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Samstag, 7. Mai 2011

Tabuthema (Jugend)-Depression

Silvia Kirschner
Die Geschichte eines Mädchens - Wie eine Jugendliche ihre Depressionen überwindet
Books on Demand, 88 S., Ppb., ISBN 978-3-8370-6348-6, € 9,95
Mit Tränen, die vor Kummer nicht ans Tageslicht kommen, mit Gefühlen, die im Dunkeln verschlossen bleiben, hat Maria zu kämpfen. Von Kindheit an muss sie immer wieder düsteren Stimmungen widerstehen. Maria verdrängt diese, um ihrer Familie und ihren Freunden weiterhin das immer lustige und einfallsreiche Mädchen vorzuspielen, das alle so lieben. Doch die Schauspielerei zehrt an ihren Kräften. Immer öfter wird sie nun auch von körperlichen Problemen heimgesucht, deren Ursachen unklar bleiben. Der wahre Grund: Maria leidet an chronischen Depressionen. Schließlich versucht sie den Druck auf ihrer Seele zu kompensieren und es kommt so, wie es wohl kommen musste: sie fügt sich selbst Verletzungen zu ...
Die Autorin Silvia Kirschner, geboren 1980 in Oberösterreich, erzählt in dem aktuellen Werk "Die Geschichte eines Mädchens" eine wahre, ihr zugetragene Leidensgeschichte, die sich besonders durch den kulturellen Wert ihrer Botschaft auszeichnet. Die dreifache Mutter berichtet mittels Erzählungen und auch Tagebuchausschnitten über tiefgründige Details der leider immer häufiger auftretenden Bevölkerungskrankheit: der Depression.

im Blog der Autorin

Mittwoch, 30. März 2011

Amoklauf

Leere Seelen - Was treibt sie in den Amok?
Mit Beiträgen von: Michael Alberts, Michael Birnthaler, Uwe Buermann, Jorit Hillendahl, Renate Hölzer-Hasselberg, Matthias Klaußner, Gisela Mayer, Manfred Spitzer, Wolfgang Weirauch
kt., 224 S.,37 s/w-Abb., ISBN 978-3-935679-57-2, 16,00 €
Jeder Amoklauf reißt tödliche Wunden - und immer wieder stellen wir uns die Frage: Wie konnte dieser Mensch das tun? Liegen die Ursachen in unserer modernen Zeit? Welchen Einfluß haben hier die Medien und Killerspiele? Welche Folgen hat es, daß die Menschen immer weniger reale Erlebnisse in der Natur haben?

Wir berichten über die Wirkung der Medien auf den Menschen, über die Auswirkungen von Gewaltspielen auf die Seele, die eigene Betroffenheit und Sucht durch Computerspiele, über Gewalt unter Jugendlichen, die zunehmende Erlebnisarmut der Menschen und wie man ihr begegnen kann sowie über die lebenszerstörenden Folgen eines Amoklaufs für die Betroffenen
 

Samstag, 19. März 2011

Kinder psychisch kranker Eltern

Sigrun Eder, Petra Rebhandl
Annikas andere Welt

Edition Riedenburg, Salzbug 2011, Pb., ca. 120 S., zahlreiche farbige und s/w-Illustrationen von Evi Gasser; etliche Arbeitsblätter für Kinder, ISBN 978-3-902647-35-1; EUR 19,90 [D], EUR 20,50 [A]
Sind Erwachsene psychisch krank, dann leiden sie vorwiegend an Ängsten, Depressionen, Manien, Essstörungen, Suchterkrankungen, Schizophrenien oder Zwängen. Bei zunehmendem Problemdruck verdichten sich Suizidgedanken und Selbsttötungsversuche häufen sich.

Für Partner und Angehörige stellt die Bewältigung des Alltags mit psychisch Kranken eine enorme Belastung dar, wobei das Zusammenleben infolge ausbleibender Krankheitseinsicht und Behandlungsbereitschaft zusätzlich erschwert wird. Richtig kompliziert wird es, wenn psychisch kranke Erwachsene minderjährige Kinder haben. Denn die psychische Krankheit erzeugt Unklarheit, Ängste, Schuldgefühle und verändert die Eltern-Kind-Beziehung meist ungünstig, weil Kinder oftmals vernachlässigt werden, seelische Gewalt erleben, einem Geheimhaltungsgebot ausgesetzt sind oder aufgrund stationärer Aufenthalte und Fremdunterbringung von ihren Bezugspersonen getrennt werden. Nicht selten wird dadurch die gesunde psychische Entwicklung eines Kindes maßgeblich gefährdet.

Das Sachbuch „Annikas andere Welt“ teilt sich in drei Abschnitte: Im ersten erhalten Kinder Informationen über die psychische Krankheiten der Eltern, deren Anzeichen und Auswirkungen auf sie selbst, die Eltern-Kind-Beziehungen sowie das Familienleben. Auch werden Ideen vermittelt, wie Kinder Gleichaltrigen die Krankheit erklären und wie sie selbst damit besser klarkommen können. Zahlreiche Arbeitsblätter laden zusätzlich zur Selbstreflexion, zum Entdecken eigener Fähigkeiten und Bewältigungsstrategien sowie zur Entwicklung eines differenzierten Familienbildes ein. Die Unterlagen im Buch eignen sich auch für die psychologische, psychotherapeutische, ärztliche und pädagogische Begleitung.

Im zweiten Teil bekommen Eltern, Angehörige und psychosoziale Helfer Informationen zum kindlichen Erleben, Folgeproblemen, Risikofaktoren, Fremdunterbringung und wie sie trotz Krankheit gut für ihre Kinder sorgen können.

Für PsychologInnen und PsychotherapeutInnen? finden sich im dritten Abschnitt Anregungen für die Arbeit mit psychisch kranken Eltern und deren Kinder.

 

Samstag, 16. Januar 2010

Alkohol mit zwölf - und dann?

Steffen Flügler
Treppe in die Dunkelheit - Eine Suchtgeschichte
Books on Demand, Ppb., 240 S., ISBN 978-3-8370-8115-2, 14.95 Euro
Dieses Buch basiert auf der authentischen Geschichte des Autors. Es beschreibt seine über 17 Jahre dauernde Alkohol- und Drogenabhängigkeit. Alles beginnt mit einem Bier, das der damals Zwölfjährige dazu benutzt, um sich Mut anzutrinken. Seinen dramatischen Höhepunkt findet diese Geschichte, als sich der dann 29-jährige, einem letzten Kampf gegen die Sucht in einem Krankenhaus stellt.
Die beschriebenen Gefühle, Ausdrucksweise und Jargon der Drogenszene verleihen diesem Buch höchste Authentizität und sprechen den Leser unmittelbar an.
Jedes Kapitel wird durch ein Zusatzkapitel ergänzt, das schon fast poetisch nuanciert wirkt. Es zieht sich wie ein roter Faden durch das Buch und vermag der Sucht, durch seinen metaphorischen Stil, eine Gestalt zu geben.
Der Autor: Steffen Flügler wurde am 27.02.1966 in Mannheim geboren. Von seinem 12. bis 29. Lebensjahr war er alkohol- und drogenabhängig. Danach arbeitete der Autor als Verkäufer und später sieben Jahre als gewerbliche Führungskraft in der Logistikbranche. Während dieser Zeit versuchte er immer wieder als Musiker, Songwriter, Manager, Schauspieler oder Stuntman im Showgeschäft Fuß zu fassen. Nach einem 30-monatigen Studium, erhielt er im November 2008 die Zulassung zur berufsmäßigen Ausübung der Heilkunde auf dem Gebiet der Psychotherapie und schrieb im gleichen Jahr das Buch „Treppe in die Dunkelheit“. Seit 2009 arbeitet Steffen Flügler psychotherapeutisch in einer Praxisgemeinschaft, als Dozent, Schriftsteller und hält Suchtprävention an Schulen.
Buchbesprechung und Interview mit dem Autor in unserem Ratgeber Kinderbuch

Sonntag, 13. Dezember 2009

Sicherheit, Verlässlichkeit und Geborgenheit in der frühen Kindheit

Dr. med. Matthias Wildermuth
Angstentstehung und -bewältigung im Säuglings-, Kindes- und Jugendalter
132 S., brosch., ISBN 3-932386-89-2, EUR 15,80 (D), EUR 16,40 (A), sFr 28,30
Angst ist eine symptomerzeugende Macht - Die gesamte Kindheitsentwicklung ist geprägt von der Auseinandersetzung mit einer Welt, die an sich zunächst unvertraut und unsicher ist und die nur dadurch ertragen wird, dass es Menschen gibt, die das Kind in diese Welt geleiten, ihm eine Behausung schaffen und einen Innenraum ermöglichen. Es gibt in der Säuglingsforschung sehr gut etablierte Verfahren, die Mimik des Säuglings zu deuten und früh auftretende Affekte wie Freude, Zufriedenheit, aber auch Missbehagen zu erkennen. Angst gehört zu den komplexen Affekten. Furcht und Angst werden in der Säuglingsforschung erst ab dem 6., teilweise erst ab dem 7. Monat beobachtet. An praktischen Beispielen beschreibt der Autor, wie unbedachte Verhaltensweisen der Bezugspersonen zu Ängsten und Mangelgefühlen führen, wohl aber auch, wie sie vermieden werden können.
Ein wesentliches Element von Angstbewältigung im frühesten Säuglingsalter ist der Dialog mit dem Kind. Kinder, die im sprachlichen Umgang mit Vater und Mutter weniger erlebt haben, zeigen später schwächere Schulleistungen. Untersuchungsmethoden machen deutlich, dass der Säugling in seiner frühen Interaktion einiges tut, um im bedrohlichen Sinne keine Angst erleben zu müssen, sondern Sicherheit zu erfahren und sich eine zuverlässige Umgebung zu schaffen. Dazu gehört aber auch ein zyklischer Wechsel zwischen Aufmerksamkeit und Abwendung seitens der Bezugsperson, der dennoch das Gefühl der Geborgenheit und Verlässlichkeit vermittelt. Der Säugling erlebt, dass er seine Umgebung aktivieren kann. Es kommt jemand, aber nicht immer. Die Lösung darf jedoch in keinem Fall schon erfolgen, wenn der Ruf noch gar nicht erfolgt ist.
Beim Schulkind spielt das Thema des ängstlichen Rückzugs und des neugierigen Erkundens eine wichtige Rolle. Dies gilt jedoch auch schon für die frühen Phasen der Kindheit. Die Angst, die sich dann vielleicht im Schulalter ausprägt - mit einem Gipfel zwischen dem 9. und 12. Lebensjahr - hat nämlich dort ihre Vorboten und ihre Basis. Deshalb bietet sich in dieser Zeit auch die Möglichkeit, der späteren Schulangst von vornherein den Boden zu entziehen. Viele Lernstörungen und -ängste im Schulalter haben ihren Ursprung darin, dass es nicht zu einem inneren seelenvollen Abgleich mit der Umwelt gekommen ist, der sich früh in die Gedächtnisbildung einprägt. Selbst schwere Angststörungen und Panikattacken im Erwachsenenalter können ihren Ursprung in frühen Ängsten haben. Das salutogenetische Element, das Kind nicht mit dem Gedanken zu begleiten, »was aus dir mal werden soll«, sondern von der Zukunft her zu sehen, »was du schon verborgen in dir trägst«, kann eine nachhaltige Angstbefreiung ermöglichen.
Inhalt
Von Sicherheit, Verlässlichkeit und Geborgenheit in der frühen Kindheit: Affekte im Säuglingsalter. Der komplexe Aspekt der Angst. Überwältigende Ängste. Angstverhinderung und Notwendigkeit der Angst. Angstbewältigung – der Dialog
Abwehrmechanismen. Untersuchungsmethoden. Kreuzmodale Wahrnehmung
Ängstlicher Rückzug und neugieriges Erkunden: Das auftauchende Selbstempfinden. Das Kern-Selbstempfinden. Das subjektive Selbstempfinden. Das narrative Selbstempfinden. »Intuitive Elternschaft«. Umgang mit der Sprache. Angst und reale Bedrohung. Traumatische Erlebnisse. Zukunftsangst. Ressourcen. Die drei Stufen der Empathie
Altersgebundene und altersungebundene Phobien und Ängste im Kindes- und Jugendalter: Emotionen. Versagensängste. Identitätsängste. Trennungsängstlichkeit und Sozialempfindlichkeit. Intentionalität. Ängste im Kleinkindalter. Schulangst und Schulphobie. Weitere Phobien und Ängste. Pubertätsängste. Schwere Angststörungen

Dienstag, 1. Dezember 2009

Begleitetes Malen mit Kindern - pädagogisch, medizinisch, psychologisch

Christina Studer
Kinderwerkstatt Malen - Mit Kindern auf dem Weg der eigenen Bilder
128 S., Ca. 80 farbige Reproduktionen von Kinderzeichnungen, geb. Pappband, ISBN 978-3-85502-877-1, EUR D 19.90, CHF 34.90, EUR A 20.50
Auf der Grundlage ihrer mehr als 20-jährigen Erfahrung hat die Autorin das begleitete Malen mit Kindern weiterentwickelt und reiche Erfahrung damit gesammelt. Anhand konkreter Beispiele schildert sie, wie sie in ihrer pädagogischen Arbeit den unausgesprochenen Fragen der Kinder nachspürt und zusammen mit ihnen und ihren Bildern nach ureigenen Antworten sucht. Entscheidend ist dabei die Grundhaltung: Statt sich dem Kind gegenüberzustellen, setzt sie sich mitfühlend und zuhörend neben das Kind. So werden dessen Botschaften verständlich, ohne dass seine Bilder psychologisch interpretiert werden.
Kurze kommentierende Zwischentexte geben Hinweise auf die pädagogischen Zusammenhänge und Hintergründe. Vielfältige Bezüge zur Erlebniswelt des Kindes und zur Dynamik in der Familie lassen die Lektüre zu einer Reise zu den eigenen kindhaften Seiten werden. Ein Buch für alle Pädagogen und Pädagoginnen wie auch für alle Eltern, die eine wahre Begegnung mit ihren Kindern suchen und sie auf ihrem eigenen Weg begleiten wollen.
Aus dem Inhalt: Der Malraum – eine vorbereitete Umgebung. Kinder in die Stille führen. Pädagogik – Ein Weg der Loslösung. Von der kindlichen Fähigkeit, glücklich zu sein. Konfliktbewältigung durch Kommunikation. Vom Aufbau einer Beziehungsbrücke. Heilender Humor. Überlebensstrategien. Der Weg aus Angst und Enge. Ausgrenzung und Integration. Die Familie als Beziehungsnetz. Unerwünschte Sehnsucht und eingeschlafene Träume
Rezension im malen-befreit-Blog (Auszug): " ... Ein wunderschön gemachtes Buch aus der Praxis ... Bilder können als Medizin wirken, ein asthmakranker Junge findet über einen Asthmakiller hin zu seinem wirklichen Sinnbild, einem Wal. Auf zwölf aneinander gefügten Blättern entsteht ein großer Wal, der eine kräftige Fontäne aussprudelt und so seinem kleinen Maler den Weg zeigt, mit dem Asthma besser umzugehen ... " Zur Rezension ... Webseiten der Autorin

Mittwoch, 18. November 2009

Einer trage des Anderen Last - Aus der Hospizarbeit

Natali Metzger
Dem Tag viel Leben geben. Das Kinderhospiz Löwenherz - Eindrucksvoller Bildband aus dem Kinderhospiz Löwenherz
Bethel-Verlag, 167 S., Ln. ISBN 978-3-935972-15-4, 39,90 Euro
"Einer trage des Anderen Last. Kaum etwas kann die Kultur in einem Hospiz und die Beziehungen zwischen Hospizgästen, Mitarbeitenden und ehrenamtlich Tätigen besser beschreiben als dieser programmatische Bibelvers." So fasst Bethels Vorstandsvorsitzender Pastor Friedrich Schophaus den Leitgedanken für die Hospizarbeit der v. Bodelschwinghschen Anstalten Bethel zusammen. "Hospizarbeit heißt Nächstenliebe üben, bedingungs- und voraussetzungslos." In dem jetzt im Bethel-Verlag erschienenen Bildband "Dem Tag viel Leben geben" gibt die Fotodesignerin Natali Metzger aus Münster einen Einblick in diese besondere Arbeit im Kinderhospiz Löwenherz in Syke.
20 Tage und viele Nächte begleitete Natali Metzger schwerkranke Kinder, Pflegekräfte, Eltern und Geschwister mit ihrer Kamera. Das Ergebnis ist ein Bildband mit 120 Fotos, der das alltägliche Leben in dem Kinderhospiz bei Bremen aus der Nahaufnahme zeigt. Natali Metzger hat eine warme, freundliche und häufig sogar leichte Atmosphäre eingefangen -an einem Ort, den die meisten Menschen in Gedanken mit Tod und Sterben verbinden. In Hospizen für Erwachsene verbringen unheilbar kranke Menschen ihre letzten Tage und Wochen. In Kinderhospizen jedoch steht das Leben im Mittelpunkt. Es geht um die Unterstützung und Begleitung der gesamten Familie. Die Mitarbeitenden in den Hospizen ermöglichen Kindern und ihren Familien, die noch verbleibende Zeit gemeinsam möglichst positiv zu gestalten. Viele verbringen nur einige Zeit im Kinderhospiz und kehren dann nach Hause zurück - mit neuer Kraft, aber auch besser vorbereitet auf den endgültigen Abschied.
Bilder mit Kindern - und nicht über sie - ermöglichen einen liebevollen, unvoreingenommenen Zugang zu einem sehr schweren Thema, nämlich dem leidvollen Leben schwerstkranker Kinder und ihrer Familien. Auch das gehört zum menschlichen Leben und braucht seinen Raum, vor allem aber die Achtung der Menschenwürde bis zuletzt. Dafür steht das Kinderhospiz Löwenherz, und das wird in diesem Buch eindrucksvoll anschaulich.
Löwenherz ist das einzige Kinderhospiz in Niedersachsen und Bremen. Hier finden jährlich bis zu 150 schwerstkranke Kinder und deren Familien Hilfe, Begleitung und Unterstützung. Das Kinderhospiz ist einer von fünf Standorten, an denen sich Bethel in der stationären Hospizarbeit engagiert.
In seinem Geleitwort zu dem Bildband formuliert Pastor Friedrich Schophaus: "Wir setzen uns ein für die Würde des Menschen bis zuletzt, und das bedeutet, auch dem Leben Raum geben bis zuletzt, todkranken Menschen beistehen, ihnen Zeit und Zuwendung geben, da sein auch für Angehörige und Freunde, eben einer trage des anderen Last" ... Mehr zum Buch und Bilder - Webseiten des Kinderhospizes Löwenherz - siehe auch Videos in der rechten Spalte dieses Blogs und im Blog Kinderkreativität

Herbert Scheuring
Wege durch die Trauer
180 S., brosch., ISBN 978-3-429-02592-2, € 9,90 (D), CHF 18.50, € 10,20 (A)
Es gibt nicht nur einen Weg durch die Trauer. Es gibt viele Wege, denn jeder Mensch trauert anders. In diesem Sinne möchte das vorliegende Buch Trauernden in schwieriger Zeit beistehen. Es berichtet über Menschen, die ebenfalls einen schweren Verlust erlitten haben; es gibt Auskunft darüber, was in der Zeit zwischen Tod und Beisetzung zu tun ist und wie der Abschied von einer geliebten Person gestaltet werden kann; und es stellt Menschen vor, die Trauernden Hilfe und Begleitung anbieten (ergänzt durch ein weiterführendes Adressenverzeichnis im Anhang).
Auf einfühlsame Weise gelingt es dem Autor, zwei manchmal unvereinbar scheinende Welten miteinander zu verbinden: die Trauer und das Weiterleben; und für den Gedanken zu öffnen, daß Trauer nicht das Ende der Liebe bedeutet, sondern ihre Fortsetzung.

Herbert Scheuring
Mit der Trauer leben - Von Abschied und Neubeginn
288 S. mit 28 Schwarzweißfotos, brosch., ISBN 978-3-429-02960-9, € 9,95 (D), CHF 18.60, € 10,30 (A)
Dieses Buch beschreibt, wie die Trauer das Leben verändert und wie es gelingen kann, mit der Trauer zu leben. Es stellt unterschiedliche Personen vor, die darüber berichten, was sie belastet und was ihnen geholfen hat. Die Trauer um einen geliebten Menschen tut weh. Wie verarbeitet man diesen Verlust? Jeder auf seine Weise. Davon erzählen die 28 Geschichten in diesem Buch.
Herbert Scheuring, Dr. phil., geboren 1960, ist Redakteur der Tageszeitung Main-Post (Würzburg), in der auch seine für dieses Buch zusammengestellte Artikelserie "Mit der Trauer leben" erstmals zu lesen war.

Elisabeth Kübler-Ross
Kinder und Tod
Knaur TB, 304 S., ISBN 978-3-426-78112-8, EUR (D) 8,95
Wie gehen Kinder mit dem Tod um? Anhand von Erlebnissen, Gesprächen und Briefen beschreibt die bekannte Sterbeforscherin Elisabeth Kübler-Ross auf einfühlsame Weise, was der Tod für Kinder bedeutet, welche Stadien todkranke Kinder durchlaufen und wie Eltern ihnen die Angst vor dem Sterben nehmen können.
Ein informatives Buch, das wertvolle Einblicke gewährt, Ratschläge gibt und Trost spendet.
Die Autorin: " ... Elisabeth Kübler-Ross wurde am 8.Juli 1926 als eine von drei Drillingsschwestern geboren und wuchs in der Nähe von Zürich auf. Nach dem Krieg studierte sie Medizin und arbeitete kurze Zeit als Landärztin. Nach ihrer Heirat ging sie in die USA und begann dort 1958 ihre Fachausbildung für Psychiatrie. 1965 übernahm sie eine Professur an der Universität Chicago. 1969 erschien ihr erstes Buch «Interviews mit Sterbenden», das sie weltweit berühmt machte. Damit brach sie mit dem Tabu, das Sterben als einen wesentlichen Teil des Lebens aufzufassen. Die Hospizbewegung, Sterbebegleitung und Selbsthilfegruppen für Trauernde verdanken sich ihrer Initiative ... " Mehr zur Autorin

Außerdem in diesem Blog:
Sabine Meinig: Wenn Kinder sterben - Die Arbeit im Kinderhospiz

Sonntag, 15. November 2009

Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom - ADHS-Konferenz

"ADHS: Eine der größten Kontroversen in der Geschichte des Fachgebiets Kinder- und Jugendpsychiatrie", sagt zu Recht Peter Riedesser (1). Leider spielt sich diese Kontroverse immer mehr unter Ausschluss der Öffentlichkeit ab. Immer häufiger verkümmert der eigentlich fruchtbare öffentliche Diskurs zu unkritischer, einseitig schulmedizinisch ausgerichteter und Pharma-gesponserter Darstellung, die Eltern, Lehrer und Erzieherinnen vorschnell auf eine biologistische Sicht kindlichen Verhaltens lenkt und sowohl die eigene Beteiligung am kindlichen Seelenleben und Verhalten, als auch das introspektive, empathische Verstehen der wirklichen Nöte unserer Kinder aus dem Blickfeld verliert.
Unsere "Schnellfeuer-Kultur" (DeGrandpre, 2) verändert das Bewusstsein auch unserer Kinder und fordert ihren Preis, auch mit der zunehmenden Einnahme von Psychpharmaka. Eine ganze Generation wird krankgeschrieben, denn ADHS ist genau die "Krankheit", die in diese Kultur passt.
Mit der zunehmend einseitig-biologistischen Sicht und Behandlung der seelischen Nöte unserer Kinder wird immer mehr von ihnen eine verstehende, die wirklichen psychischen Hintergünde und systemischen Zusammenhänge ihrer Nöte und Störungen ernstnehmende gesellschaftliche Verantwortlichkeit vorenthalten - ein weithin ausgeblendeter Skandal. Offensichtlich hat man lieber kranke als unglückliche Kinder (Wenke, 3) - Zu den Webseiten der ADHS-Konferenz ... siehe auch in unserem Ratgeber Kinderbuch

(1) P. Riedesser in: Leuzinger-Bohleber/Brandl/Hüther (Hg.): ADHS - Frühprävention statt Medika- lisierung. Vandenhoeck&Ruprecht 2006
(2) R. DeGrandpre: Die Ritalingesellschaft. Beltz 2002
(3) M. Wenke: ADHS: Diagnose statt Verständnis? Brandes&Apsel 2006

Freitag, 13. November 2009

Kinder mit Redehemmungen

Rainer Bahr
Wenn Kinder schweigen - Redehemmungen verstehen und behandeln lernen. Ein Praxisbuch
Patmos Verlag, 160 S., ISBN: 978-3-491-40135-8, 14,90 € (D), 26,50 SFr (CH), 15,40 €(A)
Sie schweigen beharrlich in fremder Umgebung, obwohl sie als normal entwickelte Kinder eigentlich sprechen könnten und dies in vertrautem Rahmen auch tun: Kinder mit selektivem Mutismus. Gerade in Schule und Kindergarten, beim Arztbesuch löst ihr Verhalten oft Irritationen, Verunsicherung und Unverständnis aus. Was sind die Ursachen dieser bisher wenig verstandenen Angst- und Kommunikationsstörung? Warum gestaltet sich die Begegnung mit diesen Kindern so ausgesprochen schwierig? Dieses Buch erklärt kompetent und gut verständlich das Phänomen des selektiven Mutismus mit seinen Facetten und Ursachen. Es zeigt, wie Eltern und Lehrer durch eine Vielzahl von Spielen und Arbeitsformen einen kommunikativen Zugang zu ihren Kindern bzw. Schülern finden, die achtsam begleiten und emotional unterstützen können. - Mutismus Selbsthilfe ... Mutismus Blog: die welt aus der sicht einer schweigsamen

Mittwoch, 11. November 2009

Der Heilpädagoge Henning Köhler

Vom Wunder des Kindseins
TB, 80 S., ISBN-10: 3-7725-1266-6, ISBN-13: 978-3-7725-1266-7, 8,90 EUR
Ich glaube, dass in viel mehr Fällen als wir denken, die voreilige Vermutung, es liege Erziehungsversagen oder eine Entwicklungsstörung vor, sobald sich ein Kind ungewöhnlich benimmt, einen Teufelskreis in Gang setzt, und dass in vielen Fällen erst diese Vermutung und alles was aus ihr folgt, zu den wirklich krank machenden Prozessen führt. (Henning Köhler )
Henning Köhler macht in diesem Buch darauf aufmerksam, wie wichtig es gerade heute ist, wirklich Kind sein zu können. Dies gilt in besonderem Maße auch für die so genannten Sorgenkinder, denen er sich in seinen Überlegungen zum Thema Therapie, Erziehung und Heilung im neuen Teil dieses Buches widmet: Die Idee der Kindheit – welchen Auftrag bringen Sorgenkinder mit?
Die Kraft des Verstehens ist die eigentlich heilende Kraft. Alle Maßnahmen sind sinnlos, wenn nicht die Kraft der Liebe wirkt. Und Liebe ist nicht etwas Verschwommenes und Sentimentales … Liebe heißt nämlich zunächst einmal Interesse. Und Interesse, Aufmerksamkeit sind Qualitäten, die man erringen kann.

Schwierige Kinder gibt es nicht - Plädoyer für eine Umwandlung des pädagogischen Denkens
geb., 179 S., ISBN-10: 3-7725-2164-9, ISBN-13: 978-3-7725-2164-5, 10,00 EUR
In Erziehungsfragen breitet sich heute eine Krisenstimmung aus, die sich manchmal bis zu Kassandrarufen einer bevorstehenden Katastrophe steigert. Das Unbehagen rührt vor allem daher, dass immer mehr Kinder so genannte Verhaltensstörungen oder –auffälligkeiten zeigen und als erzieherisch schwer führbar gelten. Henning Köhler geht der Frage nach, ob tatsächlich die Kinder immer schwieriger werden oder ob die allgemeine Bewusstseinslage und die gesellschaftlichen Verhältnisse auf eine für Kinder unerträgliche Situation zutreiben: Wer oder was ist hier eigentlich «schwierig»?
Köhler stellt gewohnte Denkschablonen in Frage und umreißt in Grundzügen einen spirituell vertieften Erziehungsbegriff, der aus der gegenwärtigen Sinnkrise herausführen könnte. Henning Köhler zeigt auf, dass die Schwierigkeiten der Kinder im Grunde die Schwierigkeiten der Erwachsenen und die zunehmende Entfremdung in unserer Umwelt sind. Er stellt herkömmliche Erklärungsmusterin Frage und plädiert für eine am Kind, weniger am Willen der Erwachsenen orientierte Pädagogik. Ein wichtiges Buch für alle Eltern.
»Sehr oft stehen wir vor dem Problem, dass Eltern sich ihrer privilegierten Rolle als unersetzliche Vertrauenspersonen des Kindes gar nicht bewusst sind. Sie lassen die Möglichkeiten, die sich daraus ergeben, dann brachliegen.« (Henning Köhler)

War Michel aus Lönneberga aufmerksamkeitsgestört? Der ADS - Mythos und die neue Kindergeneration
kt., 296 S., ISBN-10: 3-7725-1937-7, ISBN-13: 978-3-7725-1937-6, 18,50 EUR
«ADS», Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom, so lautet die häufigste Diagnose in kindertherapeutischen Sprechzimmern. Doch Vorsicht:Hinter dieser Feststellung verbirgt sich nur allzu oft eine auf physikalisch-chemische Prozesse reduzierte Sichtweise, die an der eigentlichen Realität der Kinder vorbeigeht. Henning Köhler zeigt die Schwächen und Widersprüche dieses eindimensionalen Menschenbildes auf und macht den Eltern Mut, ihre Kinder liebevoll wahrzunehmen und zu einer wesensgemäßen Therapie beizutragen.
Immer häufiger hören Eltern, die mit ihrem «Zappelphilipp» in die Sprechstunde kommen, die Diagnose «ADS». Was ist ADS eigentlich, warum wird es immer häufiger diagnostiziert und mit Medikamenten «therapiert»? Diesen, viele besorgte Eltern umtreibenden Fragen geht Henning Köhler in seinem neuen Buch nach. Er betrachtet dabei kritisch die gegenwärtige Medizin, die auffälliges Verhalten mit gehirnphysiologischen oder chemischen Prozessen identifiziert und dabei das Wesen einer neuen Kindergeneration vollständig ignoriert. Köhler diagnostiziert in der ADS-Symptomatik eine Signatur unserer immer mehr in materialistische Sichtweisen verfallenden Zeit. Im zweiten und dritten Teil seiner Darstellung gibt Köhler den Eltern Hilfestellung für das Verständnis und die Therapie der so genannten «ADS-Kinder». Dabei gilt es sowohl Begabungen zu erkennen und zu fördern wie auch Schwächen liebevoll wahrzunehmen und zu heilen.

Von ängstlichen, traurigen und unruhigen Kindern - Eine Orientierung für Eltern und Erzieher
7.Auflage für Oktober 2009 geplant, geb., 154 S., ISBN-10: 3-7725-1186-4, ISBN-13: 978-3-7725-1186-8, 17,50 EUR
Henning Köhler beschäftigt mit Erziehungsproblemen des ersten und zweiten Jahrsiebts. Dabei wendet er sich in einer klaren, eher dem Beratungsgespräch angelehnten Sprache direkt an die Eltern und Erzieher. Es geht ihm besonders um die Problematik der ängstlichen, traurigen und unruhigen Kinder. Anhand dieser entwickelt er aber auch eine Grundfrage jeglicher Erziehung: Welche Beziehung hat das Kind zu seinem höheren Wesen, zu seinem Engel? Ist es möglich, daß der Erzieher diese Beziehung wahrnehmen und unterstützen kann?
Henning Köhler macht deutlich, daß gerade beim unruhigen und ängstlichen Kind eine gestörte Beziehung des Kindes zu seinem höheren Wesen vorliegt. Eine grundlegende Hilfestellung bietet Köhler dadurch an, daß er die Eltern und Erzieher darauf aufmerksam macht, wie eine gesunde Beziehung des Kindes zu seinem höheren Wesen wiederhergestellt werden kann. Dies geschieht insbesondere dadurch, daß das Kind zu seinen Leibessinnen (Tastsinn, Lebenssinn, Bewegungssinn, Gleichgewichtssinn) in ein gesundes Verhältnis gebracht wird. Es läßt sich nämlich feststellen, dass gerade bei unruhigen, traurigen und ängstlichen Kindern diese Beziehung empfindlich gestört sein kann. Erst wenn das Kind in ein harmonisches Verhältnis zu seiner Leiblichkeit und insbesondere den Leibessinnen gebracht wird, kann es wieder den Anschluß an sein höheres Wesen finden.

Die stille Sehnsucht nach Heimkehr - Zum Verständnis der Pubertätsmagersucht
kt., 240 S., ISBN-13: 978-3-7725-1560-6, 18,90 EUR
»Alles, was dazu geforscht und entwickelt wurde, ist hier sorgfältig zusammengetragen und durchgehend mit den persönlichen Erfahrungen des Autors verknüpft.« (info3)
»Henning Köhler gelingt es in einer sympathisch-bescheidenen Weise, seine langjährigen Erfahrungen in der Therapie mit magersüchtigen Mädchen erlebbar darzustellen.« (Erziehungskunst)



Jugend im Zwiespalt - Eine Psychologie der Pubertät für Eltern und Erzieher
kt., 256 S., ISBN-13: 978-3-7725-2519-3, 15,90 EUR
Henning Köhler zeigt die Ursachen der Pubertätskrise auf und gibt Eltern und Erziehern Anregungen, wie man durch eine gesprächsbereite und selbstkritische Haltung den jungen Menschen in diesem Lebensabschnitt helfen kann.
Inhaltsverzeichnis:
Spurensuche. Jugendfrage und Menschenbild: Entwicklung zwischen
Bedingtheit und Freiheit. Das Ich: fixe Idee oder Realität?
Der Weg zum Herzen. Die Pubertätskrise im Licht der frühen Kindheit: Vorbemerkungen zur Symptomatologie. Wandlungen der Selbst- und Welterfahrung
Anatomie einer Krise. Seelische Beobachtungsresultate aus der Jugendarbeit und Ratschläge für Eltern und Erzieher: Güte, Schönheit, Wahrheit?
Schattenreiche. An die Eltern
Anhang. Drei Kolumnen und ein Märchen

Vom Rätsel der Angst - Wo die Angst begründet liegt und wie wir mit ihr umgehen können
Ln., 171 S., ISBN-10: 3-7725-1061-2, ISBN-13: 978-3-7725-1061-8, 15,90 EUR
Angst ist für die meisten Menschen ein Zustand, den sie tunlichst vermeiden oder möglichst schnell beseitigen möchten. Henning Köhler geht mit sorgsamer seelischer Beobachtung auf dieses Phänomen ein und stellt dabei fest, dass wir die Angst für ein gesundes Seelenleben sehr wohl benötigen: Angst befähigt uns, unsere Beziehungs- und Zuwendungsfähigkeit zu steigern und zu vertiefen. Gefährlich und krank machend wirkt hingegen die Angst vor der Angst.
Henning Köhler macht deutlich: Stärkung der Seele gegenüber der Angst bedeutet nicht, die Angst zu beseitigen, sondern vielmehr, sich ihr aussetzen, sie als einen Bestandteil in das Seelenleben integrieren zu können.
Inhaltsverzeichnis:
Vom Wesen der Angst
Umriss der Fragestellung: Ist Angst etwas Schlechtes?
Die Unheimlichkeit des Seins
Der Mut zur Niederlage: Vom wahren Wohlstand oder: Jeder ist mal ein Feigling gewesen
Angst – Schlaf – Kindheit: Die Belehrung des Wachbewusstseins durch das Schlafbewusstsein

Vom Ursprung der Sehnsucht - Die Heilkraft von Kreativität und Zärtlichkeit
geb., 218 S., ISBN-10: 3-7725-2163-0, ISBN-13: 978-3-7725-2163-8, 10,00 EUR
Eine engagierte Darstellung der schöpferischen Sehnsuchtskräfte im Menschen. Henning Köhler beschreibt die lebendigen Prozesse zwischenmenschlicher Beziehungen und den Aspekt der Liebe als Qualität des Verstehens.
Henning Köhler zeigt die krank machenden Gewohnheiten und gesellschaftlichen Verhaltensweisen unserer Gegenwart auf und fragt nach der Qualität des Eros, die ursprünglich in der Jugendzeit erwacht. Eros ist diejenige Kraft im Menschen, die Kreativität und Zärtlichkeit miteinander verbindet. Zugleich führt sie zu einem unmittelbaren Verstehen des anderen Menschen. Diese heilende, eine Wesensbeziehung stiftende Kraft wiederzuentdecken und im therapeutischen wie im gesellschaftlichen Bereich zugänglich zu machen ist das Anliegen des Buches. In diesem Sinne kann es auch als Manifest bezeichnet werden – ein Manifest für die Liebe.
»Ich behaupte und versuche zu begründen, dass die Quelle der Kreativität dieselbe ist, aus der auch die Liebefähigkeit erfließt.« (Henning Köhler)


Henning Köhler: geb. 1951, verheiratet, zwei Kinder, Heilpädagoge, Kinder- und Jugendtherapeut in eigener Praxis nach vorangegangenen Lehrjahren als Heimerzieher, Kleinklassenlehrer, klinischer Heilpädagoge und in der freien Jugendarbeit, ausgedehnte Lehr- und Vortragstätigkeit im In- und Ausland, zahlreiche Beiträge in Zeitschriften und Anthologien, sowie im Rundfunk. Entwurf und Installation des berufsbegleitendenden Qualifikationslehrgangs für integrative Aufgaben im FBW Rheinland und der berufsbegleitenden Zusatzausbildung zum Pädagogischen Berater am JKI. Mitbegründer der Fulbertus-Akademie für Sozialpädagogik in Erftstadt.Henning Köhler gründete 1986 die Heilpädagogische-Therapeutische Ambulanz, diese bildet seit 1987 einen Teil des Janusz-Korczak-Insitutes. Er hat es sich zur Aufgabe gestellt, Kindern und Jugendlichen zu helfen, deren Probleme sich als sogenannte Entwicklungsstörungen bzw. als Verhaltensauffälligkeiten äußern. Durch zahlreiche Buchveröffentlichungen bekannt. - Janusz-Korczak-Institut

Freitag, 6. November 2009

Depressionen: Kinder und Jugendliche

G. Groen, F. Petermann
Depressive Kinder und Jugendliche
Hogrefe Verlag, Reihe: Klinische Kinderpsychologie Band 6, 269 S., ISBN: 978-3-8017-1328-7, 32,95 Euro
Depressive Kinder und Jugendliche sind für ihr soziales Umfeld häufig weit weniger auffällig als zum Beispiel hyperaktive oder aggressive Altersgenossen. Dennoch belegen heute zahlreiche Studien, dass depressive Symptome und Störungen im Kindes- und Jugendalter ein weit verbreitetes und oftmals folgenschweres Problem darstellen. Das Buch gibt einen Überblick über das heute immer komplexer werdende Wissen zur Depression im Kindes- und Jugendalter. Unterschiedliche Äußerungsformen, aktuelle Ergebnisse zur Auftretenshäufigkeit und dem Verlauf depressiver Störungen sowie vorliegende Erklärungsansätze werden beschrieben. Darüber hinaus werden praxisorientierte Möglichkeiten der Diagnostik und vielversprechende Strategien zur Prävention und Intervention vorgestellt.
Kurzinhalt: Vorwort - Kapitel 1: Zum Phänomen im Wandel der Zeit - Kapitel 2: Beschreibung und Klassifikation - Kapitel 3: Epidemiologie - Kapitel 4: Komorbidität - Kapitel 5: Verlauf - Kapitel 6: Erklärungsansätze - Kapitel 7: Psychologische Diagnostik - Kapitel 8: Intervention - Kapitel 9: Prävention - Autorenportraits, ausführliches Inhaltsverzeichnis, Vorwort und Leseprobe

" ... Leichte depressive Verstimmungen bis hin zu schweren depressiven Störungen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen, unter denen Kinder und Jugendliche leiden. Das Risiko, an einer Depression zu erkranken, steigt bei Jugendlichen gegenüber Kindern an: Bei Kindern im Vorschulalter liegt die Häufikeit bei ca. 1 Prozent, im Grundschulalter sind weniger als 2 Prozent der Kinder betroffen. Aktuell leiden 3-10 Prozent aller Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren unter einer Depression" .... Mehr dazu auf Deutsches Bündnis gegen Depression

Samstag, 31. Oktober 2009

Kinder und Fernsehen

Sybille Holzwarth
Wenn Fernsehen Kindern Angst macht - Zum Umgang von Erzieherinnen mit medienbedingter Angst
Wissenschaftliche Beiträge aus dem Tectum Verlag: Pädagogik, Band 9, 2009, 393 S., Ppb., ISBN 978-3-8288-9997-1, Preis: 34,90 €
Auch junge Kinder werden in Nachrichtensendungen mit für sie schockierenden Bildern von Kriegen und Katastrophen konfrontiert. Oft ohne dass ihre Bezugspersonen dies bemerken. Sich selbst vor den beängstigenden Inhalten zu schützen und einfach mal den Fernseher abschalten, ist gerade für junge Kinder aus eigenem Impuls kaum möglich. In begrenztem Maße werden Angsterlebnisse aber sogar von Kindern gesucht. Dieses Phänomen lässt sich beispielsweise beobachten, wenn Kinder gebannt zuhören, wenn Gruselgeschichten erzählt werden. Überschreiten Medienerlebnisse die individuelle Angstschwelle von Kindern, reagieren sie mit Ängsten, die sie in Gesprächen und spielend in den Kindergartenalltag einbringen. Dieses Verhalten richtig zu deuten und darauf korrekt zu reagieren, ist eine Herausforderung für Erzieher. Wenn sie gelingt, wird dadurch die Medienkompetenz der Kinder erheblich gestärkt.
Sybille Holzwarth referiert den Forschungsstand zu medienbedingten Ängsten bei Kindern. Neben dem Entwicklungsstand, dem Geschlecht und der Medienerfahrung der Kinder spielen auch die formale Gestaltung und die Botschaften der Medieninhalte eine Rolle. Kinder können einen Teil ihrer Ängste durch wirksame Bewältigungsstrategien bearbeiten. Die Autorin sensibilisiert für solche Medieninhalte, die die Schwelle einer prickelnden Angstlust überschreiten können. Sie gibt konkrete Hinweise, wie Erzieherinnen und Eltern mit entstandenen Ängsten umgehen können. In der Ausbildung wie in der täglichen Praxis in Kindergarten, Hort, Tagespflege oder Grundschule regen die Empfehlungen zu einem kreativen Umgang mit dem Mediendschungel an. - Inhaltsverzeichnis
Den Text dieses Buches sofort auf den Webseiten des Verlages downloaden zu 27,99 Euro* statt regulär 34,90 Euro*. (PDF-Dateigröße 7,0 MB). Zahlen Sie per Rechnung mit ClickandBuy E-Payment: Tectum Wissenschaftsverlag

Mittwoch, 28. Oktober 2009

Psychiatrie: Kinder und Jugendliche

Marie-Luise Knopp, Klaus Napp (Hg.)
Wenn die Seele überläuft - Kinder und Jugendliche erleben die Psychiatrie
Edition Balance, 220 S., ISBN 978-3-88414-162-5, 12.90 €, 23.50 sFr
Silke hat versucht, sich umzubringen, Peter bekommt in der Schule Angstzustände und Judith verliert sich in Traurigkeit. Doch was tun, wenn die Seele überläuft? Judith, Silke und Peter und viele andere haben schließlich in der Kinder- und Jugendpsychiatrie Hilfe gesucht. Sie haben beschlossen, sich nicht länger zu verstecken und den Vorurteilen gegenüber der »Klapse« mit ihrer Geschichte entgegenzutreten. Ihre authentischen Erlebnisberichte bilden einen Spiegel, in dem sich Jugendliche und Eltern, die Ähnliches erleben, wieder erkennen können. Und vielleicht lernen sie sich nach der Lektüre besser verstehen.

Hörbuch: Wenn die Seele überläuft ... Junge Menschen erleben psychische Krisen
Das Hörbuch zu »Wenn die Seele überläuft ...« und »Irrwege, eigene Wege« (vergriffen). Hörbuch+CD-ROM, ca. 70 Minuten, mit Textdateien, durch die Texte führt Campino. ISBN 978-3-88414-263-9, 14.90 €, 26.80 sFr
"Als ich ein kleiner Junge war, haben viele Leute über mich gesagt, ich sei "nicht ganz normal". Das sagt man auch heute noch des Öfteren über mich, aber mit einem ganz anderen Tonfall. Früher wurde ich für mein "Anderssein" gehänselt - heute zollt man mir dafür Respekt, und ich muss aufpassen, dass meine "Verrücktheit" nicht als Markenzeichen missverstanden wird." Campino, Die toten Hosen
Das 12. bis 18. Lebensjahr Jugendlicher - ihre "Schulzeit" in vielfältigem Sinne - konfrontiert die Heranwachsenden nicht nur mit ihren körperlichen Veränderungen, sondern auch mit der Frage nach ihrer Identität. Sie streben größere Eigenständigkeit und Eigenverantwortlichkeit an und entwerfen allmählich einen Lebensplan. In dieser Zeit sind psychische Krisen normal ... - Mehr dazu in unserem Ratgeber Kinderbuch

Samstag, 17. Oktober 2009

Engagierte Aufklärung: Rheuma bei Kindern

Monika Clemes
Auch kleine Elfen haben Rheuma - Kinderrheuma-Früherkennung. Eltern und Jugendliche erzählen
Memoiren Verlag, ISBN: 3902074841, 13,50 €
Erschütternde Berichte von betroffenen Kindern und Jugendlichen über ihr Leben mit Rheuma. Sie erzählen von Schmerz, Hoffnung und Enttäuschung, von Unverständnis und Ablehnung aber auch von Zuneigung und Liebe. Rheuma bei Kindern wird immer noch viel zu spät erkannt! Dieses Buch soll Eltern über die Möglichkeiten zur Früherkennung von Kinderrheuma informieren.
Wussten Sie eigentlich schon, dass allein in Deutschland l50.000 Kinder und Jugendliche an Rheuma leiden? Jedes 10. Kind bekommt heute schonRheuma. Und es werden immer mehr Kinder. Kaum bekannt ist, dass bereits Säuglinge von einer rheumatischen Erkrankung betroffen sein können. 16.000 Kinder erkranken in Deutschland jährlich an einer Gelenkentzündung, davon bis zu 3.000 chronisch.
Die häufigste chronisch rheumatische Erkrankung im Kindesalter ist die Juvenile idiopathische Arthritis (JIA)). Auch Fibromyalgie) und weitere Krankheitsbilder). Rheuma ist eine sehr ernste und schmerzhafte Erkrankung.
Das Buch enthält: Erste Merkmale, Tipps für rechtzeitiges, schnelles Handeln, Selbsttest, Krankheitsbilder und Symptome, Medikamente, Ernährung, wichtige Adressen und vieles mehr. Damit Sie als Eltern schnell Handeln könnenum kleinen Elfen viel Leid zu ersparen.
Unterstützung erhielt ich von: Herrn Prof. Dr. Huppertz und Herrn Dr. Onken von der Kinderklinik in Bremen, der ein Geleitwort zum Buch beisteuerte. Herr Dr. Puchner unterstützte mich mit seinem fachlichen Rat. Er istRheumatologe und u.a. Experte bei rheuma-online.
Auch durch meine liebe Freundin Ute Schönherr werde ich unterstützt.Sie ist Sängerin und Botschafterin der Deutschen Rheuma-Liga. Sie selber ist schon in frühester Kindheit an Rheuma erkrankt. Sie hat sich nie davon abbringen lassen, ihren Traum, Sängern zu werden, zu verwirklichen. Meine Freundin ist durch Ihre Erkrankung stark geworden und berichtet in meinem Buch darüber! ...
Rheuma eine Omakrankheit? - Nein!! Weil auch Ihr Kind betroffen sein könnte, soll dieses Buch Eltern informieren! Über die ersten Merkmale und Symptome von Rheuma. Viele Ratschläge, Tipps und Hilfsangebote für Betroffene. Sowie Information und Aufklärung für betroffene Eltern und Jugendliche, und für die, die sich rechtzeitig Informieren wollen! Denn Rheuma macht nicht vor Ihren Kindern halt!
Ganz wichtig bei Rheuma ist: Schnelle Hilfe! Kinder brauchen schon bei den ersten Anzeichen sofort professionelle Hilfe! Jeder Tag, jede Woche, jeder Monat zählt um schlimmeres zu Verhindern!
Wussten Sie schon? Allein in Deutschland leiden 150.000 Kinder und Jugendliche an Rheuma!Wussten Sie, dass jedes 10. Kind Rheuma bekommt? Jährlich trifft es 4000 Familien neu, dass ihr Kind Rheuma bekommt! Sie sollten sich rechtzeitig informieren! Heute weiß ich, dass Rheuma eine sehr ernste und schmerzhafte Erkrankung ist, die nicht nur Omas wie ich bekommenkönnen, sondern auch Säuglinge, Kleinkinder und Jugendliche! Und ich weiß, dass diese Kinder Tag ein, Tag aus, mit starken Schmerzen leben und mit den Nebenwirkungen der Medikamente zurecht kommen müssen.
Sie fragen sich, was ich mit meinem Buch erreichen möchte?? Ich möchte Eltern aufschrecken und wachrütteln. Warum? - Heutzutage müssen junge Eltern Ihre Kinder nicht nur vor Röteln, Windpocken, Masern und anderen Kinderkrankheiten beschützen, sondern vielleicht auch vor der so genannte "Volkskrankheit" Rheuma, die auch kleine Kinder bereits befallen kann.Denn immer noch tun viele Ärzte sich schwer, die Diagnose Rheuma in Betracht zu ziehen. Eltern sollten darum gegenüber Ärzten hartnäckig bleiben, wenn Sie bei ihrem Kind entsprechende Symptome bemerken.Ein Bluttest ist immer aufschlussreich!
Rheumakranke Kinder in Deutschland sind fachmedizinisch drastisch unterversorgt. Schätzungen zufolge wird nur jedes dritte an Gelenkrheuma erkrankte Kind einem Kinder- u. Jugendrheumatologen vorgestellt. Die Kinder, die die Rheumasprechstunde erreichen, kommen im Durchschnitt erst 8 Monate nach Beginn der Symptome zum Facharzt. (Das geht aus der Kinderkerndokumentation des Kompetenznetzes Rheuma (KNR) hervor, in der seit 1997 die Krankheitsverläufe).
Damit Sie wissen wie die ersten Symptome aussehen können habe ichdieses Buch zusammengestellt. Denn ein dickes Knie ist nicht immer nur ein dickes Knie! Manchmal kann auch eine ernsthafte Erkrankung dahinter stecken! In meinem Buch finden Sie auch einen "Selbsttest". Schnelles Handeln ist unheimlich wichtig! Durch mein Buch hoffe ich zu erreichen, dass Eltern dem Thema "Kinderrheuma" mehr Beachtung schenken. Wenn ich dadurch das Leid auch nur eines einzigen Kindes mildern kann, hat sich das Verfassen dieses Buches gelohnt!
Viele betroffene Jugendliche, Kinder und Eltern haben mir für dieses Buch Ihre Lebens/Leidens-Geschichten zur Verfügung gestellt. Für ihr Vertrauen und ihre Mitwirkung möchte ich mich ganz herzlich bei ihnen bedanken. Dankeschön!
Dieses Buch soll Eltern informieren! Viele Ratschläge, Tipps und Hilfangebote von und für Betroffene. Sowie Information und Aufklärung ... Ausführliche Leseprobe

Samstag, 10. Oktober 2009

Doping des Geistes

Jörg Auf dem Hövel
Pillen für den besseren Menschen - Wie Psychopharmaka, Drogen und Biotechnologie den Menschen der Zukunft formen (Telepolis)
dpunkt Verlag 2008, 180 S., brosch., ISBN 978-3-936931-44-0, 18,00 Euro (D), 18,60 Euro (A), 32 sFr
Der Mensch der nahen Zukunft wird durch zwei wissenschaftliche Entwicklungen verändert werden: Das Doping des Geistes und die Biotechnologie. 2003 geriet der Pharma-Konzern Eli Lilly unter Druck, weil er Gratisproben des Antidepressivums Prozac per Post an Privathaushalte versandt hatte. 2004 gab das britische Verteidigungsministerium zu, über 24.000 Tabletten mit dem Wirkstoff Modafinil eingekauft zu haben. Modafinil hält nicht nur wach, die Substanz gilt als >>cognitive enhancer<<, soll also die Kapazität des Gehirns steigern. Die Frage ist: Was leistet die Wissenschaft im Bereich des Gehirndopings? Die Vergabe des amphetaminähnlichen Ritalin an Kinder, denen das Aufmerksamkeitsstörungs-Syndrom attestiert wird, zeigt die Schwierigkeiten, mit Wirkung, Nebenwirkung und sozialer Gesamtwirkung eines Medikaments umzugehen. Am anderen Ende der Alterslinie steht der geistige Abbau, der ebenfalls mit Neuro-Enhancement gestoppt werden soll. Die Phänomene der hyperkognitiven Kultur sind auch immer ökonomische. Die Marktwirtschaft wird zuküntig noch mehr Produkte liefern, die Hirn- und Körpervorgänge modifizieren. Hier muss eine Bestandsaufnahme ansetzen: Was leisten Medikamente schon jetzt, woran arbeitet die Industrie für die Zukunft und was bedeutet das für die Gesellschaft? Zielgruppe: * Gesellschaftspolitisch Interessierte; * Medikamentennutzer - Inhaltsverzeichnis (pdf) - Kapitel 6 (pdf) - Kapitel 7 (pdf)

Heise-Medien (Auszug): " ... Der aktuelle Telepolis-Band zeigt die neuronalen Grundlagen des Gedächtnisses sowie die Potenziale der pharmazeutischen Beeinflussung auf und analysiert die individuellen sowie sozialen Folgen des Psychopharmaka-Gebrauchs. Dabei werden insbesondere die sogenannten "cognitive enhancer", eine vermeintlich neue Klasse von Arzneimitteln, die als "Doping für den Geist" diskutiert werden, einer kritisch-praktischen Betrachtung unterzogen ... " - Weiterlesen auf Heise-Medien

Monika Armand in ihrem "AHMAZ-Alles hängt mit allem zusammen"-Blog: Neuro-Enhancement: die Gefahr kommt inkognito
Ein Geheimagent der Better-living-thru-chemistry reist ein: In seinem Koffer trägt er für jede Gelegenheit die passenden Reisepässe: "Donepezil, Dihydroergotoxin, Ergoloid, Tryptophan,Clonidin,Fluoxetin u.v.m." Er kann sie modifizieren, so wie er es braucht und er verspricht: "Ich bringe euch das große Glück". Leider steht in den kleingedruckten AGB's: "Die Kosten und Folgen trägt jeder selbst" ...
Im Memorandum von sieben führenden Experten ( PDF-Datei) werden die AGB's des Geheimagenten kurz gestreift ...
Dabei finden sich wichtige Aspekte für die Diskussion um das Neuro-Enhancement nur ansatzweise im Memorandum auf Seite 3:
1. Die Widernatürlichkeit des Neuro-Enhancements
2. Der Eingriff in die Neurobiologie des Gehirns
Obwohl gerade Punkt 2: "Eingriff in die Neurobiologie des Gehirns" zahlreiche Fragen aufwirft, wie z.B. bekannte Nebenwirkungen, unbekannte oder individuelle Nebenwirkungen, Langzeitnebenwirkungen, mögliche dauerhafte Veränderungen der Neurobiologie des Gehirns, Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten etc., behandeln die Autoren diesen zentralen Aspekt nebenbei und mit einer beunruhigend anmutenden Sorglosigkeit: "Ein anderer Standardeinwand gegen Neuro-Enhancement zielt auf die neurobiologische Eingriffsebene von NE, die gegenüber der Ebene kommunikativer Einwirkungen (etwa Coaching) als minderwertig verstanden wird: Pillen für neuronale Stoffwechselprozesse - Gespräche und Argumente für den Geist. Aber die funktional-dualistische Prämisse dieser Auffassung ist heute nicht mehr tragfähig." (G&G 11/2009 - Zitat Seite 3)
Die Tatsache, dass neben Philosophen und Juristen auch Mediziner das Wort ergriffen haben und nur marginal die Frage nach etwaigen Gefahren des Neuro-Enhancements erwähnen, kommt nicht von ungefähr. Die Pharmakologie, die Pharmakodynamik (= Lehre über die Wirkung von Arzneistoffen im Organismus) und die Pharmakokinetik (Die Pharmakokinetik beschreibt die Gesamtheit aller Prozesse, denen ein Arzneistoff im Körper unterliegt), sowie die Pharmazeutische Chemie (Die pharmazeutische Chemie ist das Spezialgebiet der Pharmazie, das sich mit den chemischen Eigenschaften von Arzneimitteln im weitesten Sinne beschäftigt) sind nur selten ein "Steckenpferd" von Medizinstudenten. Ein Blick in medizinische Foren zeigt, welch Ächzen und Stöhnen durch die Reihen zieht, wenn es im Physikum um Teile aus diesen Fachbereichen geht. Insofern ist es nicht verwunderlich, wenn Medikamentenneben- und - wechselwirkungen auf die leichte Schulter genommen werden ... Weiterlesen im AHMAZ-Blog

Mittwoch, 27. Mai 2009

16 Jahre - schizophren. Ein Roman

John Wray
Retter der Welt
rowohlt 2009, Hardcover, 352 S. ISBN 978-3-498-07362-6, 19,90 €
William Heller oder Lowboy, wie er sich nennt, ist sechzehn, schizophren und, so heißt es, gefährlich. Er soll eine Freundin vor die Subway geschubst haben. Und nun sind die Cops vom New York Police Department hinter ihm her, mitsamt seiner Mutter. Doch Lowboy hat ein viel schlimmeres Problem: Seit er aus der Anstalt ausgebrochen ist, strebt die Welt zügig auf die Selbstvernichtung zu, und nur er allein kann sie retten ... Auf der Flucht und einer vagen Suche zugleich, immer verfolgt von einem Profiler, der eine ebensolche Vorliebe für Geheimschriften und Rätsel hat wie er, hetzt Lowboy durch die Tunnel und Katakomben der New Yorker U-Bahn – eine düstere Welt, deren Wahrnehmung stets ins Wahnhafte verschoben scheint und deshalb umso schillernder die Wirklichkeit spiegelt. John Wray, eines der großen jungen Talente der US-Literatur, schreibt mit der zwingenden Logik der Paranoia: apokalyptisch, visionär, in der Tradition von Malcolm Lowry, Hubert Selby und Jonathan Lethem. - Leseprobe (pdf)
Rezension im "missionjanet"-Blog (Auszug): " ... Der Roman ist ein Fest für Freunde von Codes und Mustern, doch in ihrer Entzifferung liegt nicht der Anspruch dieses erstaunlichen Buches, dessen Lektüre Wills Fahrt mit der U-Bahn ähnelt: Man steigt ein und darf sich getrost darauf verlassen, dass der Tunnel, diese Megametapher des Romans, die Richtung vorgibt, dass die Erzählung trägt ... Man kann diesen Roman, in dem ein Gejagter die Welt retten will, fast wie einen Thriller lesen, zumal die Schilderungen von Lateefs und Violets hektischer Suche nach Will die Handlung mit Macht vorantreiben, um sie dann wieder in der stickigen Luft des Subway mit William um Atem und Kühle ringen zu lassen. Wray erzeugt Spannung und Aufmerksamkeit, aber kein Mitgefühl im herkömmlichen Sinne, weil sein Protagonist kein Leidender ist. Die Störung ist Teil seiner Identität, und in seinen befremdet-interessiert-irritierten Beobachtungen steckt weniger wohlfeile Zivilisationskritik denn surreale Komik. Manchmal kommen Will Zweifel an seiner Berufung, etwa beim Betrachten eines herumliegenden Pornohefts: „Als Lowboy die Zeitschrift durchblätterte und alle wichtigen Details in sich aufnahm, fragte er sich, ob es die Welt nicht verdient hatte, unterzugehen. Ich werde die halbe Welt retten, beschloss er ... " - Zur Rezension

Donnerstag, 14. Mai 2009

Mama ist traurig

Schirin Homeier
Sonnige Traurigtage - Illustriertes Kinderfachbuch für Kinder psychisch kranker Eltern und deren Bezugspersonen
Mit einem Vorwort von Prof. Dr. Fritz Mattejat. Ab Grundschulalter geeignet. Mabuse Verlag 2008, 128 S., vierfarbig illustriert, Hardcover, ISBN: 3-938304-16-2, EUR 19.80
In letzter Zeit ist mit Mama etwas anders: sie ist so kraftlos und niedergeschlagen. Auf diese "Traurigtage" reagiert Mona wie viele Kinder psychisch kranker Eltern: Sie unterdrückt Gefühle von Wut oder Traurigkeit, übernimmt immer mehr Verantwortung und sehnt sich nach glücklichen "Sonnigtagen". Erst als sich Mona einer Bezugsperson anvertraut, erfährt sie, dass ihre Mutter unter einer psychischen Krankheit leidet und fachkundige Hilfe benötigt.
Schirin Homeier, geb. 1982, angehende Diplom-Sozialpädagogin (FH), mehrjährige praktische Erfahrungen mit Kindern psychisch kranker Eltern
Eine kurze Besprechung von Sabine Feickert in ihrem Blog: " ... Ein sehr schwieriges und heikles Thema, kindgerecht und behutsam und doch umfassend dargestellt. Sonnige Traurigtage erzählt von Mona und Mona-Mama und den sonnigen und traurigen Tagen. Die traurigen Tage, an denen Mona-Mama so depressiv ist, dass sie sich nicht mehr um Mona kümmern kann. Mona versucht, mit allerlei kindlichen Lösungsansätzen, ihre Mama wieder gesund zu machen ... Monas Ängste und Bemühungen werden ganz liebevoll dargestellt und die Personen, die ihr im Buch helfen, erklären die Hintergründe psychischer Krankheiten ... " - ... weiterlesen im Blog "Das kreative Häuschen"

Samstag, 21. Februar 2009

Buch und Theaterstück (zum buchen)

Eric-Emmanuel Schmitt
Oskar und die Dame in Rosa - Erzählung
Aus dem Französischen von Annette und Paul Bäcker. Mit achtzehn farbigen Abbildungen von Marcelino Truong, Ammann Verlag Zürich, 112 S., ISBN 9783250104940, EUR 19.90, CHF 34.90 und ISBN 9783250600572, EUR 13.80, EUR (A) 14.20, CHF 25.80
Oskar und die Dame in Rosa ist ein Buch, dem man sich nicht entziehen kann. Ohne falsche Sentimentalität geht Eric-Emmanuel Schmitt ein schwieriges und trauriges Thema an und spendet mit seiner warmherzigen Erzählweise die Kraft und den Mut, einer solchen Situation offen zu begegnen. Mit den farbigen Illustrationen, in kräftigen Pastelltönen gehalten und weich konturiert, gelingt es Truong, den Text um eine versöhnlich zarte und romantische Note zu bereichern, ohne kitschig zu werden. Autoren-Webseiten

Das Theaterstück "Oskar und die Dame in Rosa" mit Eva Ingeborg Scholz kann ab sofort über die Akademie Panta Rhei gebucht werden. Geeignet für Hospize, Kliniken , soziale Einrichtungen ...
Oskar ist zehn und hat noch zwölf Tage zu leben. Hat Eltern, die damit restlos überfordert sind. Hat Ärzte, die ernsthaft frustriert sind und - Gott sei Dank! – hat er so was wie einen Engel. Der besucht ihn regelmäßig und ist eine "uralte" Dame in Rosa. Ex-Catcherin behauptet sie. Eine, die ihn nicht anlügt, jedenfalls nicht in Dingen, die zählen, eine die nicht kneift wenn’s knifflig wird, eine die ihm mit Phantasie und Humor begegnet, eine die ihm zuhört, eine mit brauchbaren Ideen.
Zum Beispiel die hier: 1 Tag = 10 Jahre. Wenn die Zeit sehr knapp wird, muss man besonders kreativ mit ihr umgehen. Heißt: Leben im Zeitraffer. Heißt: Oskar erlebt das alles ein bisschen früher: Grad noch zehn, blüht ihm ratzfatz die Pubertät, das große Verliebtsein, das große Betrübtsein, Midlife-Crisis, Alter… Er lernt sich kennen: glaubend, liebend, hoffend zweifelnd, ängstlich, elend. Lernt, sich zu versöhnen – vor allem mit denen, die ihn in ihrer Hilflosigkeit zugemüllt haben mit Geschenken: seinen Eltern. Lernt, was das Schwerste von allem ist: mit dem Tod versöhnt zu sterben.
Oskar 10, Rosa 110 (?): Zwei, die sich nichts vormachen; zwei die sich stellen, die sich halten, die sich Mut machen. Zwei, die noch was zu lachen haben wollen, trotzdem. Auf Anregung der alten Dame hat der kleine Mann einen Schriftverkehr der besonderen Art geführt. Den sie uns an diesem Abend präsentiert. - Mehr dazu auf Akademie Panta Rei

Freitag, 20. Februar 2009

Perfide Pharmawerbung in Blogs und Foren

"Die Initiative Nachrichtenaufklärung wurde im Mai 1997 von Professor Peter Ludes in Siegen gegründet. Zu dem Gründerteam und zu der ersten Jury gehörten Imme de Haen, Ingrid Kolb, Professor Ulrich Saxer, Georg Schütte und Dr. Hermann Meyn. Ziel der Initiative Nachrichtenaufklärung ist es, wichtige Nachrichten und Themen (hauptsächlich aus dem deutschsprachigen Raum), die in den Medien nicht genügend berücksichtigt wurden, stärker in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu bringen ..."

Eines dieser 2008 in den Medien nicht genügend berücksichtigten Themen bezieht sich auf die Unterwanderung von Patientenblogs und -foren durch die Pharmaindistrie: "PR-Mitarbeiter melden sich dort als Betroffene an und berichten von ihren guten Erfahrungen mit den Medikamenten ihrer Auftraggeber. Für echte Patienten ist dies nicht transparent. Obwohl das Sponsoring von Selbsthilfegruppen vor einigen Jahren Medienthema war, wird diese neue Dimension von schmutzigem Marketing nicht thematisiert." Mehr dazu auf 'Nachrichtenaufklärung'

Freitag, 31. Oktober 2008

Ethisches Handeln und medizinische Machbarkeit

Johann-Christoph Student, Annedore Napiwotzky
Was braucht der Mensch am Lebensende?
- Ethisches Handeln und medizinische Machbarkeit

Mit einem Geleitwort von Liliane Juchli, 200 S., Broschur, ISBN: 978-3-7831-2880-2, 16.95 EUR
Die Medizin hat ihre rasante Entwicklung, die im 20 Jahrhundert begann, auch im 21. Jahrhundert fortgesetzt. Aber nutzt all das, was dort entwickelt wurde (und wird) auch in jedem Fall den schwer kranken Menschen? Gerade an der Grenze des Lebens stellt sich diese Frage oft besonders drängend: Soll Medizin auch wirklich alles tun, was sie kann? Und wer soll dabei entscheiden, was den Sterbenskranken gut tut oder was nur ihr Leiden verlängert? Was ist oft aus menschlicher Sicht Dringenderes zu tun als aus medizinischer Sicht? Diese und andere Fragen beschäftigen die Autoren des vorliegenden Buches. Sie wollen damit zu einer Orientierung im Umgang mit Menschen im Pflegeheim, Krankenhaus und Hospiz beitragen. - Inhaltsverzeichnis auf den Seiten von Prof. Student
Forum "Palliativmedizin, palliative care, Schmerztherapie, Sterbebegleitung" (deutsch-englisch-russisch) auf xing.com