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Montag, 25. April 2011

Kalender 2012

Michael Imhof
Kunst-Kalender 2012 "Kunst & Medizin"
1 Deckblatt, 12 Monatsblätter, 1 Zusatzblatt, ISBN 978-3-8248-0857-1, EURO: 29.99
Michael Imhof ist Autor zahlreicher, wissenschaftlicher Veröffentlichungen auf dem Gebiet der Grundlagenforschung und angewandten Chirurgie. Seit Jahren beschäftigt er sich mit grundlegenden Phänomenen von Krankheiten und sucht nach hermeneutischen Sinnzusammenhängen. Das Prinzip des Menschseins in der Krankheit und dessen Wechselspiel mit dem großen Umgreifenden ist auch Gegenstand seiner bildlichen Darstellungen.


In seinen Bildern versucht Imhof, das geistige Grundprinzip von Krankheit und Heilung zum Aufleuchten zu bringen, aber auch die Gefährdung durch biotechnologische Totalzugriffe auf den Menschen und auf unser modernes Menschenbild darzustellen. Der Begriff des Heilens leitet sich von dem indogermanischen Begriff „keilo“ (ganz, vollständig etc.) ab. Eine bildende Kunst, die auf das Umgreifende von Krankheit verweist, ist somit auch heilend im engeren Sinn. Hier schließt sich der Kreis zu einer ursprünglichen Kunstauffassung.

Montag, 11. April 2011

Konventionelle und Komplementäre Therapieoptionen

Gustav Dobos, Ulrich Deuse, Andreas Michaelsen (Hrsg.)
Chronische Erkrankungen integrativ - Konventionelle und komplementäre Therapie
576 S., 58 farb. Abb., Ppb., ISBN: 978-3-437-57200-5, 45,95 Euro (D), 47,30 Euro (A), 62,00 SFr (CH)
UND! Statt "entweder oder" Für verblüffende Therapieerfolge! Erstmals werden konventionelle und komplementäre Therapieoptionen bei den wichtigsten chronischen Erkrankungen praxisorientiert auf höchstem Niveau dargestellt. Die gezielte Kombination der beiden Ansätze ermöglicht eine besonders effektive Behandlung des Patienten. Ideal auch für alle, die bisher keine Erfahrung mit komplementärer Therapie haben, denn die Empfehlungen sind auch für "Einsteiger" verständlich und sofort umsetzbar.

Inhaltsverzeichnis

I Allgemeiner Teil: 1 Einleitung: warum dieses Buch, Ansprüche, Intentionen, Begriffsklärung / 2 Anwendung des Buches (Erläuterung des Aufbaus) / 3 Ätiologie/Epidemiologie chronischer Erkrankungen, Bedeutung für das Gesundheitswesen / 4 Prävention / 4.1 Allgemeine Grundregeln / 4.2 Sport / 4.3 Ernährung

II Spezieller Teil: 5 Pulmonale Erkrankungen / 6 Kardiovaskuläre Erkrankungen / 6.1 Hypertonie / 6.2 KHK / 7 Gastrointestinale Erkrankungen / 7.1 Chronisch entzündliche Darmerkrankungen / 7.2 Reizdarmsyndrom / 8 Schmerz / 8.1 Fibromyalgie / 8.2 Kopfschmerz/Migräne / 8.3 Rückenschmerzen / 9 Rheumatische Erkrankungen / 10 Allergien / 11 Metabolische Erkrankungen / 11.1 Diabetes / 11.2 Adipositas / 11.3 Syndrom X / 12 Onkologische Erkrankungen / 13 Nikotinabhängigkeit / 14 Begleitdepression

III Therapieverfahren: 15 Medikamentöse Therapie / 16 Ordnungstherapie/Mind-Body-Medicine / 17 Ernährung (Mediterrane Vollwerternährung) / 18 TCM/Akupunktur / 18 Neuraltherapie / 19 Triggerpunkttherapie / 20 Phytotherapie / 21 Homöopathie / 22 Orthomolekulare Therapie / 23 Physikalische Therapie / 24 Manuelle Therapien / 25 Entspannende Verfahren / 26 Psychotherapie/Psychologisch orientierte Körpertherapien

IV Anhang

Leseproben
"Mind/Body Medicine"
"Reizdarmsyndrom"
"Kardiovaskuläre Erkrankungen"

Samstag, 26. März 2011

Sind wir wirklich genetisch vorbestimmt?

Dawson Church
Die neue Medizin des Bewusstseins - Wie Sie mit Gedanken und Gefühlen Ihre Gene positiv beeinflussen können
VAK Verlag, 384 S., 110 Fotos und Abbildungen, Ppb., ISBN 978-3-86731-017-8, 22 EUR
Unsere Gene sind kein Schicksal, das berichtete im April 2007 das bekannte Magazin GEO. Im Gegenteil: Jedes einzelne Gen verfügt über Schalter, wodurch es an- oder ausgeknipst werden kann.

Die größte Überraschung aber ist: Die sogenannten epigenetischen Marker lassen sich über unser Bewusstsein verändern und sogar an die nächste Generation vererben. Diese neue Medizin des Bewusstseins konnte wissenschaftlich belegt werden und bedeutet: Nicht die unveränderlichen Gene bestimmen Aussehen, Persönlichkeit und Krankheitsrisiken, sondern die epigenetischen Schalter, die wir selbst positiv beeinflussen können: Unser Denken, unsere Gefühle, unser Lebensstil – von Affirmationen, über Beten und Meditieren bis hin zur populären Klopfakupressur – wirken bis in die Gene und können für Veränderung genutzt werden.

Dieses Buch vermittelt Hintergrundwissen verständlich und pointiert und stellt außerdem verschiedene Möglichkeiten vor, die uns dabei helfen, epigenetisch günstige Bedingungen zu schaffen und so Meister unserer Gene zu werden.

Inhaltsverzeichnis (Auszug)
Eine neue Medizin am Horizont
Von der Genforschung zur Therapie - Der Tanz der Gene und Neuronen  - Das Dogma des genetischen Determinismus - Der Untergang eines Dogmas  - Die innere und die äußere Umgebung  - Ihr Körper liest Ihre Gedanken - Der Prozess der Genexprimierung  - Epigenetik: Signale von außerhalb der Zelle  - Von intuitiver zu wissenschaftlicher Erkenntnis

Regie führen Sie selbst
Die DNA ist nicht Ihr Schicksal  - Epigenetische Veränderung braucht günstige Bedingungen - Stress in der Kindheit – Krankheit im Erwachsenenalter  - Sie sind Regisseur Ihrer Gene  - Überzeugungen und die Biochemie - Aus Psychologie wird Physiologie - Die Wirkung von Gebeten  - Gutes zu tun tut Ihnen gut - Sieben Minuten für Spiritualität  - Vom Nutzen der Meditation - Visualisieren als epigenetische Selbsthilfe - Auf die Einstellung kommt es an - Wie Stress Ihrer Gesundheit schadet - Wie Sie Ihre Gene dirigieren können

Ihr Erbgut und was Sie daraus machen können
Neue Erkenntnisse durch Genchips - Verschiedene Arten von Genen - Immediate Early Genes  - Verhaltensabhängige Gene - Erfahrungsabhängige Gene - Wenn in Muskeln ein Trauma gespeichert ist - Wie Erinnerungen sich verändern lassen - Warum Sie selbst Designer Ihres Gehirns sind  - Wie Sie Wohlbefinden kreieren können

Die Elektrizität des Körpers …
Das Bindegewebe – ein Netzwerk für Kommunikation …
Bewusstsein als Medizin …
Mit Überzeugung die Gene beeinflussen …
Die Quantenphysik und die Fernheilung …
Wirkt Bewusstsein jenseits von Zeit und Raum? …
Geheilt wie durch ein Wunder …
Alternativen zu teurer Therapie: Energy Psychology …
Wie die Bewusstseinsmedizin allmählich zur Regel wird …
Der gesellschaftliche Kontext der neuen Medizin …
Die Krise des konventionellen Gesundheitssystems …
Zehn Prinzipien der epigenetischen Medizin …
Die Nutzanwendung der epigenetischen Medizin …



Die Entdeckung und Beschreibung der menschlichen DNA bereitete den Weg für das unumstößliche Dogma, dass jegliche physischen und psychischen Merkmale, die Veranlagung für bestimmte Krankheiten bis hin zur Lebenserwartung, genetisch vorbestimmt seien. Die Zwillingsforschung belegt jedoch, dass Menschen mit identer genetischer Veranlagung keineswegs immer denselben Gesundheitszustand aufweisen. Seit Jahrzehnten beschäftigen sich Pioniere der neuen Medizin, Biologie und Neurowissenschaften mit Geistheilung, der Wirkung von Meditation und Gebet, schamanischen Heilungen und ähnlichen Phänomenen. Was die Schamanen immer wussten, kann die Wissenschaft nun auch beweisen: das Universum besteht aus Energie und mit unseren Überzeugungen, Gedanken und Gefühlen wirken wir ständig auf unsere Umwelt und unseren Körper - bis zu unseren Genen, ein. Wie das funktioniert und wie wir diese Erkenntnisse am effektivsten für uns nutzen können, beschreibt Dawson Church in diesem Buch ...

Sonntag, 13. Dezember 2009

»Neuen Leiden« und die in ihnen verborgenen »Neuen Chancen«

Markus Treichler
Neue Zeiten – Neue Leiden. Zeittendenzen, Krankheitsbilder, Chancen
266 S., geb., ISBN 3-932386-13-2, EUR 22,00, EUR 22,80, sFr 39,50
Tendenzen und Merkmale unserer Zivilisation sind sowohl Ausdruck des in ihr kultivierten Denkens und Verhaltens als auch Reflexionen der menschlichen Seele, die ihrerseits – wie an den Einzelschicksalen menschlichen Lebens und Leidens wahrzunehmen ist – das Spezifische einer Epoche widerspiegelt. Die Zeiten ändern sich ebenso wie die Verhältnisse, in denen wir leben, die Aufgaben, die wir bewältigen müssen und die Chancen, dass wir es schaffen. Vieles ist in den vergangenen Jahrzehnten anders geworden, als es früher war. Wodurch? Wer hat es geändert? Wir selbst sind es, die Veränderungen bewirken und erleben. Wir müssen uns nicht wundern über das, was gekommen ist und was noch kommen wird. Aber wir sollten wach sein, um – wenn nötig – gegensteuern zu können. Dazu braucht es eine kritische Beobachtung der Zeit und ihrer Auswirkungen auf Mensch und Welt. Krisen, Kriege, Katastrophen rütteln uns wach und können – spät, aber nicht zu spät – dazu beitragen, dass wir nicht alles geschehen lassen. Bewusstes und verantwortliches Handeln ist gefragt!
Körperlicher Schmerz, Krisen, chronisches Leiden sind vieldeutig – aber jeweils auch deutlich. Wir können sie nicht überhören oder ignorieren, wir können uns ihnen aber stellen. Die Krankheiten und Leiden unserer Zeit zu verstehen und zu erkennen, heißt auch, ihnen bewusst begegnen zu können. Die »Neuen Leiden« der Epoche des beginnenden 21. Jahrhundert sind Folgen unserer Vergangenheit und bilden Perspektiven für die Zukunft; wer an ihnen vorbeigeht oder sie ignoriert, steht der Welt nicht mehr erkennend gegenüber. Denn in ihnen liegt ein Sinn. Im individuellen Krankwerden an den Zeittendenzen zeigt sich, dass die Bedingungen der von uns geschaffenen Welt für uns und unsere Nachkommen unannehmbar geworden und wir für diese Welt nicht geschaffen sind. Wir erkennen es und können es ändern, indem wir den Sinn im Leben und im Leiden entdecken, beziehungsweise wenn wir die »Neuen Leiden« verstehen. Die Chance ist gegeben.
Das Buch ist eine Hinführung zum Verständnis von bestimmten Zeittendenzen und häufig auftretenden modernen Krankheitsbildern – den »Neuen Leiden« und den in ihnen verborgenen »Neuen Chancen«.
Inhalt
Vorwort - Warum werden wir krank? - Die neuen Leiden
Die Zeiten ändern sich – und wir? • Raum – Lebenshorizont • Körper – Lebensort • Zeit • Leben • Kommunikation • Beziehung • Identität – Selbst
Typische Krankheiten unserer Zeit: • Psychosomatische Erkrankungen • Chronische Erkrankungen
Spezielle Erscheinungsbilder der Neuen Leiden: • Das chronische Schmerzsyndrom • Allergische Erkrankungen • Das chronische Müdigkeitssyndrom / CFS • Das chronische Erschöpfungssyndrom • Das »Burnout-Syndrom« • Die Bulimie • Furcht – Angst – Panik • Trauer – Resignation – Depression – Suizid • Das multiple Persönlichkeitssyndrom
Neue Leiden – Neue Chancen? - Überlegungen zu Ergänzungen und Gegengewichten zu den vorherrschenden Zeittendenzen • Zehn Chancen

Samstag, 12. Dezember 2009

»Der Mensch stehe im Mittelpunkt der Medizin«

Volker Fintelmann
Quo vadis? - Medizin am Scheideweg
220 S., geb., ISBN 3-932386-28-0, EUR 20,00 (D), 20,70 (A), sFr 36,10
Das Werk führt über eine kritische Bestandsaufnahme der Medizin des 20. Jahrhunderts hin zu Forderungen für eine Zukunft, welche die einzige Grundlage für ein auch in diesem Jahrtausend trag- und leistungsfähiges Gesundheitswesen bilden.
Der Scheideweg ist ein altes Bild der Mythologie. Er ist auch Teil des analytischen Erkennens, das im Entweder-Oder die Denkart der Medizin des 20. Jahrhunderts bestimmte. Sie entschied sich für das Objekt und schloss alles Subjektive aus ihrer Wissenschaftlichkeit aus. Sie machte so den Menschen zum Objekt ihres Handelns, in einer Zeit, in welcher die immer stärkere Individuation des Einzelnen das soziale Leben prägt. Sie fragte schließlich nach dem Kollektiv statt nach der Einmaligkeit der Person. Das brachte revolutionäre Fortschritte in Diagnostik und Therapie und stellte die Medizin in eine öffentliche Aufmerksamkeit, wie sie noch nie zuvor existierte. Aber es machte sie auch zu einem Wirtschaftsfaktor, ja zu einem Markt von ungewohntem Ausmaß. Und es entfernte sie von dem Menschen, seiner Subjektivität, seiner spirituellen Dimension. Es entstand eine neue, die »iatrogene« Variante des Krankseins. Das »nil nocere« – der Arzt darf nie schaden – wurde gegen das Machbare getauscht.
So haben die ungeheuren medizinischen Erfolge des 20. Jahrhunderts auch schwere Schatten geworfen, die sich heute immer bedrängender auswirken und Fragen in das Gesundheitswesen tragen, die dringend zukunftsweisende und helfende Antworten finden müssen.
Die Fragen und Antworten sind die eines Arztes, der das Sowohl-als-auch über das Entweder-oder stellt, der Intuition als Bestandteil und nicht als Gegensatz der Wissenschaft in der Medizin erlebt und der getragen ist von der Überzeugung, dass Medizin dem Menschen in seiner Entwicklung dienen und ihn nicht nach von ihr gedachten Paradigmen manipulieren sollte. Diese Buch will wecken, anstoßen und zeigen, dass viele Wege zum Menschen führen.
Inhalt
Kritische Bestandsaufnahme eines Jahrhunderts - Das Jahrhundert der Medizin
Medizin in der Sackgasse? Experiment statt Beobachtung. Der Paradigmen-Trick. Fortschritt oder Stagnation?. Die Medizin macht auch krank. Kostenexplosion im Gesundheitswesen
Panoramawechsel der Krankheiten. Degeneration statt Infektion?. Zunehmende Chronifizierung der Krankheiten. Die Unheilbarkeit der Krankheiten?
Die Revolution der Chirurgie. Prothetische Chirurgie. Transplantationschirurgie. Maximale Chirurgie
Medizin und Technik. Technik in der Diagnostik. Technik in der Therapie
Nil nocere?. Compliance
Die Krise des Gesundheitswesens
Egoismus. Wirtschaftszwänge. Wissenschaftsdogmatismus
Die Medizin im Gespräch mit sich selbst
Dialogische Betrachtungen. Sprachlose versus sprechende Medizin. Kollektive versus individuelle Norm. Manipulation versus Entwicklung. Evidence versus cognitive based medicine
Forderungen an die Zukunft
Der selbstständige Geist wird abgeschafft. Die eigenständige Seele wird abgeschafft. Der Mensch – das Tier?. Zweierlei Utopie
Die Medizin braucht ein neues Menschenbild. Die Ganzheit Mensch: Leib, Seele und Geist. Physisch-stoffliche Organisation des Menschenlebens. Lebensorganisation. Seelisch-leibliche Organisation. Ich-Organisation. Die vier Elemente und Krankheitstypen
Spiritualisierung der naturwissenschaftlichen Medizin. Mensch und Natur
Erweiterung der Erkenntnismethode. Die analytisch-beweisende Erkenntnismethode. Die anschauend-vergleichende Erkenntnismethode. Die physiognomisch-beschreibende Erkenntnismethode
Methodenpluralismus in Diagnostik und Therapie. Diagnostischer Pluralismus. Therapeutischer Pluralismus. Selbstheilungspotentiale im Organismus. Das Ganze ist mehr als die einzelnen Teile. Die gemeinsame Evolution von Mensch und Tier. Die Misteltherapie als Beispiel
Präventive Medizin. Prophylaxe. Zauberwort Bewegung. »Das Ich ist der Akteur«. Prävention
Medizin als Freiheitswissenschaft (Intuitive Medizin)
Ausblick - »Der Mensch stehe im Mittelpunkt der Medizin«

Dienstag, 8. Dezember 2009

Carl Gustav Carus

Volker Fintelmann (Hg)
Kay Henning Brodersen, Moritz Lukas, Philipp Lukas
Carl Gustav Carus - Begründer einer spirituellen Medizin und ihre Bedeutung für das 21. Jahrhundert
Verlag Johannes M. Meyer, 200 S., 16 farbige Abb., Klappenbroschur, ISBN 978-3-932386-78-7, EUR 22,00 (D), EUR (A) 22,80, sFr 39,50
Als Arzt, Wissenschaftler und Künstler ist Carl Gustav Carus (1789-1869) heute praktisch unbekannt.
Er lebte und wirkte zur Zeit der aufkommenden, heute die Medizin prägenden Naturwissenschaft und im Übergang einer ausklingenden Medizin, die ihre Wurzeln auf Hippokrates zurückführte.
Carus stellte sich gegen die sich immer nachhaltiger verbreitende Auffassung, Krankheit werde im Organismus von äußeren Faktoren wie Erregern, Vergiftungen oder Traumata ausgelöst. Für ihn bilden Veränderungen der normalen – gesunden – Bedingungen im Organismus die eigentliche Ursache des Krankseins. Er vertrat zudem die Überzeugung, dass eine naturwissenschaftliche Medizin nur dann existieren kann und dem Menschen zugleich auch gerecht wird, wenn sie das hinter der Schöpfung stehende Geistige, ja Göttliche in der Welt zu ihrem wissenschaftlichen Anteil macht. Die beiden großen Lebensgebiete des sinnlich Wahrnehmbaren und des übersinnlich Existenten und Erfahrbaren mussten sich in der von Carus gelebten und gelehrten Medizin als zwei gleichermaßen unverzichtbare Anteile der ganzen Wirklichkeit ergänzen.
Die Medizin hat im 20. Jahrhundert auf der Basis naturwissenschaftlicher Erkenntnisse enorme Fortschritte gemacht, vor allem mit Blick auf das Verständnis und die Differenzierung von Krankheiten, aber die Menschheit ist heute mit Sicherheit nicht gesünder, auch weil das Bewusstsein, was Gesundheit eigentlich sei und was diese befördert, selten so wenig ausgeprägt war wie in unserer Zeit. Deshalb verwundert es nicht, dass nun im Anfang des neuen Jahrhunderts zwei Gesichtspunkte im Bereich der medizinischen Wissenschaft und des öffentlichen Gesundheitswesens hervorgehoben werden: Es ist zum einen das Wissenschaftsgebiet der Salutogenese, zum anderen die Forderung nach mehr Eigenverantwortlichkeit des einzelnen Bürgers.
Kann die Wissenschaftsmedizin des 21. Jahrhunderts von dem herausragenden Arzt und Wissenschaftler Carl Gustav Carus Anregungen empfangen? War er ein letzter Vertreter der sogenannten »Humoralpathologie«, oder sehen wir in ihm den »Vorläufer« einer Richtung, die einmal die naturwissenschaftliche Methode in der Medizin durch Spiritualität so ergänzen kann, dass sie dem ganzen Menschen gerecht wird? Finden sich Elemente in seinen Darstellungen, die unserer Medizin fehlen und die zugleich dringend in sie integriert werden müssten? Gibt es Richtungen und Bereiche in der heutigen Medizin, die die Anregungen oder auch Forderungen von Carus bereits in sich aufgenommen haben?
Fragt man also letztlich nach der Bedeutung dieses Mannes, so ist die Antwort klar:
Er ist der Vorläufer und Wegweiser einer Medizin, in der sich naturwissenschaftliche Erkenntnismethode mit spiritueller Auffassung des Menschen zur Einheit verbinden.

Inhalt
Carl Gustav Carus – Vorläufer einer spirituellen Medizin
• Im Anbruch der naturwissenschaftlichen Medizin • Die Ganzheit bestimmt die Summe der Teile im Organismus • Zum Verständnis von Gesundheit und Krankheit • Heilmethoden
• Reformen des Gesundheitswesens und der ärztlichen Ausbildung • Medizin im 2I.Jahrhundert
Der Universalist Carl Gustav Carus
• Jugend • Studium und Abschlüsse • Frühe ärztliche Tätigkeit • Wachsender Bekanntheitsgrad • Am sächsischen Hof • Im Deutschland der Revolution • Alter und Einsamkeit • Späte Würdigung
Ausblick

Zen für Menschen mit lebensbedrohenden Krankheiten

Arndt Büssing
Regen über den Kiefern - Zen-Meditation für chronisch Kranke und Tumorpatienten
Mit einem Geleitwort des Dalai Lama, 160 S., geb., ISBN 3-932386-48-5, EUR 18,80 (D), EUR 19,50 (A), sFr 34,10
Wenn man mit einer lebensbedrohenden Erkrankung konfrontiert ist, wird man erschreckend auf die eigene Endlichkeit gestoßen. Was ist der Sinn hinter allem? Was ist der Mittelpunkt in meinem Leben? Was man auch tut, nur nicht den klaren Blick auf die einfache Feststellung verlieren: Das bin ich, ob mit oder ohne Krankheit! Lausche in Ruhe! Schon immer haben sich Menschen in die Stille zurückgezogen, wenn für sie wichtige Entscheidungen anstanden; Zeit zum Reifen!
Patienten mit bösartigen Tumoren oder anderen chronischen Krankheiten fühlen sich mit ihren Fragen und Ängsten häufig allein gelassen. Von ärztlicher Seite können außer oft zerstörenden Therapieversuchen kaum hilfreiche Angebote gemacht werden, die den Kranken in seiner Lebenssituation unterstützen.Wie kann man in dieser biographischen Ausnahmesituation damit umgehen, dass das Leben anders zu verlaufen scheint als geplant?
Dieses Buch gibt keine Ratschläge, wie man den »aufgezwungenen Kurs« verändern kann, und es verspricht auch keine »Heilung«. Die Beiträge namhafter Meditations-Lehrer sowohl westlicher als auch östlicher Prägung ermutigen aber Patienten und ihre Angehörigen, den eigenen Schritten im Leben zu trauen. Sie geben – was in einer solchen Situation von elementarer Wichtigkeit ist – konkrete Anregungen, mit der Verunsicherung umzugehen, und leiten einfühlend an, die Achtsamkeit den »alltäglichen Dingen« gegenüber wieder zu entdecken und die eigene Lebensgestaltung neu zu orientieren.
Was man auch tut, nur nicht den klaren Blick auf die einfache Feststellung verlieren: Das bin ich – ob mit oder ohne Krankheit. Lausche in Ruhe!
Der Zen-Weg ist ein spiritueller Weg, der für jeden offen ist, gleich welcher Rasse, Nationalität, Geschlecht oder Religions-Tradition man angehört. Jeder kann diese unterschiedlichen Meditationen ausprobieren. Oft sind es auch nur einzelne Sätze oder Worte, die im Patienten etwas Ausschlaggebendes zum Klingen bringen.
Aus dem Geleitwort: »Krankheit, Leiden und Tod sind Teil der Realität der menschlichen Existenz. Es wäre genauso töricht vorzugeben, man sei nicht krank, wenn man es doch ist, oder man werde niemals sterben, wie es auch töricht ist, die Möglichkeit zu leugnen, jemals gesund zu werden.
Als menschliche Wesen wünschen wir uns alle Glück und versuchen, Leiden zu vermeiden. Einer der Hauptgründe hierfür ist unsere geistige Haltung. Physische Gesundheit ist eng verbunden mit der Haltung des Geistes. Wissenschaftliche Experimente haben gezeigt, daß ein stabiler und ruhiger Geist grundlegende physische Funktionen, wie die Verdauung und den Schlaf, verbessert. Wenn jemand andererseits mental erschöpft ist, dann können ihn sogar die Freunde, Komfort und Reichtum nicht glücklich machen.
Unsere Grundeinstellung dem Leiden gegenüber entscheidet ganz wesentlich darüber, wie wir es erfahren. Stellen Sie sich zum Beispiel zwei Menschen vor, die einen identischen Tumor im Endstadium haben. Einzig ihre Haltung dazu unterscheidet sie. Einer sieht den Tumor als etwas an, das man annehmen und, wenn möglich, in eine Gelegenheit umwandeln muss, innere Stärke zu entwickeln. Der oder die andere reagiert auf diese Lage mit Furcht, Verbitterung und Angst vor der Zukunft. Auch wenn allein auf der symptomatischen Ebene kein Unterschied zwischen den beiden hinsichtlich ihrer Krankheit besteht, so gibt es doch einen wesentlichen Unterschied bei der Wahrnehmung ihrer Krankheit auf mentaler Ebene. In letzterem Falle kommt zum physischen Leiden noch der Schmerz des inneren Leidens hinzu.« Der Dalai Lama

Mit Beiträgen von
• Niklaus Brantschen
• Arndt Büssing
• Der Dalai Lama
• Dae-Haeng Keun Sunim
• Joan Halifax
• Albert Low
• Heinz-Jürgen Metzger
• Fumon S. Nakagawa
• Roland Rech
• Seung Sahn
• Randall Weingarten
• Dagmar Doko Waskönig
• Michael Wenger
• Sylvia Wetzel

Ein Mönch fragte einen Zen-Meister: »Wie kann ich die Hitze des Sommers und die Kälte des Winters vermeiden«? »Gehe dorthin, wo es keine Hitze des Sommers und keine Kälte des Winters gibt«! »Und wo ist das«?, fragte der Mönch. »Wenn es heiß ist, schwitze, wenn es kalt ist, friere«, antwortete der Meister.
»Ich habe keinen Zweifel daran, dass jeder, der sich aufrichtig bemüht, Meditation zu praktizieren, so wie sie in diesem Buch vielfältig beschrieben ist, mit einem größeren Gefühl inneren Friedens und mit Stärke belohnt wird.« DER DALAI LAMA

Mittwoch, 2. Dezember 2009

Das Schöne ist heilsam

Martin Poltrum
Klinische Philosophie - Logos Ästhetikus und Philosophische Therapeutik
Parodos Verlag, 152 S., EUR 15,00, ISBN: 978-3-938880-30-2
Bereits in der Antike ist ein besonderes Naheverhältnis von Philosophie und Psychotherapie konstatiert worden. Das Buch des Philosophen und Psychotherapeuten Martin Poltrum stellt die Grundlegung einer therapierelevanten, klinischen Philosophie über den Logos des Schönen dar. Er zeigt auf, dass philosophische Überlegungen einen wohltuenden Effekt auf die Seele haben und wie philosophische Gespräche Teil psychotherapeutischer Praxis werden können. Das Sein der Idee des Guten, so die erkenntnisleitende These, wird im Therapeutischen vorausgesetzt, im philosophischen Denken erschlossen und erhält in der Anamnesis, der „Wiedererinnerung“ an die Schönheit ihre Seinsevidenz. Mit der idealistischen Ästhetiktradition geht die Untersuchung in ihrer Hauptrichtung davon aus, dass die Kunst das große Stimulans des Lebens, das Ästhetische das Versprechen des Glücks und die Schönheit Vorschein der Freiheit ist. Damit sind die Kategorien genannt, die eine Klinische Philosophie zu reflektieren hat, welche in der Philosophie des Abendlandes ein Medikament für die traumatisierte Psyche sieht. Eine für die Psychotherapie relevante Hermeneutik metaphysischer Geborgenheit, wie sie hier vorgelegt wird, stößt dabei zwangsläufig auf die ästhetisch-anästhetische Phänomendialektik und die versöhnende Macht des Schönen.
Martin Poltrum, Dr. phil., Philosoph und Psychotherapeut (Existenzanalyse und Logotherapie). Offene Jugendarbeit – Leitung des Jugendhauses Graf Hugo (Feldkirch), Arbeit als Kunstvermittler (Palais Lichtenstein, Wiener Secession), Tätigkeit als Journalist (Wiener Zeitung, Der Standard). Aktuelle Arbeitsbereiche: Psychotherapeut und Leiter der Task Force Medical Humanities am Anton-Proksch-Institut, Therapiezentrum für Alkohol-, Drogen- und Medikamentanabhängigkeit, Fachredakteuer der Wiener Zeitschrift für Suchtforschung, seit 2003 als freier Philosoph tätig, Dozent für philosophische Ästhetik und Kunsttheorie an der Wiener-Kunst- Schule, Gründungsmitglied der Gesellschaft für Angewandte Philosophie, Mitglied der Österreichischen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie (Sektion Philosophie in der Psychiatrie), Generalsekretär der European Society of Aesthetics and Medicine. Buchveröffentlichung: Schönheit und Sein bei Heidegger, Wien 2005.
Rezension in Psychologie Aktuell (Auszug): " ... Das Schöne ist heilsam – neue medizinästhetische Ansätze. Dass Ästhetik nicht nur in der plastischen Chirurgie eine Rolle spielt, sondern in allen medizinischen Bereichen relevant ist, stellte Prof. Dr. Michael Musalek auf dem Kongress der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) in 2 Vorträgen klar. Musalek ist Leiter des Anton Proksch Instituts in Wien, der größten Suchtklinik Europas, und u.a. Chairman der European Society of Aesthetics and Medicine (ESAM), die sich vor fünf Jahren gründete. Insbesondere in der psychiatrischen Diagnostik und der Psychotherapie komme es auf eine ästhetisch-sinnliche Gestaltung der „Patientenwelten“ an ... " - Zur Rezension

Dienstag, 1. Dezember 2009

Begleitetes Malen mit Kindern - pädagogisch, medizinisch, psychologisch

Christina Studer
Kinderwerkstatt Malen - Mit Kindern auf dem Weg der eigenen Bilder
128 S., Ca. 80 farbige Reproduktionen von Kinderzeichnungen, geb. Pappband, ISBN 978-3-85502-877-1, EUR D 19.90, CHF 34.90, EUR A 20.50
Auf der Grundlage ihrer mehr als 20-jährigen Erfahrung hat die Autorin das begleitete Malen mit Kindern weiterentwickelt und reiche Erfahrung damit gesammelt. Anhand konkreter Beispiele schildert sie, wie sie in ihrer pädagogischen Arbeit den unausgesprochenen Fragen der Kinder nachspürt und zusammen mit ihnen und ihren Bildern nach ureigenen Antworten sucht. Entscheidend ist dabei die Grundhaltung: Statt sich dem Kind gegenüberzustellen, setzt sie sich mitfühlend und zuhörend neben das Kind. So werden dessen Botschaften verständlich, ohne dass seine Bilder psychologisch interpretiert werden.
Kurze kommentierende Zwischentexte geben Hinweise auf die pädagogischen Zusammenhänge und Hintergründe. Vielfältige Bezüge zur Erlebniswelt des Kindes und zur Dynamik in der Familie lassen die Lektüre zu einer Reise zu den eigenen kindhaften Seiten werden. Ein Buch für alle Pädagogen und Pädagoginnen wie auch für alle Eltern, die eine wahre Begegnung mit ihren Kindern suchen und sie auf ihrem eigenen Weg begleiten wollen.
Aus dem Inhalt: Der Malraum – eine vorbereitete Umgebung. Kinder in die Stille führen. Pädagogik – Ein Weg der Loslösung. Von der kindlichen Fähigkeit, glücklich zu sein. Konfliktbewältigung durch Kommunikation. Vom Aufbau einer Beziehungsbrücke. Heilender Humor. Überlebensstrategien. Der Weg aus Angst und Enge. Ausgrenzung und Integration. Die Familie als Beziehungsnetz. Unerwünschte Sehnsucht und eingeschlafene Träume
Rezension im malen-befreit-Blog (Auszug): " ... Ein wunderschön gemachtes Buch aus der Praxis ... Bilder können als Medizin wirken, ein asthmakranker Junge findet über einen Asthmakiller hin zu seinem wirklichen Sinnbild, einem Wal. Auf zwölf aneinander gefügten Blättern entsteht ein großer Wal, der eine kräftige Fontäne aussprudelt und so seinem kleinen Maler den Weg zeigt, mit dem Asthma besser umzugehen ... " Zur Rezension ... Webseiten der Autorin

Montag, 26. Oktober 2009

Wissen ist die beste Medizin

Stiftung Gesundheit
"Wissen ist die beste Medizin"
Die Stiftung Gesundheit ist eine gemeinnützige rechtsfähige Stiftung bürgerlichen Rechts. Sie wurde 1996 errichtet und wird durch die Stiftungsaufsichtsbehörde kontrolliert. Satzungsgemäße Aufgabe der Stiftung ist es, Transparenz im Gesundheitswesen zu fördern und praktische Orientierungshilfe zu bieten. Satzungszwecke:
1. geprüfte Ratgeber - 2. Arzt-Auskunft - 3. Publizistik-Preis
Zum Beispiel zum Thema "Patientensicherheit": 10 . Deutscher Medizinrechtstag – Vokabellernen in Mainhatten
Wissen Sie, was der Patientforsikringsforening ist? Auf dem zehnten Deutschen Medizinrechtstag in Frankfurt am Main erhielten die Zuhörer vom Referenten Klaus Fischer einen Dänisch-Crashkurs. Der Rechtsanwalt aus Flensburg gab einen Überblick über das Verfahren bei Arzthaftungsfällen in dem skandinavischen Land. Zwar erließ er dem Publikum am Ende den angedrohten Vokabeltest, doch konnte er nicht verhindern, dass alle etwas lernten: Der Däne an sich ist konfliktscheu. Die Frage nach der Schuld des Arztes wird in einem Arzthaftungsverfahren nicht thematisiert – statt dessen wird umfassend aus staatlichen Mitteln entschädigt, wenn durch unzureichende Behandlung ein Schaden entstanden ist. Der Patientforsikringsforening (”Patientenversicherungsverein”) tritt als neutraler Mittler auf. Eine Welt ohne Streit ... Weiterlesen im Stiftungs-Blog

Samstag, 10. Oktober 2009

Doping des Geistes

Jörg Auf dem Hövel
Pillen für den besseren Menschen - Wie Psychopharmaka, Drogen und Biotechnologie den Menschen der Zukunft formen (Telepolis)
dpunkt Verlag 2008, 180 S., brosch., ISBN 978-3-936931-44-0, 18,00 Euro (D), 18,60 Euro (A), 32 sFr
Der Mensch der nahen Zukunft wird durch zwei wissenschaftliche Entwicklungen verändert werden: Das Doping des Geistes und die Biotechnologie. 2003 geriet der Pharma-Konzern Eli Lilly unter Druck, weil er Gratisproben des Antidepressivums Prozac per Post an Privathaushalte versandt hatte. 2004 gab das britische Verteidigungsministerium zu, über 24.000 Tabletten mit dem Wirkstoff Modafinil eingekauft zu haben. Modafinil hält nicht nur wach, die Substanz gilt als >>cognitive enhancer<<, soll also die Kapazität des Gehirns steigern. Die Frage ist: Was leistet die Wissenschaft im Bereich des Gehirndopings? Die Vergabe des amphetaminähnlichen Ritalin an Kinder, denen das Aufmerksamkeitsstörungs-Syndrom attestiert wird, zeigt die Schwierigkeiten, mit Wirkung, Nebenwirkung und sozialer Gesamtwirkung eines Medikaments umzugehen. Am anderen Ende der Alterslinie steht der geistige Abbau, der ebenfalls mit Neuro-Enhancement gestoppt werden soll. Die Phänomene der hyperkognitiven Kultur sind auch immer ökonomische. Die Marktwirtschaft wird zuküntig noch mehr Produkte liefern, die Hirn- und Körpervorgänge modifizieren. Hier muss eine Bestandsaufnahme ansetzen: Was leisten Medikamente schon jetzt, woran arbeitet die Industrie für die Zukunft und was bedeutet das für die Gesellschaft? Zielgruppe: * Gesellschaftspolitisch Interessierte; * Medikamentennutzer - Inhaltsverzeichnis (pdf) - Kapitel 6 (pdf) - Kapitel 7 (pdf)

Heise-Medien (Auszug): " ... Der aktuelle Telepolis-Band zeigt die neuronalen Grundlagen des Gedächtnisses sowie die Potenziale der pharmazeutischen Beeinflussung auf und analysiert die individuellen sowie sozialen Folgen des Psychopharmaka-Gebrauchs. Dabei werden insbesondere die sogenannten "cognitive enhancer", eine vermeintlich neue Klasse von Arzneimitteln, die als "Doping für den Geist" diskutiert werden, einer kritisch-praktischen Betrachtung unterzogen ... " - Weiterlesen auf Heise-Medien

Monika Armand in ihrem "AHMAZ-Alles hängt mit allem zusammen"-Blog: Neuro-Enhancement: die Gefahr kommt inkognito
Ein Geheimagent der Better-living-thru-chemistry reist ein: In seinem Koffer trägt er für jede Gelegenheit die passenden Reisepässe: "Donepezil, Dihydroergotoxin, Ergoloid, Tryptophan,Clonidin,Fluoxetin u.v.m." Er kann sie modifizieren, so wie er es braucht und er verspricht: "Ich bringe euch das große Glück". Leider steht in den kleingedruckten AGB's: "Die Kosten und Folgen trägt jeder selbst" ...
Im Memorandum von sieben führenden Experten ( PDF-Datei) werden die AGB's des Geheimagenten kurz gestreift ...
Dabei finden sich wichtige Aspekte für die Diskussion um das Neuro-Enhancement nur ansatzweise im Memorandum auf Seite 3:
1. Die Widernatürlichkeit des Neuro-Enhancements
2. Der Eingriff in die Neurobiologie des Gehirns
Obwohl gerade Punkt 2: "Eingriff in die Neurobiologie des Gehirns" zahlreiche Fragen aufwirft, wie z.B. bekannte Nebenwirkungen, unbekannte oder individuelle Nebenwirkungen, Langzeitnebenwirkungen, mögliche dauerhafte Veränderungen der Neurobiologie des Gehirns, Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten etc., behandeln die Autoren diesen zentralen Aspekt nebenbei und mit einer beunruhigend anmutenden Sorglosigkeit: "Ein anderer Standardeinwand gegen Neuro-Enhancement zielt auf die neurobiologische Eingriffsebene von NE, die gegenüber der Ebene kommunikativer Einwirkungen (etwa Coaching) als minderwertig verstanden wird: Pillen für neuronale Stoffwechselprozesse - Gespräche und Argumente für den Geist. Aber die funktional-dualistische Prämisse dieser Auffassung ist heute nicht mehr tragfähig." (G&G 11/2009 - Zitat Seite 3)
Die Tatsache, dass neben Philosophen und Juristen auch Mediziner das Wort ergriffen haben und nur marginal die Frage nach etwaigen Gefahren des Neuro-Enhancements erwähnen, kommt nicht von ungefähr. Die Pharmakologie, die Pharmakodynamik (= Lehre über die Wirkung von Arzneistoffen im Organismus) und die Pharmakokinetik (Die Pharmakokinetik beschreibt die Gesamtheit aller Prozesse, denen ein Arzneistoff im Körper unterliegt), sowie die Pharmazeutische Chemie (Die pharmazeutische Chemie ist das Spezialgebiet der Pharmazie, das sich mit den chemischen Eigenschaften von Arzneimitteln im weitesten Sinne beschäftigt) sind nur selten ein "Steckenpferd" von Medizinstudenten. Ein Blick in medizinische Foren zeigt, welch Ächzen und Stöhnen durch die Reihen zieht, wenn es im Physikum um Teile aus diesen Fachbereichen geht. Insofern ist es nicht verwunderlich, wenn Medikamentenneben- und - wechselwirkungen auf die leichte Schulter genommen werden ... Weiterlesen im AHMAZ-Blog

Samstag, 12. Juli 2008

Stiftung Patientenkompetenz

Annette Bopp, Delia Nagel, Gerd Nagel
Was kann ich selbst für mich tun?
- Patientenkompetenz in der modernen Medizin

Viele Patienten fragen: »Was kann ich selbst für mich tun?« Die lapidare Antwort: »Sie können gar nichts tun – leben Sie so weiter wie bisher!« wird von ihnen heute nicht mehr akzeptiert. Und so machen sie sich, häufig auf sich allein gestellt, auf die Suche nach dem eigenen Weg, um die persönlichen Quellen der Kraft für die Überwältigung der Krankheit zu erschließen. Die Patienten fragen nach Mitteln und Methoden aus der Komplementärmedizin, die wichtige Helfer sind auf diesem Weg. Sie suchen Orientierungshilfen und Ärzte, die sie als kompetente Patienten respektieren, unterstützen und fördern. Dieses Buch soll zeigen, wie wichtig diese Kompetenz von Patienten für sich selbst, aber auch für die moderne Medizin ist. Daß sie sich nicht gegen die Schulmedizin richtet, sondern diese ergänzt um Behandlungskonzepte, die sich aus der komplementären Wirklichkeit des Patienten ableiten. Und damit ergibt sich auch ein neues Verständnis von Komplementärmedizin. Sie wird immer mehr zum notwendigen Bestandteil der modernen, auf Wille und Wohl des individuellen Patienten ausgerichteten Medizin. Kompetente Patienten haben sich in den letzten Jahren eine eigene Patientenkultur, mit einer eigenen Sprache und mit eigenen Formen der Kommunikation geschaffen. Dieses Buch beschreibt die Dimensionen dieser Patientenkultur als eine starke normative Kraft im zukünftigen Gesundheitswesen.
Kompetenz: cum = mit, zusammen - petere = ein Ziel anstreben
Ein kompetenter Patient sein heisst fähig zu sein, mit und trotz der Erkrankung ein möglichst normales Leben zu führen ... Patientenkompetenz äussert sich darin, wie sich ein Patient zu seiner Krankheit stellt und wie er seine körperlichen, geistigen und seelischen Kräfte optimal in den Heilungsprozess einbringt. Denn diese individuellen Kräfte sind ebenso wichtig wie medizinische Eingriffe von aussen.
Wir setzen uns dafür ein, dass ...
• ... Patienten sich bei der Bewältigung ihrer Krankheit kompetent und aktiv mit einbringen können und dürfen.
• ... die individuellen Fähigkeiten von Patienten, die eine Heilung unterstützen können, gezielt gefördert werden.
• ... die Bedürfnisse von Patienten und ihren Angehörigen in allen Phasen der Erkrankung noch besser wahrgenommen werden.
• ... die Forschung die Bedeutung des persönlichen Einsatzes von kompetenten Patienten für Krankheitsverlauf und Lebensqualität noch besser aufklärt ... Stiftung Patientenkompetenz

Dienstag, 6. Mai 2008

Unterschätzt: Masern....und die von ungeimpften Kindern ausgehende Gefahr

Wieder einmal möchte ich auf einen Beitrag im Assistenzartblog zum Thema Masern hinweisen. Dort wird auf ein Schicksal hingewiesen, welches vermeidbar gewesen wäre, wenn Masernimpfungen üblich wären......

Ein Link für Max

Über die Kommentare wurde ich auf die “aktion-max” aufmerksam. Kurz erzählt: Max ist ein Junge, der als Kleinkind eine Maserninfektion erlitten hat, weil er aufgrund von medizinischen Kontraindikationen noch nicht gegen Masern geimpft werden konnte. Angesteckt hat er sich bei einem älteren ungeimpften Kind, das an Masern erkrankt war, quasi ein “Masern-Spreader” war.
Ausführlich weiter hier: Ein Link für Max

Die Eltern des betroffenen Kindes haben eine Webseite eingerichtet. Dort wird ausführlich über den Werdegang und das Schicksal von "Max" berichtet. Eltern mit "impfgesunden" Kindern, welche ihre Kinder nicht impfen lassen, gefährden also auch die Gesundheit eines nicht impffähigen Geschwisterkindes.

Den "medizinischen" Hintergrund: Zitat aus der Webseite "Aktion Max". Wie Max zu seiner folgenreichen Maserninfektion kam, können Sie direkt auf der Homepage “aktion-max” lesen:

» Masern, SSPE
Masern gelten als harmlose Kindererkrankung. Ganz so belanglos ist die Erkrankung aber nicht. Das Masernvirus führt meistens nämlich zu einer vorübergehenden Immunschwäche. Solange diese besteht (6-8 Wochen), können Infektionen des Mittelohrs, der Lunge und der oberen Atemwege durch Bakterien auftreten. Gelegentlich kommt es auch zu einer Gehirnentzündung, ohne dass das Virus sich selber im Gehirn vermehrt (sogenannte postinfektiöse Enzephalitis).

Die SSPE (Subakut sklerosierende Panenzephalitis) ist die schlimmste Komplikation nach einer Maserninfektion. Sie zieht eine generalisierte Entzündung des Gehirns mit Nerven-Demyelinisierung (Entmarkung) und schwersten Schäden nach sich und endet tödlich. Bei der SSPE werden Virusmutanten vorgefunden, die ein verändertes M-Antigen (M-Protein oder Matrix-Protein) enthalten, gegen das die Patienten nicht ausreichend Antikörper bilden.

Aus unbekannten Gründen bricht die Erkrankung Monate bis zehn Jahre nach einer Maserninfektion auf, im Durchschnitt nach sieben Jahren. Normalerweise tritt sie zwischen dem vierten und vierzehnten Lebensjahr auf.

Der Beginn ist schleichend, der Verlauf langsam progredient über ein bis drei Jahre - die SSPE zählt zu den sog. Slow Virus Infections - in 10 % der Fälle tritt ein akuter, schnellerer Verlauf (3 bis 6 Monate), in weiteren 10 % ein langsamerer Verlauf (länger als drei Jahre) auf.

Es lassen sich drei Stadien der SSPE abgrenzen. Am Anfang stehen psychische Veränderungen: Interesselosigkeit, Apathie, nächtliche Angst, Wutausbrüche, Halluzinationen und Verschlechterung der schulischen Leistungen.
Im zweiten Stadium, nach einigen Monaten, können abrupte, unwillkürliche Bewegungen (sog. Myoklonien), die periodisch auftreten, und epileptische Anfälle, gepaart mit Muskelhypertonie der Extremitäten, sowie zunehmendem geistigem Abbau auftreten. Im EEG finden sich typische Veränderungen, die nahezu signifikant für die SSPE sind (Radermecker-Komplex). Im dritten Stadium kommt es zum Dezerebrationssyndrom (Wachkoma).

Die Häufigkeit der SSPE wurde früher mit 5 bis 10 pro 1 Million Masernfällen angegeben. Die neuere Literatur geht jedoch von einer Häufigkeit von etwa 1:10.000 Infizierten aus.

Die SSPE tritt als Spätfolge in den meisten Fällen bei Kindern auf, die als Baby vor dem 1. Geburtstag an Masern erkrankten. Da diese besonders gefährdeten Kinder noch nicht geimpft werden dürfen (Impfung frühestens mit 11 Monaten!), sind sie nur geschützt, wenn sie sich aufgrund einer durchgeimpften Umgebung gar nicht erst anstecken können

An dieser Stelle kann man Eltern nur bitten, das Für und Wider einer Impfung sehr gut abzuwägen. Die fachärztliche Empfehlung dazu ist im Assistenzarztblog zu lesen: Masern - Ein paar Fakten

Samstag, 16. Februar 2008

Das ewige Leid mit den Polypen (Nasenpolypen in Medizinersprache "polyposis nasis")

Polypen dieser Art ist eine weit verbreitete "Spezies" und 10 Ärzte haben hierzu 11 Meinungen. Universitäre Forschungsergebnisse scheinen so dünn, dass diese nicht einmal über eine kurze dpa-Nachricht den Weg in die Öffentlichkeit gefunden haben. Auch "ältere" Ergebnisse sind nicht öffentlich zugänglich(hier)! Aber Polypen gehen eigentlich viele etwas an......

Wie wir gerade im Blog "
Was sind "gute" Wissenschaftsblogs"
diskutieren, bezahlt der Steuerzahler für die Forschung an den Universitätskliniken, aber diese Forschungsergebnisse werden "nur" gegen Bares veröffentlicht und dem Steuerzahler damit vorenthalten.


Was sind Polypen bzw. wodurch werden Polypen verursacht?

Man weiß zwar, dass Nasenpolypen gutartige Gewebewucherungen in der Nasenschleimhaut sind, die die Nasenatmung behindern können. Ihre Verursachung ist noch nicht bekannt.

So gibt es verschiedene (unbewiesene) Annahmen, welche auf der Webseite: http://www.nasenpolypen.ch/ in der Rubrik "Ursachen" vorgestellt werden (Zitat):

  • 1) Schmerzmittelunverträglichkeit (Analgetikaintoleranz), z.B. Acetylsalicylsäure (z.B. Aspirin). s. Link Nr. 2.6
  • 2) Nahrungsmittelunverträglichkeit, z.B. Kuhmilchprodukte. s. Bericht 1
  • 3) (Nahrungsmittel)allergien, z.B. Alkohol, Heuschnupfen. (ev. veraltete Theorie, je nach Quelle)
  • 4) Pseudo-allergische Reaktionen, z.B. durch Nahrungsmittelinhaltsstoffe (Additiva), z.B. Farbstoffe. s. Link Nr. 2.1, 2.5, 2.6
  • 5) Mukoviszidose (Cystische Fibrose, CF) = erblich bedingte Stoffwechselstörung, gekennzeichnet durch Bildung eines sehr zähen Schleimes, welcher zu Komplikationen im Bereich der Atemwege, der Lunge und des Verdauungstraktes führt.(2) s. Link Nr. 2.2
  • 6) Chronische Rhinosinusitis = entzündliche Erkrankung (durch Infektionen von Viren, Bakterien, Pilzen verursacht), welche die Schleimhäute der Nasenhaupthöhle und der Nasennebenhöhlen sowie den umgebenden Knochen betrifft.(3)
    s. Link Nr. 2.3, 2.4
  • 7) Ferner weitere mögliche Ursachen: s. Link Nr. 1.1 (Abschnitt Ursachen von Polypen)
Leider funktionieren einige der dort angegebenen Links nicht (mehr)

Was lässt sich hieraus schlussfolgern?
Es werden alle möglichen Ursachen in Betracht gezogen und aus diesem Grunde - je nachdem welcher Verursachungsannahme man folgt - werden auch unterschiedliche Therapien vorgeschlagen.
Eine eher allgemeingültige - jedoch wenig erklärende Verursachungsannahme ist die, dass Polypen sich unter verschiedenen Umständen bilden können, bei denen eine längerfristige Schleimhautreizung der Nase besteht..... D.h. alles was die Schleimhäute reizen kann z.B. Schnupfen, Staub, Allergene, Entzündungen kann zur Entstehung von Polypen führen.

Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Asthmatiker irgendwann auch unter Nasenpolypen leidet ist somit groß, sofern seine Neigung zur Entzündung der (Bronchial-) Schleimhäute auch andere Schleimhäute, d.h. Nasenschleimhäute betrifft. Je länger die Entzündungen andauern, desto eher die Wahrscheinlichkeit....

Was tun?
Viele Ärzte schlagen vor, die Polypen operativ zu entfernen. Ehrliche Ärzte weisen darauf hin, dass Polypen auch bald wieder nachwachsen können und eine erneute OP notwendig wird. Ist dann eine OP eine oder keine Lösung? Diese Forumseinträge stimmen nachdenklich: http://www.med1.de/Forum/HNO/1947/1/

Und wenn man dort im Forum zu einer neuen Therapie, welche auf einer der oben genannten Verursachungsannahmen basiert liest: http://www.med1.de/Forum/HNO/140946/
dann scheint -zumindest für den dort berichteten Fall - der Versuch fehlgeschlagen zu sein und der Patient nun neben seinen Polypen auch noch unter seinen verstärkten Asthmasymptomen zu leiden.

Wie weiter?
Bei meiner Recherche habe ich keine Behandlungsform gefunden - außer jenen im Forum (Therapie mit Cortisonnasenspray und Kochsalzspülungen) - welche längerfristig gute Ergebnisse bringt.

Wäre ich selbst betroffen: Wenn ich mir so die einzelnen Berichte zu den Polypen-OP's durchlese, dann scheinen die Patienten danach noch ganz schön zu leiden, ganz zu schweigen von Risikopatienten wie Asthmatiker, für welche eine OP immer gefährlicher ist. Wenn ich so bedenke, dass ja in den meisten Fällen die Polypen wieder "nachwachsen", dann erscheint eine OP unnötig riskant für die Ergebnisse, welche sie wirklich bringen kann.

Im Beitrag "ARD-Buffet" wird ebenfalls noch gut verständlich erklärt, was Nasenpolypen sind und ähnliche Empfehlungen gegeben, wie sie oben im Forum zu lesen waren.

FAZIT:
Manche Erkrankungen scheinen mit einfachen Mitteln (Cortisonnasenspray und Kochsalzspülungen der Nase) behandelt, genau so viel Erfolg zu haben, wie konventionelle - von Medizinern empfohlene Behandlungen (OP u.a.). Solange so wenig Ergebnisse und Belege für eine erfolgreiche Behandlung vorliegen, ist es dem Einzelnen überlassen, ob er radikale Methoden (OP) oder weniger radikale auswählt. .....

Da dieser Beitrag über Recherchen entstanden ist und ich kein medizinisches Studium absolviert habe, würde ich mich über Widersprüche oder Zustimmung bzw. vertiefende Kommentare von engagierten Ärzten sehr freuen.