Samstag, 31. Oktober 2009

Kinder und Fernsehen

Sybille Holzwarth
Wenn Fernsehen Kindern Angst macht - Zum Umgang von Erzieherinnen mit medienbedingter Angst
Wissenschaftliche Beiträge aus dem Tectum Verlag: Pädagogik, Band 9, 2009, 393 S., Ppb., ISBN 978-3-8288-9997-1, Preis: 34,90 €
Auch junge Kinder werden in Nachrichtensendungen mit für sie schockierenden Bildern von Kriegen und Katastrophen konfrontiert. Oft ohne dass ihre Bezugspersonen dies bemerken. Sich selbst vor den beängstigenden Inhalten zu schützen und einfach mal den Fernseher abschalten, ist gerade für junge Kinder aus eigenem Impuls kaum möglich. In begrenztem Maße werden Angsterlebnisse aber sogar von Kindern gesucht. Dieses Phänomen lässt sich beispielsweise beobachten, wenn Kinder gebannt zuhören, wenn Gruselgeschichten erzählt werden. Überschreiten Medienerlebnisse die individuelle Angstschwelle von Kindern, reagieren sie mit Ängsten, die sie in Gesprächen und spielend in den Kindergartenalltag einbringen. Dieses Verhalten richtig zu deuten und darauf korrekt zu reagieren, ist eine Herausforderung für Erzieher. Wenn sie gelingt, wird dadurch die Medienkompetenz der Kinder erheblich gestärkt.
Sybille Holzwarth referiert den Forschungsstand zu medienbedingten Ängsten bei Kindern. Neben dem Entwicklungsstand, dem Geschlecht und der Medienerfahrung der Kinder spielen auch die formale Gestaltung und die Botschaften der Medieninhalte eine Rolle. Kinder können einen Teil ihrer Ängste durch wirksame Bewältigungsstrategien bearbeiten. Die Autorin sensibilisiert für solche Medieninhalte, die die Schwelle einer prickelnden Angstlust überschreiten können. Sie gibt konkrete Hinweise, wie Erzieherinnen und Eltern mit entstandenen Ängsten umgehen können. In der Ausbildung wie in der täglichen Praxis in Kindergarten, Hort, Tagespflege oder Grundschule regen die Empfehlungen zu einem kreativen Umgang mit dem Mediendschungel an. - Inhaltsverzeichnis
Den Text dieses Buches sofort auf den Webseiten des Verlages downloaden zu 27,99 Euro* statt regulär 34,90 Euro*. (PDF-Dateigröße 7,0 MB). Zahlen Sie per Rechnung mit ClickandBuy E-Payment: Tectum Wissenschaftsverlag

Kind – Sterben, Tod, Trauer

Sabine Meinig
Wenn Kinder sterben - Die Arbeit im Kinderhospiz
Tectum Verlag, 150 S., Ppb., ISBN 978-3-8288-9712-0, D: 24,90 €, A: 24,90 EUR, CH: 43,70 sFr.
Das Thema Kinderhospiz ist noch relativ jung, aber brandaktuell. Jährlich eröffnen bundesweit mehrere ambulante und stationäre Kinderhospize. Was geschieht aber nun wirklich in einem Kinderhospiz? Welche Voraussetzungen muss man erfüllen, um als Ehrenamtlicher dort mitarbeiten zu können? Wie reagieren Eltern darauf, wenn sie erfahren, dass ihr Kind lebensbedrohlich erkrankt ist? Sollen sie ihrem Kind die Wahrheit sagen – oder lieber schweigen? Welche Probleme beschäftigen die erkrankten Kinder und Jugendlichen? Wie stellen sie sich den Tod oder das Leben nach dem Tod vor? Welche Hilfen gibt es für die Erziehungsberechtigten? Wie trauern Frauen, Männer oder Geschwister? Sollten Kinder an einer Bestattung teilnehmen?
Dieses Buch richtet sich an alle, die bereits Abschied von einem geliebten Angehörigen nehmen mussten und solche, denen so ein Abschied noch bevorsteht oder die beruflich mit dem Thema zu tun haben. Die Autorin geht einfühlsam mit allen Aspekten um, die sich beim Themenkomplex „Kind – Sterben, Tod, Trauer“ ergeben. Ausführliches Inhaltsverzeichnis
Renzension auf social.net (Auszug): " ... Im Kapitel über die Begleitung des erkrankten Kindes und seiner Angehörigen kommt die Perspektive der Betroffenen zum Ausdruck. Es wird die Begleitung vor dem Sterben aufgriffen, wo zunächst eine Reflexion über den Begriff „Wahrheit“ als Einstieg gewählt wird. Wahrheit ist hier ein Schlüsselbegriff, der immer wieder aufgegriffen wird. Die Wahrheit zu akzeptieren und die Bedeutung der Wahrheit im Umgang mit Eltern, Geschwisterkindern und dem betroffenen Kind werden genauso thematisiert, wie Reaktionen der Beteiligten auf diese unausweichliche Wahrheit. In diesem Teil wird auch die Frage beleuchtet, die sich Kinder und Jugendliche nach Gottes Wirken stellen, wobei Vorstellungen über Sterben, Tod und dem Leben danach ebenso aufgegriffen werden ... " - Zur Rezension

Donnerstag, 29. Oktober 2009

Zur Misteltherapie

Dr. med. Johannes Wilkens, Gert Böhm
Misteltherapie bei Krebs - die sanfte Revolution. Gezielt vorbeugen, lindern, heilen
geb., Pappband, 192 S., ISBN: 978-3-466-34500-7, € 17,95 [D], € 18,50 [A], CHF 31,90
Die Mistel spielt in der naturheilkundlichen Behandlung von Krebserkrankungen seit langem eine bedeutende Rolle. Der Arzt Johannes Wilkens ist ein hervorragender Kenner dieser Materie und hat die aus der Anthroposophischen Medizin entstandene Misteltherapie nun entscheidend weiterentwickelt, indem er frappierende Analogien zwischen verschiedenen Wirtsbäumen der Mistel und dem Charakter der Erkrankten fand!
Dieses Buch informiert über die immense Heilkraft der Mistel und stellt u.a. 13 Mistelarten und ihre Verbindung von Baum zu Mensch vor. Es schildert, wie eine differenzierte Anwendung der Mistelpräparate die Heilungschancen deutlich erhöhen kann und warum Krebskranke den Kontakt zu ihrer Seele und zur Natur wiederfinden müssen, wenn sie gesunden wollen. Die aufregende Erkenntnis außerdem: Misteln können nicht nur lindern und heilen, sondern sogar vorbeugend »geimpft« werden!
Leseprobe (Auszug): " ... Die klassische Medizin ist in ihrem Kampf gegen Krebs zwar auf einem guten Weg. Aber sie könnte noch erfolgreicher sein, wenn sie ihre Behandlungsmethoden nicht auf den Körper beschränken, sondern beim Patienten ganz bewusst auch die feinstofflichen Aspekte auf der Ebene der Gefühle und des Geistes in den Genesungsprozess einbeziehen würde.
Alternative und ergänzende Krebstherapien tun das. Von der uralten tibetischen Heilkunde bis zur Anthroposophischen Medizin – allen ganzheitlichen Heilsystemen ist eines gemeinsam: Sie sehen die Krankheit als eine Störung, die sowohl den Körper als auch die Seele und den Geist betrifft. Dieser Zusammenhang erfordert auch für das Krebsgeschehen ein grundlegend anderes Verständnis.
Der Mensch ist ein Wesen, in dem sich körperliche, emotionale und geistige Zustände zu einem komplizierten Beziehungsgeflecht vernetzen. Die Zusammenhänge zwischen diesen drei Ebenen sind oft nur schwer durchschaubar, aber es scheint wirklich alles mit allem in Verbindung zu sein – die Organe mit dem Denken, die Gefühle mit den Zellen, die Vorgänge im Hirn mit dem Herzinfarkt und dem Brustkrebs.
Wenn beim Menschen auf einer der drei Ebenen eine Krankheit auftritt, dann hat das auch Folgen für die anderen Ebenen. So bedeutet Heilung nicht nur die Behandlung des körperlichen Leidens, sondern die Wiederherstellung des ganzen Menschen.
Das alte Heilwissen hat den Menschen immer als Einheit gesehen. Eine Trennung von Leib, Seele und Geist gab es nicht. Interessanterweise neigen auch in der Gegenwart immer mehr Forscher, Ärzte und Pharmazeuten der wissenschaftlichen Avantgarde zu dieser Erkenntnis – und gehen in der Krebsbehandlung mit neuen Methoden weit über die eindimensionalen Ansätze der konventionellen Schulmedizin hinaus. Die bekanntesten Methoden einer ganzheitlichen Krebsbehandlung finden sich in der Anthroposophischen Medizin (Misteltherapie), in der Homöopathie, in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM), in der Phytotherapie, in der Hyperthermie, in der Enzymtherapie und in der so genannten Selbstregulationsmethode ... " Zur Leseprobe
Misteltherapie, nicht nur bei Brustkrebs hilfreich - von der Frauenärztin Ingrid Gerhard

Der Tod in den Weltkulturen

Dr. Karl-Julius Reubke
Die fremden Gesichter des Todes - Sterben, Tod und ewiges Leben in den Weltkulturen und Weltreligionen
240 S., Broschur, ISBN 978-3-86783-005-8, EUR 19,80 (D), EUR 20,40 (A), sFr 35,90
Das Zusammenwachsen der Welt erfordert eine gleichzeitige Differenzierung im Umgang mit den Kulturen und den einzelnen Menschen. Deren existenziellen Perspektiven nach Sinn und Bestimmung, die in der Frage nach dem Tod kulminieren, erfordern Antworten, die sich im Bereich tradierter Betrachtungen nicht mehr finden lassen. Vor diesem Hintergrund wird das wachsende Interesse an fremden Religionen verständlich.
Das Buch schildert, dass keine der Weltreligionen eine einheitliche Anschauung und Rituale für Sterben und Tod kennt. Totzdem scheint sich ein bestimmendes Motiv wie ein roter Faden durch alle Glaubensrichtungen hindurch zu ziehen, das sich nicht in einheitlichen rituellen Formen als vielmehr in einer gemeinsamen inneren Haltung äußert. Diesem »Geist der Religion« geht der Autor nach.
Materialistisch-naturwissenschaftliche Weltanschauungen wirken im 21. Jahrhundert ebenfalls wie eine weltumspannende Religion. Ihr Paradigma prägt auch unser Verhältnis zum Sterben und zum Tod. Diesen Materialismus zu überwinden, ist ein Hauptanliegen des Autors. Und gleichzeitig beschreibt er eindringlich eine Perspektive, durch die die Weltreligionen verstanden und die Gegensätze von Glauben und Wissen überwunden werden können.

Inhalt

Nachdenken über den Tod
* Schwerlose Gedanken * Philosophen, Dichter, Propheten * … und die nützlichen Wissenschaften * Der Tod kein Thema * Die Weisheit der Religionen * Das Gesicht des Todes * Ein neuer Zugang

Tod als Befreiung – Buddhismus
Die östlichen Religionen und der Buddhismus
* Das alte indische Erbe * Die Wiege der Religionen
* Gautama Buddha * Jainismus
Buddhismus als Religion
Tibetisches Totenbuch / Buddhistische Sterbebegleitung * Buddhistisch sterben heute
Der Tod im Leben des Gautama Buddha
* Buddhas Todeserlebnisse * Der Hingang des Erhabenen
Buddhismus als Religion
* Die Sprache des Buddha * Zen-Buddhismus * Tibetischer Buddhismus * Lamaistische Schulen
Das tibetische Totenbuch und die buddhistische Sterbebegleitung
* Schatztexte * Die Lehre des Bardo Thödol * Was bleibt? * Wie das Totenbuch in Tibet lebte
Buddhistisch sterben heute
* Ein Buddhist stirbt * Die offenen Fragen

Weltreligionen in unserer Zeit
* Was ist Religion? * Was ist eine Weltreligion? * Die Entstehung der Religion * Das Weltparlament der Religionen * Alle Religionen sind an ein Ende gekommen * Toleranz * Wahrheit oder Wahrheiten? * Das Feld des Geisteskampfes

Leib und Seele – Judentum
Judentum als Weltreligion
* Judentum heute * Die zwei Lebensströme
Der seelische Strom
* Die Erschaffung des Menschen * Die Träger der Pflicht * Ein Jude stirbt * Wer entscheidet? * Aufgaben der Familiengemeinschaft * Er allein * Begleiter des Sterbens
Die jüdische Religion
* Epochen der jüdischen Religion * Der Talmud * Jüdische Gemeinschaften
Der leibliche Strom
* Jüdische Reinheitsvorschriften * Unreinheit des Leichnams * Die Reinheitsreligion Zarathustras * Trauer * Die Reinigung * Der Leichnam – eine Unmöglichkeit * Dämonen und Dibbuks
Tragik des Todes
* Auch Sterben ist Pflicht * Ahasver * Uneingelöste Versprechen

Sterben als Ärgernis
* Die »sechste Weltreligion« * Menschwerdung * Sprünge, Übergänge, Emergenzen * Entwicklung – was ist das? * Wissenschaftliche Definition des Todes * Psychologische Konsequenzen * Lebensverlängerung * … darüber muss man schweigen * Erinnerungsstücke * Trauerbewältigung * Wie stirbt ein Materialist? * Steht ein Paradigmenwechsel bevor?

Verantwortung und der Wille Allahs - Islam
Tod in der islamischen Welt
* Die vielen islamischen Opfer von Naturkatastrophen * Der Tod des Propheten
Grundzüge des Islam
* Mohammed und die Entstehung des Korans * Die Ausbreitung des Islam und die erste Spaltung * Die Vielfalt Islamischer Gemeinschaften * Islamische Sekten und die Abspaltungen der Baha'i * Der Islam in neuerer Zeit * Die Krise des Islam im 20. Jahrhundert
Islam und Christentum
* Begegnung von Christentum und Islam im Beginn der Neuzeit * Goethe und der Islam
Muslime begleiten
* Der alltägliche Umgang * Im Umfeld des Todes * Die Bedeutung der Katastrophenopfer für die Zukunft des Islam

Geisteswissenschaft – Zukunft des Todes
* Das Erkenntnisproblem * Was heißt Geisteswissenschaft? * Der neue Ansatz * Ein einsamer Weg * ... von vielen begangen * Die erste Hülle des Menschen * Andere Hüllen * Der Herr im Hause * Weltenwerden * Das Ernstnehmen * Entwicklung und das Böse in der Welt * Die wieder gewonnene Dreigliederung * Das ganze Leben

Tod und Auferstehung – Christentum
Die christlichen Religionen
* Christus und die christlichen Religionen * Der Ursprung der christlichen Religion * Ars Vivendi – ars Moriendi: Sterben und Tod im christlichen Mittelalter * Reformation und Hinwendung zum »rechtschaffenen Leben« * Theologie heute * Der neue Sakramentalismus

Die offenen Fragen im Umkreis von Sterben und Tod
* Fragen aus dem Buddhismus * Fragen aus dem Judentum * Fragen aus dem Islam * Was ist den Fragen gemeinsam

Die Eroberung der Ewigkeit
* Lessings Erkenntnis vom Sinn der Entwicklung * Die Auferstehung des Leibes * Tod und Freiheit

Das Mysterium von Golgatha

Die neuen Gesichter des Todes
* Lebensende heute * Ende der Tradition * Drei Seiten der Menschenwürde * Lebenslauf * Assoziationen

Der König stirbt

Sexuelle Gewalt heute – Der verschlungene Pfad der Therapie

Peter Petersen, Jeanne Rosenhag
Dieser kleine Funken Hoffnung - Therapiegeschichte eines sexuellen Missbrauchs
Zweite, überarbeitete und erweiterte Auflage, 128 S., Broschur, ISBN 978-3-86783-006-5, EUR 14,80 (D), EUR 15,30 (A), sFr 27,50
Die in den einzelnen Stationen der geschilderten psychoanalytischen Therapie zur Verarbeitung eines jahrelangen sexuellen Missbrauchs durch den Stiefvater entstandenen Texte von Jeanne Rosenhag bilden den Kern des Buches. An ihnen wird nachvollziehbar, wie durch die Entdeckung des innersten Persönlichkeitskerns eine Überwindung der schrecklichen Erlebnisse möglich ist.
Die dem Therapieprozess innewohnende Macht hat eine unglaubliche Verwandlungskraft. Destruktivität wird transformiert. Wenn Transformation von vernichtenden Gewalten der Sinn jeder intensiven Therapie ist, so erscheint damit ebenso ein Auftrag an unsere gegenwärtige Zivilisation: Bändigung von Zerstörungsgewalt ist eine Frage des Überlebens und der Evolution unserer Kultur. Die Autoren geben eine Antwort auf diese existentielle Herausforderung: Durch Intensivierung unserer sinnlichen Welt – zu der die Sprache gehört – und unseres Erlebens mittels der Kunst ist Transformation von Destruktivität möglich.
Die zweite Auflage dieses Therapieberichtes wurde erweitert durch einen gewichtigen Anhang (aus der Feder von Peter Petersen). In diesem Teil ist die intensivierte Wahrnehmungsweise Jeannes sowie das therapeutische Medium, die verdichtete Sprache, reflektiert. Diese Sprache ist ein Kleinod der Therapiegeschichte: Heilkraft der Sprache wirkte nicht nur auf die Patientin Jeanne selbst, diese Kraft war ebenso spürbar in vielen Vorträgen und Seminaren: Für die Teilnehmer wurde das Grauen, die Qual, die Erniedrigung in eine höhere Sphäre des Erträglichen verwandelt – so wie wir es von Nelly Sachs’ und Paul Celans Gedichten über den Horror des Holocaust kennen. Das Motto C.F. Meyers »Kunst poetisiert das Reale – jedoch realisiert nicht das Poetische« lässt sich auch an Jeannes Gedichten ablesen.
Diese Texte über sexuelle Gewalt sind zeitlos. Denn lebensvernichtende Destruktivität wird in eine humane Sphäre gehoben. So wurde auch die biographische und historische Chronologie beibehalten; denn der zeitliche Ablauf gehört zur Authentizität dieses Werkes.
Inhalt
Geleitwort zur Neuauflage - Peter Petersen, Jeanne Rosenhag
Vorwort - Peter Petersen, Jeanne Rosenhag
Sexuelle Gewalt heute - Jeanne Rosenhag
Der verschlungene Pfad der Therapie - Peter Petersen mit Gedichten von Jeanne Rosenhag
1. Einleitung: Um was es geht
2. Eingemauertes Leben: Therapiebeginn und Skizze der Lebensgeschichte
3. Zerstörung und Werden: Der Traum von Hugo Iroin
4. Beginn der Entkrustung: Angst und tiefe Erschütterungen
5. Hass und Aufleuchten des Neuen
6. Licht und Schatten in einer Seele
7. Versöhnung und Abschied
Rückblick - Jeanne Rosenhag
Intensiviertes, perspektivefreies Wahrnehmen - Peter Petersen
Literatur

Mittwoch, 28. Oktober 2009

Psychiatrie: Kinder und Jugendliche

Marie-Luise Knopp, Klaus Napp (Hg.)
Wenn die Seele überläuft - Kinder und Jugendliche erleben die Psychiatrie
Edition Balance, 220 S., ISBN 978-3-88414-162-5, 12.90 €, 23.50 sFr
Silke hat versucht, sich umzubringen, Peter bekommt in der Schule Angstzustände und Judith verliert sich in Traurigkeit. Doch was tun, wenn die Seele überläuft? Judith, Silke und Peter und viele andere haben schließlich in der Kinder- und Jugendpsychiatrie Hilfe gesucht. Sie haben beschlossen, sich nicht länger zu verstecken und den Vorurteilen gegenüber der »Klapse« mit ihrer Geschichte entgegenzutreten. Ihre authentischen Erlebnisberichte bilden einen Spiegel, in dem sich Jugendliche und Eltern, die Ähnliches erleben, wieder erkennen können. Und vielleicht lernen sie sich nach der Lektüre besser verstehen.

Hörbuch: Wenn die Seele überläuft ... Junge Menschen erleben psychische Krisen
Das Hörbuch zu »Wenn die Seele überläuft ...« und »Irrwege, eigene Wege« (vergriffen). Hörbuch+CD-ROM, ca. 70 Minuten, mit Textdateien, durch die Texte führt Campino. ISBN 978-3-88414-263-9, 14.90 €, 26.80 sFr
"Als ich ein kleiner Junge war, haben viele Leute über mich gesagt, ich sei "nicht ganz normal". Das sagt man auch heute noch des Öfteren über mich, aber mit einem ganz anderen Tonfall. Früher wurde ich für mein "Anderssein" gehänselt - heute zollt man mir dafür Respekt, und ich muss aufpassen, dass meine "Verrücktheit" nicht als Markenzeichen missverstanden wird." Campino, Die toten Hosen
Das 12. bis 18. Lebensjahr Jugendlicher - ihre "Schulzeit" in vielfältigem Sinne - konfrontiert die Heranwachsenden nicht nur mit ihren körperlichen Veränderungen, sondern auch mit der Frage nach ihrer Identität. Sie streben größere Eigenständigkeit und Eigenverantwortlichkeit an und entwerfen allmählich einen Lebensplan. In dieser Zeit sind psychische Krisen normal ... - Mehr dazu in unserem Ratgeber Kinderbuch

Psychiatrie-Erfahrene als Peers

Jörg Utschakowski und andere (Hg.)
Vom Erfahrenen zum Experten - Wie Peers die Psychiatrie verändern
Psychiatrie Verlag 2009, 260 S., ISBN 978-3-88414-470-1, 24.95 €, 42.90 sFr
Peer-Arbeit leistet einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung psychiatrischer Arbeit. Bock, Utschakowski und Sielaff schildern in "Vom Erfahrenen zum Experten" Erfahrungen mit der Peer-Arbeit. Außerdem geht es auf die Voraussetzungen sowohl für die Psychiatrieerfahrenen ein, die sich als Peer qualifizieren wollen, als auch für die Institutionen, die mit Peers arbeiten wollen. Es regt zu einem Umdenken bei den in der Psychiatrie Tätigen an und setzt den Recovery-Ansatz praktisch um.
Peers sind Menschen mit Psychiatrieerfahrung, die in die fachliche Begleitung von z.B. psychotischer Menschen oder Menschen mit Borderline einbezogen werden. Psychiatrieerfahrene Menschen kennen die Erlebniswelt von psychisch Kranken aus eigener Erfahrung. Daher haben sie einen anderen Zugang zu psychisch kranken Menschen. Peers kennen deren Gefühle und Erlebnisse, die diese selbst vielleicht gar nicht angemessen artikulieren können, weil sie an ihrem Erleben zu nah dran, wenn nicht mitten drin sind.
Der große Vorteil der Peerarbeit:
* Menschen mit Psychiatrieerfahrung wissen, was ihnen selbst warum geholfen hat und was ihnen gefehlt hat.
* Sie sind selbst den Weg gegangen, den die akut Erkrankten noch vor sich haben.
* Sie sind lebendes Zeugnis dafür, dass es einen Ausweg, eine Lösung für das psychische Problem gibt.
Die Peerarbeit ist aber auch von großer Bedeutung für die Peers selbst, da sie ihnen hilft, sich ein neues, sinnerfülltes Dasein aufzubauen, indem sie ihre Erfahrungen nutzbringend für andere einbringen. Und auch Ärzte, Therapeutinnen und Pflegepersonal profitieren, wenn sie die Erfahrungen der Peers in ihre Arbeit mit einbeziehen - sie kommen dem Erleben der Betroffenen näher und finden einen Übersetzer, eine Übersetzerin für oft unartikuliertes Leiden.
Rezension von BASTA - Das Bündnis für psychisch erkrankte Menschen: " ... Das Buch „Vom Erfahrenen zum Experten“ gibt einen Überblick über die gesammelten Erfahrungen der Herausgeber. Es schildert eindringlich, wie wichtig es ist, das Wissen von Psychiatrieerfahrenen professionell zu nutzen und aus Erfahrenen Experten werden zu lassen. Es werden nicht nur die Vorteile des professionellen Einsatzes von Psychiatrieerfahrenen als Experten anschaulich dargestellt, auch die Fallstricke, denen sich die Personengruppe im professionellen Bereich aussetzen muss, bleiben nicht unerwähnt ... "
"BASTA - Das Bündnis für psychisch erkrankte Menschen" ist Teil des weltweiten Programms der World Psychiatric Association (WPA). Das Programm „open the doors“ richtet sich gegen Stigmatisierung und Diskriminierung psychisch erkrankter Menschen. - BASTA-Webseiten