Posts mit dem Label Impfung werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Impfung werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 6. Mai 2008

Unterschätzt: Masern....und die von ungeimpften Kindern ausgehende Gefahr

Wieder einmal möchte ich auf einen Beitrag im Assistenzartblog zum Thema Masern hinweisen. Dort wird auf ein Schicksal hingewiesen, welches vermeidbar gewesen wäre, wenn Masernimpfungen üblich wären......

Ein Link für Max

Über die Kommentare wurde ich auf die “aktion-max” aufmerksam. Kurz erzählt: Max ist ein Junge, der als Kleinkind eine Maserninfektion erlitten hat, weil er aufgrund von medizinischen Kontraindikationen noch nicht gegen Masern geimpft werden konnte. Angesteckt hat er sich bei einem älteren ungeimpften Kind, das an Masern erkrankt war, quasi ein “Masern-Spreader” war.
Ausführlich weiter hier: Ein Link für Max

Die Eltern des betroffenen Kindes haben eine Webseite eingerichtet. Dort wird ausführlich über den Werdegang und das Schicksal von "Max" berichtet. Eltern mit "impfgesunden" Kindern, welche ihre Kinder nicht impfen lassen, gefährden also auch die Gesundheit eines nicht impffähigen Geschwisterkindes.

Den "medizinischen" Hintergrund: Zitat aus der Webseite "Aktion Max". Wie Max zu seiner folgenreichen Maserninfektion kam, können Sie direkt auf der Homepage “aktion-max” lesen:

» Masern, SSPE
Masern gelten als harmlose Kindererkrankung. Ganz so belanglos ist die Erkrankung aber nicht. Das Masernvirus führt meistens nämlich zu einer vorübergehenden Immunschwäche. Solange diese besteht (6-8 Wochen), können Infektionen des Mittelohrs, der Lunge und der oberen Atemwege durch Bakterien auftreten. Gelegentlich kommt es auch zu einer Gehirnentzündung, ohne dass das Virus sich selber im Gehirn vermehrt (sogenannte postinfektiöse Enzephalitis).

Die SSPE (Subakut sklerosierende Panenzephalitis) ist die schlimmste Komplikation nach einer Maserninfektion. Sie zieht eine generalisierte Entzündung des Gehirns mit Nerven-Demyelinisierung (Entmarkung) und schwersten Schäden nach sich und endet tödlich. Bei der SSPE werden Virusmutanten vorgefunden, die ein verändertes M-Antigen (M-Protein oder Matrix-Protein) enthalten, gegen das die Patienten nicht ausreichend Antikörper bilden.

Aus unbekannten Gründen bricht die Erkrankung Monate bis zehn Jahre nach einer Maserninfektion auf, im Durchschnitt nach sieben Jahren. Normalerweise tritt sie zwischen dem vierten und vierzehnten Lebensjahr auf.

Der Beginn ist schleichend, der Verlauf langsam progredient über ein bis drei Jahre - die SSPE zählt zu den sog. Slow Virus Infections - in 10 % der Fälle tritt ein akuter, schnellerer Verlauf (3 bis 6 Monate), in weiteren 10 % ein langsamerer Verlauf (länger als drei Jahre) auf.

Es lassen sich drei Stadien der SSPE abgrenzen. Am Anfang stehen psychische Veränderungen: Interesselosigkeit, Apathie, nächtliche Angst, Wutausbrüche, Halluzinationen und Verschlechterung der schulischen Leistungen.
Im zweiten Stadium, nach einigen Monaten, können abrupte, unwillkürliche Bewegungen (sog. Myoklonien), die periodisch auftreten, und epileptische Anfälle, gepaart mit Muskelhypertonie der Extremitäten, sowie zunehmendem geistigem Abbau auftreten. Im EEG finden sich typische Veränderungen, die nahezu signifikant für die SSPE sind (Radermecker-Komplex). Im dritten Stadium kommt es zum Dezerebrationssyndrom (Wachkoma).

Die Häufigkeit der SSPE wurde früher mit 5 bis 10 pro 1 Million Masernfällen angegeben. Die neuere Literatur geht jedoch von einer Häufigkeit von etwa 1:10.000 Infizierten aus.

Die SSPE tritt als Spätfolge in den meisten Fällen bei Kindern auf, die als Baby vor dem 1. Geburtstag an Masern erkrankten. Da diese besonders gefährdeten Kinder noch nicht geimpft werden dürfen (Impfung frühestens mit 11 Monaten!), sind sie nur geschützt, wenn sie sich aufgrund einer durchgeimpften Umgebung gar nicht erst anstecken können

An dieser Stelle kann man Eltern nur bitten, das Für und Wider einer Impfung sehr gut abzuwägen. Die fachärztliche Empfehlung dazu ist im Assistenzarztblog zu lesen: Masern - Ein paar Fakten

Dienstag, 15. April 2008

Masern - die Zweite ;-) - Kein Geld vom Land für Impfungen!

Bildquelle Pixelio: (c) S. Hofschlaeger
Am 10. April und wieder heute steht in unserer Tageszeitung, dass unser NRW-Sparkus dafür sorgt, dass Masern-Impfungen und Impfkontrollen nicht durchgeführt werden können.
Hintergrund:
Für die Kontrolle und Impfungen an Schulen, müssen die Länder die notwendigen Geldmittel zur Verfügung stellen. In NRW sind diese so gering bemessen, dass Impfungen und Kontrollen an Schulen schlicht nicht finanzierbar sind.

Ein großer Teil der "Ungeimpften" sind eher Jugendliche und ältere Grundschulkinder. Die Zeiten der kinderärztlichen Vorsorgeuntersuchungen sind vorbei, so dass Eltern nicht einmal aus Ablehnung, sondern nur aus Nachlässigkeit nicht mehr für eine Impfung Sorge tragen.

Im Kreis Gütersloh musste die Walddorfschule schließen, weil mehrere Masernerkrankungen aufgetreten sind.

Eine Impfung beim Haus- oder Kinderarzt kostet im Übrigen nichts und zahlr auf alle Fälle die Krankenkasse.