamentennutzer - Inhaltsverzeichnis (pdf) - Kapitel 6 (pdf) - Kapitel 7 (pdf)

Heise-Medien (Auszug): " ... Der aktuelle Telepolis-Band zeigt die neuronalen Grundlagen des Gedächtnisses sowie die Potenziale der pharmazeutischen Beeinflussung auf und analysiert die individuellen sowie sozialen Folgen des Psychopharmaka-Gebrauchs. Dabei werden insbesondere die sogenannten "cognitive enhancer", eine vermeintlich neue Klasse von Arzneimitteln, die als "Doping für den Geist" diskutiert werden, einer kritisch-praktischen Betrachtung unterzogen ... " - Weiterlesen auf Heise-Medien

Monika Armand in ihrem "AHMAZ-Alles hängt mit allem zusammen"-Blog: Neuro-Enhancement: die Gefahr kommt inkognito
Ein Geheimagent der Better-living-thru-chemistry reist ein: In seinem Koffer trägt er für jede Gelegenheit die passenden Reisepässe: "Donepezil, Dihydroergotoxin, Ergoloid, Tryptophan,Clonidin,Fluoxetin u.v.m." Er kann sie modifizieren, so wie er es braucht und er verspricht: "Ich bringe euch das große Glück". Leider steht in den kleingedruckten AGB's: "Die Kosten und Folgen trägt jeder selbst" ...
Im Memorandum von sieben führenden Experten ( PDF-Datei) werden die AGB's des Geheimagenten kurz gestreift ...
Dabei finden sich wichtige Aspekte für die Diskussion um das Neuro-Enhancement nur ansatzweise im Memorandum auf Seite 3:
1. Die Widernatürlichkeit des Neuro-Enhancements
2. Der Eingriff in die Neurobiologie des Gehirns
Obwohl gerade Punkt 2: "Eingriff in die Neurobiologie des Gehirns" zahlreiche Fragen aufwirft, wie z.B. bekannte Nebenwirkungen, unbekannte oder individuelle Nebenwirkungen, Langzeitnebenwirkungen, mögliche dauerhafte Veränderungen der Neurobiologie des Gehirns, Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten etc., behandeln die Autoren diesen zentralen Aspekt nebenbei und mit einer beunruhigend anmutenden Sorglosigkeit: "Ein anderer Standardeinwand gegen Neuro-Enhancement zielt auf die neurobiologische Eingriffsebene von NE, die gegenüber der Ebene kommunikativer Einwirkungen (etwa Coaching) als minderwertig verstanden wird: Pillen für neuronale Stoffwechselprozesse - Gespräche und Argumente für den Geist. Aber die funktional-dualistische Prämisse dieser Auffassung ist heute nicht mehr tragfähig." (G&G 11/2009 - Zitat Seite 3)
Die Tatsache, dass neben Philosophen und Juristen auch Mediziner das Wort ergriffen haben und nur marginal die Frage nach etwaigen Gefahren des Neuro-Enhancements erwähnen, kommt nicht von ungefähr. Die Pharmakologie, die Pharmakodynamik (= Lehre über die Wirkung von Arzneistoffen im Organismus) und die Pharmakokinetik (Die Pharmakokinetik beschreibt die Gesamtheit aller Prozesse, denen ein Arzneistoff im Körper unterliegt), sowie die Pharmazeutische Chemie (Die pharmazeutische Chemie ist das Spezialgebiet der Pharmazie, das sich mit den chemischen Eigenschaften von Arzneimitteln im weitesten Sinne beschäftigt) sind nur selten ein "Steckenpferd" von Medizinstudenten. Ein Blick in medizinische Foren zeigt, welch Ächzen und Stöhnen durch die Reihen zieht, wenn es im Physikum um Teile aus diesen Fachbereichen geht. Insofern ist es nicht verwunderlich, wenn Medikamentenneben- und - wechselwirkungen auf die leichte Schulter genommen werden ... Weiterlesen im AHMAZ-Blog